Haakon Hänelt – Auf dem Weg ins Mutterland des Eishockeys

Für Haakon Hänelt waren es aufregende Sommerwochen. Er feierte nicht nur am 1. Juni seinen 18. Geburtstag sondern wurde auch am 30. Juni im CHL Import Draft von den Olympiques Gatineau gedraftet. Getoppt wurde dies, als er vergangenes Wochenende im NHL Entry Draft in Runde 5 an Position 151 von den Washington Capitals gedraftet wurde. Ein Traum, der nur für wenige deutsche Spieler wahr wird, neben ihm wurden dieses Jahr nur zwei weitere Deutsche für die NHL gedraftet: Luca Münzenberger (Kölner Haie) in Runde 3 von den Edmonton Oilers und Nikita Quapp (Krefeld Pinguine) in Runde 6 von den Carolina Hurricanes.

CHL Import Draft – Warum der Weg über die kanadischen Juniorenligen der richtige ist

Dass junge Deutsche Spieler im CHL Import Draft gewählt werden, ist erst einmal nichts untypisches. Aus den Reihen der (Ex-) Eisbären wurden bspw. in der jüngeren Vergangenheit Leon Gawanke, Cedric Schiemenz und Nino Kinder sowie auch Eisbären Neuzugang Manuel Wiederer und Topscorer Marcel Noebels für die kanadischen Juniorenligen gedraftet – alles Spieler, die ihren guten Eindruck nutzen konnten, um in Nordamerika zu bleiben (Gawanke, Wiederer und Noebels) oder nach der Wiederkehr in der DEL Fuß fassen konnten.

Doch ist es für einen Spieler, der bereits Erfahrungen in einer Profiliga sammelte nicht ein Schritt zurück, wenn er in eine Juniorenliga wechselt?

Keinesfalls. Ein Jahr im Mutterland des Eishockeys ist für jeden 18-jährigen Eishockeyspieler eine wahnsinnige Erfahrung. Das Leben dreht sich jeden Tag 24/7 nur um Eishockey. Der Spielplan der QMJHL ist hart, nach über 60 Hauptrundenspielen folgen erst die Playoffs. Viele Junioren konnten hier nochmals einen Leistungssprung machen.

Dementsprechend gibt es auch mehrere sportliche Gründe, aus denen der Wechsel Sinn macht:

In der QMJHL hat Hänelt die Möglichkeit, mehr als 60 Pflichtspiele in einer Saison zu bestreiten. In diesen Spielen wird er voraussichtlich auch deutlich mehr Eiszeit bekommen, als in der DEL. Außerdem haben die Washington Capitals eine bessere Möglichkeit, ihn in Kanada zu scouten und seine Entwicklung zu beobachten. Da es noch immer Hänelts Traum ist, in der NHL zu spielen, macht es Sinn, räumlich dichter an den Capitals zu sein. Und zu guter letzt spielt ihm noch eine Eigenheit der kanadischen Juniorenligen in die Karten. Um die Ausbildung kanadischer Juniorenspieler zu schützen, darf jedes Team nur zwei Imports, also in der Regel europäische Spieler, einsetzen. Damit liegt auf Hänelt noch einmal ein anderer Fokus als auf seine kanadischen Mitspieler.

Haakon Hänelt wird im Übrigen nicht der erste Spieler aus dem Eisbärenkosmos sein, der das Trikot der Olympiques trägt. Neben Sportdirektor Stéphane Richer spielten auch der Eisbären Aufsichtsratsvorsitzende und General Manager der Los Angeles Kings Luc Robitaille sowie Lockdown-Eisbär Claude Giroux für die Olympiques.

Werdegang

Hänelt machte erstmals in in der Schüler Bundesliga auf sich aufmerksam, als er für die Eisbären Juniors in 29 Spielen 30 Punkte erzielte. Diese Leistung brachte ihm einen Platz in der RB Hockey Akademie, in der er drei Jahre spielte, bevor er letzte Saison zu den Eisbären zurückkehrte. Durch gute Leistungen im Magenta Sport Cup (1 Tor in 4 Spielen) sicherte er sich einen Platz im erweiterten DEL Kader. In seiner ersten Profisaison kam er so zu 22 Einsätzen in der Hauptrunde und konnte am 23. Spieltag in Bremerhaven seinen ersten DEL Treffer feiern. Bei der Ende April/Anfang Mai stattfindenden U18 WM sollte er die Deutsche Mannschaft als Kapitän aufs führen, konnte aber wegen einer Verletzung nicht daran teilnehmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.