Neue Meister braucht Berlin

Eine neue Saison bedeutet auch immer einige neue Gesichter in den Reihen der Eisbären. In diesem Artikel, den wir während der Sommerpause immer aktualisieren, wenn die Eisbären eine Verpflichtung bekannt gegeben haben, werfen wir einen kurzen Blick auf die Neuen.

Kevin Clark – der Mann für die Tore

Auch, wenn er ein ganz anderer Spielertyp ist, kann man davon ausgehen, dass Kevin Clark der 1:1 Ersatz für Kris Foucault sein wird. Angesichts seiner Leistungen der letzten Jahre in Ligen, die stärker als die DEL einzuschätzen sind, darf man davon ausgehen, dass er auch bei den Eisbären einschlagen wird.

Der offensive Impact, den Kevin Clark auf das Spiel seines Teams hat, ist schwer zu leugnen. Hier ein paar Werte zu ihm bei gleicher Anzahl Spieler auf dem Eis (5on5, 4on4, 3on3):

  • 16 Tore (Platz 3 in der NLA)
  • 43% der Tore der Rapperswil-Jona Lakers fielen, wenn Clark auf dem Eis stand
  • Wenn er auf dem Eis stand, war er an 63,5% der Treffer beteiligt
  • 23 von 28 Punkten waren Primary Points, also Tore oder direkte Torvorlagen

Sein “Zuhause” ist dabei direkt vor dem gegnerischen Tor, wie man an seiner Even Strength Shot Map aus der vergangenen Saison sehen kann.

Kevin Clark Shot Map Equal Strength / Quelle: nlicedata.com

Anders, als bspw. ein Kris Foucault, ist Clark kein Spieler, der sich mit dem Puck am Schläger selbst Chancen kreiert. Seine Stärke liegt im Umschaltspiel. Durch seine Schnelligkeit, sein gutes offensives Positionsspiel und seinen guten Abschluss scort er trotz seiner Größe von 1,75m immer wieder aus dem Slot. Und das nicht erst seit letzter Saison, wie im Highlight Clip der Saison 2016/2017 zu sehen ist.

Im Powerplay besetzte er in den letzten Jahren eigentlich immer die Front Net Position und konnte von dort meist Rebounds verwerten oder Schüsse abfälschen. Diese Position besetzten die Eisbären in der vergangenen Saison mit Mark Zengerle und Lukas Reichel. Sehr wahrscheinlich wird Reichels Position in der nächsten Saison frei, sodass Clark ihn 1:1 im Powerplay ersetzen kann.

Kevin Clark Shot Map Powerplay / Quelle: nlicedata.com

In der vergangenen Saison spielte Clark fast ausschließlich an der Seite von Center Roman Cervenka, dem sowohl gute Spielmacherqualitäten als auch ein guter Abschluss attestiert werden. Für das Lineup der Eisbären könnte es mehrere Einsatzmöglichkeiten geben: Entweder an der Seite eines klassischen Spielmachers (Mark Zengerle, es ergibt sich dann aber ein Positionskonflikt für das Powerplay), an der Seite eines Allrounders, wie Zach Boychuk oder tatsächlich in einer Reihe mit Leo Pföderl und Marcel Noebels, wenn daran festgehalten werden soll, eine Topreihe ohne gelernten Center aufzustellen. Um hier eine Prognose zu treffen, müssen wir allerdings abwarten, wie die Abgänge von Mark Olver und PC Labrie sowie der wahrscheinliche Abgang von Lukas Reichel kompensiert werden.

Morgan Ellis – Who the f**k is Ellis?

Morgan Ellis ist, obwohl kein Franko-Kanadier, eine typische Stéphane Richer Verpflichtung: ein Nordamerikaner, mit 29 im besten Eishockeyalter und schon mit einigen Jahren Erfahrung in europäischen Ligen (DEL, SHL, KHL). Wobei sich Ellis in Ligen, in denen Verteidiger offensiv nicht so viele Freiheiten haben wie in der DEL, schwer tat. In der schwedischen SHL kam Ellis auf 0,21 Punkte/Spiel, in der KHL auf 0,28 Punkte / Spiel, in seinem zwei DEL Saisons für die Kölner Haie und den ERC Ingolstadt allerdings auf 0,63 Punkte / Spiel.

Beim ERC Ingolstadt war er mit 23 Punkten in der Hauptrunde punktbester Verteidiger, ligaweit belegte er damit Platz 8, einen Platz hinter Ryan McKiernan. Stellen wir Morgan Ellis und Ryan McKiernan doch einmal in den direkten Vergleich:

Mit Ellis auf dem Eis kreierte Ingolstadt einen Expected Goals For/60 Wert von 2,61, dieser liegt 19% über Ligaschnitt. Die Schussdichte aus dem Inner Slot ist hier besonders auffällig. Defensiv liegt der Expected Goals Against/60 Werte bei 1,91 und damit ebenfalls 19% besser als der Ligaschnitt. Die Schüsse kamen meist aus dem hohen Slot, der besonders gefährliche Bereich direkt vor dem Tor wurde von Ellis und seinen Kollegen erfolgreich dichtgemacht.

Das sieht bei Ryan McKiernan etwas anders aus. Die meisten Schüsse ließen die Eisbären ausgerechnet von der Seite zu, auf der McKiernan verteidigte. Der xGA/60 Wert liegt auch nur knapp über Ligaschnitt. In der Defensive schneidet Morgan Ellis also besser ab. Offensiv dagegen kreierten die Eisbären mit McKiernan auf dem Eis Schüsse aus allen gefährlichen Lagen.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass McKiernan den größeren offensiven Impact hat. Das ging aber auch nur, weil McKiernan mit Simon Després einen Partner hatte, der die defensiven Aufgaben übernahm. Ellis, dessen 2-Wege-Spiel überzeugender ist, hatte mit Matt Bodie einen Partner an der Seite, der fast 1:1 die gleichen Werte erzielte, wie Ellis selbst. Mit einem rein defensiven Partner könnte Morgan Ellis aber auch eine größere offensive Rolle bei den Eisbären einnehmen.

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.