Saisonvorschau 2019/2020 – Prognose

Am 13. September 2019 beginnt die neue DEL Saison. Zeit für uns, dass wir uns mit der Mannschaft der Saison 2019/2020 näher beschäftigen und alle Spieler und Staff auf Herz und Nieren prüfen.
Los ging es am Montag mit den Torhütern. Am Dienstag sahen wir uns die Verteidiger an, am Mittwoch die Stürmer, am Donnerstag das Team rund um das Team und am heutigen Freitag gibt es die Prognose.

Prognose

Rein sportlich ist dies der schwierigste Text des Jahres. Man tendiert dazu in die Glaskugel zu blicken. Denn bis auf ein paar Testspiele und Aussagen von Spielern, Trainern und Offiziellen, gibt es noch zu wenig Anhaltspunkte. Schwierig ist es besonders in diesem Jahr.

Nach der durchwachsenen Hauptrunde 2018/19, die man in den Playoffs noch relativ versöhnlich beenden konnte, sollte in diesem Sommer der Umbruch weiter vorangebracht werden, den man im letzten Sommer, vielleicht auch geblendet vom Finaleinzug 2018, nicht weiter forciert hat.
So gab es in diesem Sommer 16 Abgänge. Darunter Publikumslieblinge wie Micki DuPont und Talente wie Maximilian Adam. Dem Gegenüber stehen acht Neuzugänge.
Gerade in der Defensive wirken die Eisbären etwas dünn besetzt. Nur acht Verteidiger stehen zum Saisonbeginn im Roster. Im Sturm hingegen haben sich die Eisbären noch weiter auf der Centerposition verstärkt. Das Prunkstück, wenn man so will. Gerade Maxime Lapierre machte hier in der Vorbereitung schon viel Freude. Gleiches gilt für Lukas Reichel, der sich seinen Platz im Team am ersten Spieltag wohl verdient haben sollte.
Im Tor haben die Eisbären vielleicht auch nicht das Level vergangener Spielzeiten. Fehler im Spielsystem wurden zu häufig von Petri Vehanen und Kevin Poulin kaschiert. Die Verantwortung im Tor wird in der kommenden Saison auf mehrere Schultern verteilt. Eine 1A/1B Variante, in welcher Zusammenstellung auch immer, scheint die sinnvollste Lösung. Vor allem wenn man die Entwicklung von Marvin Cüpper bedenkt, der nach dem verlorenen letzten Jahr, einiges zu beweisen hat.

Nicht wenige blicken kritisch auf die Verpflichtung von Serge Aubin. Da nehme ich mich nicht heraus. Und für die wenigsten wird es dabei rein um das Sportliche gehen. Viel mehr wirkte die Verpflichtung des Frankokanadiers wie ein Freundschaftsdienst von Stéphane Richer.
Der Plan des Trainerteams war in den ersten Trainingseinheiten zu erkennen. Viel Tempo und Körperspiel in jeder Übung prägten das Bild. Auch in den Testspielen war das System mehr und mehr zu erkennen.

Hier war in den Vorbereitungsspielen vor allem zu sehen, dass die Eisbären Berlin unter Aubin aggressiv in den Forecheck gehen wollen. Zwei Stürmer üben früh Druck aus, wollen Scheibenverluste noch im Drittel des Gegners verursachen. Die Verteidiger unterstützen diesen Druck. Wenn dieser Forecheck jedoch nicht nahezu perfekt ausgeführt öffnet er Lücken im Umschaltspiel auf die Defensive.

Detailarbeit, die im Verlauf der Saison intensiviert wird. Das gilt auch für die Zusammenstellung der Reihen. Hier war noch viel Rotation in der Vorbereitung. Erst in den letzten Spielen war eine Tendenz zu erkennen. Aber sicher wird Louis-Marc Aubry nicht dauerhaft auf dem Flügel zum Einsatz kommen. Diese Detailarbeit war in der Vorbereitung beispielsweise bereits in den Special Teams zu erkennen, die sich nach und nach steigern konnten.

Die Vorbereitung ließ aber auch einige Fragen offen. Kann der aggressive Forcheck wirklich über eine gesamte Saison gespielt werden? Wie sieht es gegen Mannschaften aus, die selbst gern aggressiv gegen die Scheibe arbeiten? Gegen solche Gegner hatten die Eisbären in der Pre-Season die größten Probleme.
Haben sie genug Firepower in der Offensive? Verlässt man sich zu sehr darauf, dass alle Verteidiger fit durch die Saison kommen? Wie reagiert die Mannschaft darauf, wenn sie mal nicht die Hilfe im Tor bekommt?
Das sind alles Fragen, die wir erst im Saisonverlauf beantworten können. In der kommenden Saison werden wir uns hier bei #Hauptstadteishockey auch wieder intensiver analytisch mit den Eisbären beschäftigen.

Aber wie sieht die Prognose aus?
Der Kader scheint auf dem Papier gut genug für eine Platzierung in den Top6 der DEL zu sein. Gehen wir davon aus, dass sich Mannheim und München um die Plätze eins und zwei streiten, fallen die Eisbären in die zweite Reihe und streiten sich mit Köln, Düsseldorf, Augsburg und Ingolstadt um die Plätze drei bis sechs. Auf der Torhüterposition geht man ein Risiko. Auch mit acht Verteidigern in die Saison zu gehen ist riskant. Kennt man doch die Verletzungsgeschichte einiger Akteure. Insofern wäre es auch nicht überraschend, wenn es am Ende der Hauptrunde erneut über die erste Playoffrunde ins Viertelfinale gehen muss.

4 Gedanken zu „Saisonvorschau 2019/2020 – Prognose

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