Hauptstadteishockey bei der NHL Global Series in Lausanne

Im weiteren Sinne wird wie in Berlin auch in Lausanne “Hauptstadteishockey” gespielt. Schließlich ist die Stadt am Genfersee nicht nur Hauptort des schweizer Kantons Waadt, sondern auch die Hauptstadt der Olympischen Bewegung. Dazu zwei in Berlin bekannte Namen in den Teams und eine neue Arena und schon hatten wir Grund genug uns auch das zweite Preseason Game der NHL Global Series 2019 vor Ort anzuschauen. 

Mit zwei Niederlagen war der Lausanne Hockey Club in ihrer erst vor einer Woche eröffneten neuen Arena gestartet. Aber die Gastgeber schafften das, was den Eisbären Berlin auch in ihrem zweiten Spiel gegen ein NHL-Team nicht gelingen wollte: Sie schlugen den Favoriten aus der NHL.

Bereits im ersten Drittel erspielte sich das Heimteam eine keinesweg unverdiente, komfortable 3:0 Führung und legte damit den Grundstein für ihren Erfolg. Lausanne bestimmte weitgehend das Spiel und sorgte immer wieder für viel Verkehr vor Carter Hart im Tor der Flyers. Beim zwischenzeitlichen 2:0 trug sich dann auch gleich der erste in Berlin bekannte Name in die Scorerliste ein: Josh Jooris gab eine Vorlage zum ersten Powerplaytor für Lausanne. Dessen Vater Mark Jooris spielte von 1991 bis 1995 in Berlin. Legendär dabei waren seine 123 Punkte in 54 Spielen in der Saison 1991/92 noch für Dynamo Berlin.

Auch im zweiten Drittel konnte Lausanne die nun stärker aufspielenden Flyers in Schach halten. In einem weiteren Powerplay zogen sie zwischenzeitlich sogar auf 4:0 davon und beendeten damit den Arbeitstag von Carter Hart, der für die Flyers als Nummer 1 in diesem Jahr im Tor eingeplant ist. Er konnte nur sechs von zehn Schüssen halten.

Flyers Kapitän Claude Giroux verkürzte immerhin noch im Mittelabschnitt auf 4:1 und ließ somit seine Klasse aufblitzen, die 2012 auch für neun Spiele in Berlin beobachtet werden konnte. Er hatte auch die Chance sein Team noch weiter ins zurück ins Spiel zu bringen, aber er vergab in der 44. Minute einen Penalty und so kamen die Flyers im letzten Drittel nur noch auf 4:3 heran.

Lausanne rettete den knappen Vorsprung über die Zeit und konnte in der mit 9.600 Zuschauern ausverkauften Vaudoise Arena den ersten Heimsieg feiern. Bei den Ambitionen in Lausanne werden sicherlich viele weitere Heimsiege folgen, aber dieser eine gegen ein NHL-Team wird wohl für immer in Erinnerung bleiben.

Die neue Arena wird im übrigen betrieben von der Anschutz Entertainment Group (AEG) und ist im kommenden Jahr neben dem Zürcher Hallenstadion Austragungsort der IIHF Worlds 2020 (Eishockey WM). Weil die Gruppe der DEB-Auswahl in Lausanne spielt, nutzten wir die Gelegenheit uns während der Morning Skates der Flyers schon mal ein wenig in der Arena umzusehen. 

Gelegen am westlichen Stadtrand von Lausanne besitzt die Arena zwei Ränge mit Sitzplätzen, wobei eine der beiden Kurven komplett mit Stehplätzen ausgestattet ist. Innen prägt dunkler Sichtbeton das Aussehen und die Dachkonstruktion hat der Vaudoise Arena bei mir schon den Spitznamen “palais en tôle ondulée”, weil sie mich ein wenig an den ehrwürdigen Wellblechpalast erinnerte.

Bis zur WM im kommenden Jahr gibt es in der Arena noch einiges zu tun. Zumindest hinter den Kulissen hingen noch viele Kabel von der Decke und es herrschte ein deutlicher Baustellenflair. Die integrierte Trainingshalle im Untergeschoss ist ebenfalls noch nicht fertiggestellt, wie auch die angrenzende Schwimmhalle. Alle die einen WM-Ausflug nach Lausanne planen dürfen also gespannt sein wie sich das gesamte Ensemble im Mai 2020 geben wird. Wir sind jedoch optimistisch, dass Lausanne als Austragungsort eine ziemlich gute Figur machen wird.

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