Eisbären Game Recap #19 – Geduldsprobe

Die Eisbären Berlin holen am vergangenen Wochenende fünf Punkte. In München gewannen sie 3:2 nach Penaltyschießen. Am Sonntag gab es ein 2:1 gegen die Schwenninger Wild Wings.

  • Stephane Richer ist zurück an der Bande. Da Serge Aubin aufgrund eines Trauerfalls in der Familie am Wochenende nicht hinter der Bande stehen konnte, stand der Sportdirektor der Eisbären Berlin vorübergehend auf der Trainerbank. Und ihm kehrte eine bekannte Marotte der Vorsaison zurück – das Bench Management.
    Die Tendenz, die Top-Spieler des Teams immer und immer wieder aufs Eis zu schicken, ist in wenigen Spielen kein Problem. Vor allem nicht, wenn Spieler wie Marcel Noebels aktuell so eine überragende Saison spielen. Noebels stand in München 23:27 Minuten auf dem Eis. Mehr Eiszeit hatte nur Ryan McKiernan (24:59 Minuten). Lukas Reichel, der am Wochenende erneut nicht in einer Reihe mit Maxim Lapierre aufgestellt wurde (erst im Verlauf des Spiels am Sonntag spielten die beiden wieder zusammen), spielte nur etwas mehr als 10 Minuten.
  • Seit kurzer Zeit haben wir dank le_affans aufgearbeiteten DEL Statistiken, die Chance den individuellen Einfluss von Spielern auf die Performance der Mannschaft zu analysieren. Gegen München hatte die Reihe Pföderl-Sheppard-Noebels knapp 58 Prozent der Schussanteile bei 5gegen5. Das ist gegen eine Top-Mannschaft wie München ein absolut überragender Wert. Der Wert sagt im Grunde aus, dass die Eisbären mit dieser Reihe die meiste Zeit im Drittel des Gegner unterwegs sind und Offensive kreieren. Auf die gesamte Saison betrachtet haben die drei einen Wert von 60 Prozent.
    Anders sieht es leider mit dem Paar McKiernan-Kettemer aus. Diese beiden hatten nur knapp 30 Prozent Puckbesitz bei 5gegen5. Sie spielten also den Großteil des Spiels im eigenen Drittel. Hannes hat die Werte gegen München in dieser Grafik übersichtlich dargestellt.
  • Ich bin kein Freund vom s.g. Schiedsrichterbashing. Diese teils völlig überzogene Kritik an der Leistung von Schiedsrichtern, fand ich schon immer albern. So abgedroschen die Phrase ist, Schiedsrichter haben eben auch gute wie schlechte Tage. #TeildesSpiels und so. Freitag in München war so ein wenig guter Tag für die Refs. Wer sich allerdings über die beiden komischen Strafen gegen Jonas Müller zu Beginn des Spiels oder die Entscheidung auf Penalty nach einem „Foul“ von Wissmann beschwert, der sollte auch im Hinterkopf haben, dass München in der Skill Competition eine Wiederholung des Versuchs von Mauer verwehrt blieb. Justin Pogge stellte dem Stürmer der Münchner eindeutig ein Bein und verhinderte so ein mögliches Tor. Im direkten Gegenzug verwandelte Lukas Reichel den Siegtreffer. Es gleicht sich dann doch alles irgendwie aus.
  • James Sheppard hatte am letzten Wochenende besonders viel Spielwitz. Gegen München gab es einige Szenen, in denen er an Verteidiger vorbeizog. Gegen Schwenningen am Sonntag zeigte er im zweiten Drittel innerhalb weniger Minuten zweimal den nahezu identischen Move. Den zweiten Toe-Drag, wo er den Puck mit der Schlägerspitze um einen Spieler herum/vorbeizieht, nutzte er beinahe zum 1:0. Marcel Noebels machte es kurz vor Ende des zweiten Drittels etwas besser, als er Colby Robek beim1:1 ziemlich alt aussehen ließ.
  • So einfach Spiele auf dem Papier zu gewinnen sein müssten, in der Realität sind es häufig dann doch Geduldsproben. Das Spiel gegen die Wild Wings am Sonntag zeigte dies deutlich. Als Letzter, mit den meisten Gegentoren und einer Niederlagenserie von drei Spielen, kam Schwennigen nach Berlin. Den letzten Sieg holten sie allerdings gegen München. Auch Mannheim, Straubing und die Eisbären schlugen die Wild Wings in dieser Saison. Den Schwarzwälder ging es in Berlin nicht darum, offensiv das Spiel zu gestalten. Zwischenzeitlich hatten die Eisbären ein Bilanz der Torschüsse von 17 zu 7. Gerade im dritten Drittel fiel auf, dass Schwenningen nicht viel daran lag, das Spiel in die Hand zu nehmen. Der Forecheck war nahezu nicht vorhanden, die neutrale Zone wurde hergeschenkt. Im eigenen Drittel verteidigten sie fast in einer Art Manndeckung. Frust hatten die Eisbären nach dem 0:1. Am Ende war es eine individuelle Einzelaktion von Noebels und ein Schuss von Florian Kettemer, den PC Labrie vielleicht mit einem etwas zu hohem Schläger abfälschte.

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