Eisbären Game Recap #22 – Nur noch Fünf

Nach einer erfolgreichen Aufholjagd beim Augsburger EV (5:3) am Donnerstagabend, verloren die Eisbären Berlin am Sonntag gegen die Thomas Sabo Ice Tigers 3:5.

  • Das Spiel gegen Augsburg hatte nach gut 30 Minuten ganz übel werden können. 1:3 lagen die Eisbären zurück und es wäre in dieser Saison nicht das erste Mal gewesen, dass sie nach guten Leistungen, ein Spiel fast schon herschenken. Zu viele eigene Strafen im ersten Drittel gingen auf Kosten des eigenen Spielflusses. Es war schon ein ordentlicher Berg, den sich die Eisbären am Donnerstag aufschütteten. Aber sie zeigten Charakter, blieben im Spiel und holten sich verdiente drei Punkte. Leo Pföderl schoss seinen ersten Hattrick im Trikot der Eisbären Berlin. Viel bemerkenswerter ist aber eigentlich, dass sein dritter Treffer sein ersten Powerplay-Tor der Saison war.
  • Wie schön war bitte die Vorlage von John Ramage zum 1:2 Anschlusstreffer durch Marcel Noebels in Augsburg?
  • Leider wird dieser geniale Moment durch seinen Fehler vor dem dritten Augsburger Treffer ausgeglichen. Diesen Schuss darf man einfach nicht nehmen. Selbst wenn Leblanc den Schuss nicht blockt, steht noch ein weiterer Augsburger in der Schussbahn, kein Berliner vor der Tor und Augsburgs Goalie Markus Keller hatte gute Sicht auf den Puck.
    Der Treffer zeigte erneut das größere Problem, nämlich das planlos wirkende Powerplay der Eisbären Berlin. Ramage hatte links und rechts keine wirkliche Anspielstation. Wohl auch, weil er sich offenbar schon sehr früh für einen Schuss entschied. Die Halbpositionen werden in den letzten Spielen zu Passgebern für Schüsse von der blauen Linie degradiert. Ramage, McKiernan versenken regelmäßig Pucks in den Beinen der Gegner. Das sind einfach keine Schüsse, die man 2020 als erste Optionen nehmen sollte. Mehr dazu ->hier<-.
    Bei den vielen wirklich guten und progressiven Dingen, die Serge Aubin, Craig Streu und Gerry Flemming in dieser Saison tun, ist es umso unverständlicher, weshalb sie das Überzahl-Spiel nicht in den Griff bekommen.
  • Daniel Fischbuch schoss am Sonntag gegen die Eisbären drei Tore und bereitete einen Treffer vor. Vier Treffer hat er in diesem Jahr insgesamt gegen die Berliner erzielt. Fischbuch ist Topscorer der Ice Tigers und geht in einer präsenteren Rolle bei den Franken viel mehr auf. Seine Geschwindigkeit und sein technisches Können am Schläger war auch in Berlin erkennbar, nur durfte er an der Spree selten in einer Rolle spielen, in der er diese Fähigkeiten optimal ausspielen konnte. Fischbuch spielt in Nürnberg im Vergleich zur letzten Saison mehr als sieben Minuten mehr pro Spiel. Ist Go-To-Guy im Powerplay und hat das Vertrauen des Trainerteams. Diese Rolle hätte er in Berlin niemals bekommen. Und unter uns, nach Fischbuchs starken Saisonstart bei den Franken, hätte ich nicht erwartete, dass er diese Leistung konstant über die Hauptrunde bringt.
  • In seinem Blog beschreibt Sebastian Böhm, dass ihn am Sonntag vor allem die Berliner Offensive beeindruckt hat. Die Defensive hielt er für wackelig. Er nennt hier vor allem Frank Hördler, Kai Wissmann und Florian Kettemer. Das Paar Hördler-Wissmann hatte in Nürnberg ihr bislang schwächstes Spiel der Saison. Sie hatten alle positive Corsi-Werte (Schussverhältnis) bei 5gegen5. Bei dem Spielverlauf ist das allerdings auch nicht wirklich überraschend. Nürnberg überließ den Eisbären weitgehend die Puckkontrolle und konzentrierte sich auf das Verteidigen der Führung.
    Entscheidend war allerdings, dass die o.g. Verteidiger in entscheidenden Situationen Fehler machten. Kettemer sah vor allem bei 0:2 durch Eugen Alanov schlecht aus. Bei 0:3 von Andreas Eder bewiesen Kettemer und Ryan McKiernan erneut, dass vor allem in Unterzahl nicht gemeinsam aufs Eis gehören.
  • Fünf seiner zehn Saisontore hat Landon Ferraro gegen die Thomas Sabo Ice Tigers erzielt. Insgesamt hat er sieben Punkte gegen die Franken sammeln können. Am Sonntag traf er nach acht Spielen ohne Tor doppelt zum 2:4 und 3:4.
  • Einen großen Anteil an beiden Treffer von Ferraro hatte Louis-Marc Aubry. Das erste Tor bereitete er aus der Drehung mit der Rückhand vor und legte so den Direktschuss auf. Beim zweiten Treffer bekommt er zwar keinen Punkt, gewinnt aber ein enorm wichtiges Bully in der Nürnberger Zone. Über Jonas Müller und John Ramage gelangt die Scheibe (unter freundlicher Mithilfe vom Tom Gilbert) zum Ferraro.
  • Fünf Spiele vor dem Ende der Hauptrunde ist der direkte Einzug in das Viertelfinale der Playoffs für die Eisbären relativ sicher. Zehn Punkte haben sie auf Bremerhaven (6.) und Ingolstadt (7. und punktgleich mit Bremerhaven) Vorsprung. Beide Mannschaften haben aber ein Spiel mehr bestritten, als die Berliner. Interessant wird in den kommenden zwei Wochen das Fernduell mit der Düsseldorfer EG. Die DEG hat nur drei ihrer letzten zehn Spiele verloren. Am vergangenen Wochenende haben sie Mannheim und München geschlagen. Fünf Punkte Vorsprung haben die Eisbären aktuell auf die Düsseldorfer. Das direkte Duell am kommenden Wochenende ist also ein dieser s.g. Big Point Spiele und könnte ein Vorgeschmack auf ein Wiedersehen in den Playoffs sein. Bislang setzte sich in dieser Saison immer die Heimmannschaft durch.

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