Eisbären Game Recap #23 – Heimvorteil

Harte Arbeit, Rumpel-Eishockey und ein bisschen Kampfsport bestimmten die letzten drei Spiele der Eisbären Berlin. Nach einer Knappen 1:2 Overtime-Niederlage gegen die Düsseldorfer EG, gab es am Sonntag einen 2:1 Sieg in der Verlängerung in Wolfsburg. Am Dienstag konnten die Eisbären deutlich gegen die Schwenninger Wild Wings gewinnen (5:1) und somit Platz 4 und das Heimrecht im Viertelfinale sichern.

  • Serge Aubin ist, zumindest was seine offensiven Formationen angeht, ziemlich experimentierfreudig. Schon am vergangene Wochenende stellte er im letzten Drittel gegen Nürnberg um. Lukas Reichel und Sebastian Streu tauschten die Reihen. So fand sich Reichel in der vierten Reihe neben André Rankel und Mark Olver wieder. Streu spielte an Reichels Stelle neben Maxim Lapierre und PC Labrie. Mit diesen Umstellungen gingen die Eisbären in die Spiele gegen Düsseldorf und Wolfsburg. Gegen die Wild Wings am Dienstag wurden bis auf die Reihe Pföderl-Sheppard-Noebels alle Reihen umgestellt.
  • Die nominell dritte Reihe Austin Ortega-Louis-Marc Aubry-Landon Ferraro war in den beiden Spielen am Freitag und Sonntag sehr auffällig. Sie kombiniert eine interessante Mischung aus Arbeit und Spielwitz. Aubry ist trotz oder gerade wegen seiner spielerischen Fähigkeiten kein Spieler, bei dem man die dreckige Arbeit hinter dem Tor oder in den Ecken voraussetzt. Dennoch ackert er unnachgiebig. Auch Ferraro arbeitet mehr Eishockey als er es spielt. Zusammen kommen sie immer wieder zu Scheibeneroberungen tief im gegnerischen Drittel und erspielen sich so ihre Chancen.
  • Dabei kommt ihnen eine Qualität von Austin Ortega zugute, die nicht viele Spieler besitzen. Ortega hat ein gutes Gespür dafür, für die Defensive zu verschwinden. Mal versteckt er sich im Rücken des Gegners. Ein anderes Mal läuft er einen unorthodoxen Laufweg und taucht plötzlich in einer Position auf, die es ihm erlaubt, aus aussichtsreichen Positionen zu Chancen zu kommen.
  • Diese Spielweise scheint nicht ganz einfach zu sein. Die ganze Saison über sucht das Trainerteam nach einer passenden Reihe für Ortega. Einige Spiele spielte er neben Reichel und Lapierre, auch neben Olver und Sheppard wurde Ortega in dieser Saison eingesetzt. Mit 17 Toren und 22 Vorlagen hat er die Erwartungen vollkommen erfüllt, vielleicht sogar übertroffen.
  • “Rumpel-Hockey” und “Geduldsspiel” habe ich mir zum Spiel in Wolfsburg aufgeschrieben. Es war sehr fad. Den Eisbären fiel nicht sehr viel gegen das defensive Eishockey der Grizzlys ein.
  • Zur Strafe gegen Sheppard in Wolfsburg sag ich nur so viel: Gegner und ihre Beine fliegen nicht ohne Grund so durch die Luft.
  • Das späte Ausgleichstor von Ferraro in Wolfsburg war erneut das Resultat guter Arbeit hinter dem gegnerischen Tor. In der Situation waren es Rankel und Lapierre, die den freigewordenen Puck blitzschnell auf Ferraro in Slot spielten.
  • Nach zwei Spielen mit etwas weniger Berliner Offensive, gab es gegen die Wild Wings aus Eisbären Sicht fünf Treffer zu bejubeln. Nach seiner Siegtreffer in Wolfsburg, legte Marcel Noebels gegen Schwenningen zwei Treffer auf.
  • In Erinnerung bleibt das Spiel gegen die Wild Wings aber wohl, aufgrund der Härte, die im dritten Drittel plötzlich ins Spiel kam. Ferraro und Boaz Bassen lieferten sich ebenso einen Faustkampf, wie PC Labrie und Mark Fraser.
  • Im Eis-Dynamo Interview hatten wir Labrie noch auf die bis dato fehlenden Kämpfe im Eisbären-Trikot angesprochen. Am Erscheinungstag des Eis-Dynamo hatte Labrie prompt eine kleinere Rauferei mit Düsseldorfs Niclas Lucenius. Im Interview sagte er noch, dass es bislang keine Szene gab, in der er das Gefühl hatte, er müsse die Fäuste sprechen lassen. Aber es könne alles ganz schnell gehen. So wie am Dienstag. Nach einem unsauberen Check von Mark Fraser gegen Fabian Dietz, schnappte sich Labrie den Verteidiger der Wild Wings und beförderte ihn per Judo-Griff aufs Eis.

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