Vier mal Eisbären Juniors und zurück

Er sollte bei den Eisbären Juniors der Nachfolger des nach Rauma gewechselten Tobias Ancicka werden. Aber kaum da, ist Jukka Schotter auch schon wieder weg.

Aber von Anfang an. Im Juli verpflichteten die Eisbären Juniors den deutsch-kanadischen Goalie Jukka Schotter vom unterklassigen Nachwuchsteam London Nationals. Der 18-jährige Schotter machte sich Anfang letzter Saison noch Hoffnungen auf einen Platz in der erstklassigen Ontario Hockey League bei den Niagara Ice Dogs, aber nach dem Trainingscamp ging es für ihn eine Liga nach unten.
In Deutschland wollte Schotter neu durchstarten und die Option als Deutsch-Kanadier nutzen, dass er auch in Deutschland spielen kann, ohne als Ausländer zu gelten. Allerdings hätte er für eine Förderlizenz zwei Spielzeiten in Deutschland absolvieren müssen. Wir berichteten davon bereits im letzten Prospect Report.

Schotter absolvierte für die Eisbären Juniors vier DNL Spiele und kassierte durchschnittlich 2,53 Gegentore pro Spiel. Das letzte Spiel absolvierte Schotter am 28. September gegen Regensburg. Anfang Oktober verließ er die Juniors dann wieder Richtung Kanada.

Aber warum ist Schotter nun wieder in Kanada?

Erkundigt man sich bei beim neuen Trainer der Eisbären Juniors, Jochen Molling, so hört man da nur ein schmallippiges “Es hat halt einfach nicht gepasst.”
Mehrere Quellen aus dem Umfeld der Eisbären Juniors wissen allerdings zu berichten, dass Absprachen zwischen Schotter und dem DEL-Team Eisbären Berlin nicht eingehalten worden sein sollen. So sollen bspw. Einzeltrainings beim Torwarttrainer und Trainingseinsätze mit dem DEL-Team versprochen worden sein.
Indirekt bestätigte Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer auch, dass das DEL-Training ein Punkt in der Causa Schotter war. Gegenüber Hauptstadteishockey erklärte Richer, dass Headcoach Serge Aubin lieber mit zwei Goalies auf dem Eis trainiert, damit die beiden DEL-Torhüter genug Schüsse bekommen.
Richer mahnte aber auch an, dass manchmal Anspruch und Realität auseinander klaffen. Wie das im Kontext zu verstehen ist, ließ er offen.

Die Juniors, die bis Ende September vier Spieler auf der Goalie-Position hatten, sind jetzt nur noch zu dritt. Neben Eric Steffen, der am 12. September eine Förderlizenz für die Eisbären bekommen hat, stehen noch Gion Ulmer und Tim Günther im Kader. Ulmer wurde zuletzt in den erweiterten Kader der U18-Nationalmannschaft berufen und Günther ist auch für die Regionalliga-Mannschaft der Eisbären spielberichtigt.

Nach den Abgängen von Jukka Schotter, Cedric Schiemenz, Maximilian Adam, Nino Kinder, Tobias Ancicka und (kurzzeitig) Charlie Jahnke in den vergangenen Monaten, sollten man die Nachwuchsarbeit der Eisbären weiter mit Argusaugen beobachten. Die Verpflichtungen von Fabian Dietz sowie Sebastian Streu und das Können von Ausnahmetalent Lukas Reichel täuschen nicht darüber hinweg, dass in der Tiefe der Spielerentwicklung etwas leicht im Argen zu liegen scheint.
Wir bleiben an dem Thema dran.

2 Gedanken zu „Vier mal Eisbären Juniors und zurück

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