Zengerle und Espeland – Verstärkung für die größte Schwachstelle

Dienstagmittag gaben die Eisbären Berlin offiziell die Bestätigung der Wechsel von Verteidiger Stefan Espeland und Center Mark Zengerle von den Fischtown Pinguins Bremerhaven an die Spree bekannt. Espeland verstärkt die Berliner zunächst nur für eine Saison. Zengerle hingegen erhielt einen mehrjährigen Vertrag. Gerüchten zufolge zahlten die Berliner eine Ablösesumme an die Fischtown Pinguins, um Zengerle aus seinem noch laufenden Vertrag auszulösen.

Mit der Verpflichtung der beiden Spieler adressiert Sportdirektor Stéphane Richer die größte Schwachstelle der Eisbären Berlin aus der Hauptrunde 2019/20 – das Powerplay.

Mark Zengerle wird auf der Position des Mittelstürmers Louis-Marc Aubry ersetzen. Sollten die Verhandlungen zwischen James Sheppard und den Eisbären positiv verlaufen, wären sie in der kommenden Saison auf Center erneut sehr stark aufgestellt. Anders als Aubry wird Zengerle dabei keine Ausländerposition besetzten, da er zusätzlich zur amerikanischen auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt. Zusätzlich zu Maxim Lapierre ist Zengerle der zweite rechtsschießende Center im Kader. In zwei Spielzeiten bestritt er 87 Hauptrundenspiele für Bremerhaven. Zu seinen 21 Toren kommen 70 Vorlagen (91 Punkte).

Espeland kam vor der letzten Saison nach Bremerhaven. Der 31-jährige Linksschütze schoss in dieser Saison neun Tore und bereitete 29 Treffer (38 Punkte) vor. Der Norweger ist ein moderner Verteidiger, der die Scheibe bewegt, kluge Pässe spielt und weniger durch krachende Schlagschüsse auffällt.

Bremerhaven hatte in der vergangenen Spielzeit das sechstbeste Powerplay der Deutschen Eishockey Liga. Espeland und Zengerle hatten daran einen entscheidenden Anteil. Espeland als Organisator und Quaterback an der blauen Linie, Zengerle als Spielmacher an der linken Halbbande. Der Norweger sammelte 22 seiner 38 Punkte sammelte er in Überzahl.

Das Berliner Powerplay war über die gesamte Saison die größte Schwachstelle der Eisbären. Bei 5gegen5 waren sie eines der besten Teams der Liga. Nur Mannheim hatte bspw. bessere Schussanteile bei 5gegen5 als Berlin. In Überzahl waren nur Iserlohn und Köln schlechter als die Eisbären. Das Powerplay wirkte oft zu statisch und ideenlos. Insofern ist es bemerkenswert, dass mit Espeland und Zengerle zwei Spezialisten aus Bremerhaven kommen, die auch dort in einer Formation gespielt haben.

Wie könnte das Powerplay in der kommenden Saison aussehen?
Auf der Verteidigerposition beginnen wir mit Espeland und Zengerle an der linken Halbbande, soweit keine Überraschung. Sie würden damit die Positionen besetzten, die sie in Bremerhaven gespielt haben. Offen bleiben damit die Position an der rechten Halbbande, dem Spieler direkt vor dem Tor und dem Bumper. Als Bumper wird der Spieler im 1-3-1 bezeichnet, der die mittlere Position zwischen den beiden Spielern an den Halbbanden besetzt. Hier kommt es ganz auf den Plan des Powerplays an, welchen Spielertyp man dort einsetzt. Es kann ein Spielmacher sein, oder ein Spieler für den Direktschuss. Lapierre oder Ortega wären Optionen für diese Position. Als Netfront (Spieler vor dem Tor) kommen ebenfalls einige Spieler in Frage. Ich lande irgendwie immer wieder bei Mark Olver, denn der Spieler vor dem Tor soll ja nicht nur Pucks abfälschen oder Rebounds verwerten, sondern ist oft auch der erste oder zweite Spieler an der Bande, um freie Scheiben zurückzugewinnen. An der rechten Halbbande landet für mich Marcel Noebels.

Sheppard und Leo Pföderl würden für mich in einer zweiten Formation zum Einsatz kommen, die an der blauen Linie von Ryan McKiernan angeführt wird.

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