Heraus zum Fraueneishockey! – Die Eisbären Juniors Frauen gehen in ihre vierte Saison

Am Wochenende heißt es: Endlich wieder Fraueneishockey! Das Frauenteam der Eisbären Juniors Berlin startet am 24. Oktober 2020 in die neue Bundesligasaison. Los geht es am Samstag um 19 Uhr im Wellblechpalast gegen den ERC Ingolstadt. Das Rückspiel ist am Sonntag für 13 Uhr ebenfalls im Wellblechpalast angesetzt. Am Mittwochabend standen Trainer Daniel Bartell, Co-Trainerin Kathrin Fring und Spielerin Hanna Amort in der Saisoneröffnungspressekonferenz Rede und Antwort. Allen ist die Freude auf das erste Heimspiel sichtlich anzumerken. „Wir sind sehr froh, dass es endlich wieder losgeht“, sagt Stürmerin Amort mit zuversichtlichem Grinsen im Gesicht.

In der Woche vor dem ersten Spieltag, genauer gesagt heute Abend, wird das Team vom neuen Eisbärentrainer Daniel Bartell das erste Mal komplett zusammen auf dem Eis trainieren dürfen. Es gab viele Hürden zu überwinden. So dauerte es fast drei Monate, bis die Importspielerin Steph Keryluk aus den USA einreisen durfte. Auch befanden sich nach einem Lehrgang des Nationalteams Spielerinnen in Selbstquarantäne oder die Hamburger Fraktion in Diensten der Juniors konnte nicht nach Berlin reisen, weil sie danach in eine Selbstquarantäne gemusst hätten. An Eistraining war wiederum den Sommer über nicht zu denken, lediglich die drei Spielerinnen von der Sportschule durften die guten Voraussetzungen im Sportforum voll auskosten.

Und dennoch. Der Fokus dieser Saison liegt auf dem Erreichen der Playoffs. Ein sehr ambitioniertes Ziel aufgrund der starken Konkurrenz der letztjährigen Finalisten aus Planegg und Memmingen, aber der logische Schluss nach der knappen Halbfinalniederlage 2019/20 ist das Erreichen der Finalspiele. Mit Ingolstadt kommt an diesem Wochenende ein Top 4 Team in die Hauptstadt, welches schon ein Doppelspieltagswochenende mit zwei Siegen gegen die Aufsteigerinnen von den Kölner Haien hinter sich hat. Bei den glatten Erfolgen (11:0, 5:0) blieben die Oberbayerinnen sogar ohne Gegentor. Die Juniors müssen also gewarnt sein.

Die Eisbären Juniors schicken wieder ein sehr junges Team ins Rennen der DFEL. Der Altersdurchschnitt liegt bei unter 21 Jahren. Das bestätigt auch Hanna Amort, die im Sommer nach einem Jahr Ingolstadt an die Spree zurückgewechselt war. Hier ist sie mit ihren 21 Jahren schon eine der erfahreneren Spielerinnen. An der Donau gehörte sie zu den Jüngsten.

Laut Kathrin Fring liegt das an der Möglichkeit in Berlin zu spielen und gleichzeitig Abitur zu machen bzw. seine akademische Laufbahn weiterzuverfolgen.
Überhaupt steht die schulische Ausbildung und auch der weitere Verlauf, ob bei Berufsausbildung oder akademisch, in Berlin für die Spielerinnen im Vordergrund. Eishockey wird von allen Frauen zwar sehr zeitintensiv betrieben (in der Woche wird vier Mal trainiert), ist aber trotzdem nur als Hobby möglich. Immerhin, durch die Möglichkeiten mit der Eliteschule des Sports, haben die Juniors einen kleinen Vorteil im Vergleich zu den restlichen sechs Teams der Liga. “Das gibt es an keinem Standort, dass Training, Heimspiele und schulische Ausbildung alles auf einem Areal stattfindet und auch aufeinander abgestimmt wird“, erklärt Fring. So kommen viele junge Spielerinnen hierher.

Die Auswirkungen von Covid 19 auf das Fraueneishockeywaren vor allem organisatorischer Natur. Das Training musste umorganisiert, viele Hygiene-Vorschriften eingehalten werden.
Finanziell ist ein Fraueneishockeyteam hingegen nicht so stark betroffen, da sie nicht wie z.B. die DEL-Teams auf Zuschauereinnahmen festgelegt sind. Durchschnittlich kamen letzte Saison 100-120 ZuschauerInnen zu den Heimspielen, nur beim letzten Playoff-Match waren es rund 500 Personen.

Deshalb muss es vermutlich keine großen Einschnitte geben. Bisherige Sponsoren sind dem Frauenteam über die Eisbären Juniors treu geblieben und auch die Hauptfinanzierung durch die deutsche Klassenlotterie ist nicht in Gefahr. 85% des Budgets wird für Auswärtsspiele ausgegeben. Torsten Szyska, der Teamleiter hat derzeit den wohl schwierigsten Job. Er übernimmt die Buchungen für die Auswärtsspiele und muss Up-to-date bleiben, was in welchem Bundesland gestattet ist.

Doch die ersten Auswärtsspiele stehen erst Mitte November an. Bis dahin wollen die Berliner Frauen erst einmal eine gute Punktegrundlage für die kommende Saison legen.
„Ich habe mir die Spiele von Ingolstadt am vergangenen Wochenende angeguckt, eine große Aussagekraft hatten sie allerdings nicht“, sagt Daniel Bartell.

Hanna Amort meint, „Wir müssen unsere kämpferischen Vorteile nutzen, dann haben wir eine gute Chance.“

Zwei organisatorische Hinweise noch: ZuschauerInnen, die das Spiel live im Wellblechpalast verfolgen wollen, sollten sich vorher über die Webseite der Juniors registrieren. Noch sind Tickets verfügbar: https://www.eisbaeren-juniors.de/2020/10/eisbaeren-juniors-frauen-starten-in-die-saison-2020-2021/

Für alle, die nicht in den Welli kommen können gibt es die Möglichkeit, die Partien auf Sportdeutschland.tv zu verfolgen: https://sportdeutschland.tv/eishockey/bundesliga-damen-eisbaeren-berlin-erc-ingolstadt-spiel-1

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