Eisbären Game Recap 17 – Schachspiel am Rhein

Die Eisbären Berlin verloren am vergangenen Wochenende vor ca. 1.300 mitgereisten Berliner Fans in Düsseldorf (1:2). Sonntag in Köln gab es nach einer 3:0 Führung nur zwei Punkte durch einen 4:3 Sieg in der Overtime.

  • So schnell ist es dahin, das Vertrauen in Sebastian Dahm. Immerhin bis zum Jahreswechsel die klare Nummer 1 im Tor der Eisbären Berlin. Auch am vergangenen Wochenende erhielt Justin Pogge beide Starts. Bislang fehlt Pogge noch dieses eine gestohlene Sieg oder Momente, die von Außen dieses große Vertrauen in ihn nachvollziehbar machen. Zwei der drei Gegentore in Köln haben eher sogar zu mehr Fragezeichen geführt.
  • Gegen die DEG kamen gleich drei wichtige Spieler zurück in den Kader – John Ramage, Lukas Reichel und Landon Ferraro. Ramage und Müller sind im Saisonverlauf das konstanteste Verteidigerpaar der Eisbären und wurde gegen Düsseldorf direkt wieder zusammengestellt. Lukas Reichel hatte nach eigener Aussage nach dem erfolgreichen Klassenerhalt der Nationalmannschaft bei der U20 Weltmeisterschaft einen schwierigen Start ins erste Ligaspiel. Er kam wieder an der Seite von Maxim Lapierre zum Einsatz und bereitete das zwischenzeitliche 1:1 gegen die DEG durch Austin Ortega vor.
    Ferraro strahlt vielleicht nicht die ganz große Torgefahr aus, hat sich in Aubins System schnell zu einem wichtigen Rollenspieler entwickelt. Er kommt in Unterzahl und im Powerplay zum Einsatz. Oft ist er auch einer der Spieler, die in den Schlussphasen zum Einsatz kommen, wenn es darum geht einen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen.
  • Serge Aubin hat das Spiel gegen die Düsseldorfer EG als Schachspiel bezeichnet. Es ist eine treffende Umschreibung für ein Spiel, in dem sich beide Mannschaften größtenteils in der neutralen Zone neutralisiert haben. Düsseldorf kam der defensive Ansatz sehr entgegen. Die Eisbären haben sehr viel dafür getan, das Spiel bei der DEG zu gewinnen. Die Chancenverwertung war allerdings einfach nicht gut und das Powerplay erneut schwach.
  • Vor allem das Powerplay wirkte planlos und zu sehr auf zufällige Aktionen fokussiert. Der Puck fand so gut wie nie den Weg zu Leo Pföderl, der einige Male für den Direktschuss bereit stand.
  • Dass Zach Sill das Spiel gegen die Eisbären am Sonntag beenden durfte, ist für mich mehr als unverständlich. Sein Foul gegen Müller war ein klares Slew-Footing. Es wird im Regelbuch der Deutschen Eishockey Liga in Regel 160 wie folgt beschrieben: “Ein Spieler, der rücksichtslos von hinten gegen den Schlittschuh eines Gegenspielers tritt oder einen Gegenspieler rücksichtslos zurückzieht, während er gleichzeitig die Füße unter ihm wegtritt oder -schlägt.”
    Auch beim Strafmaß ist das Regelbuch eindeutig: “Ein Spieler, der rücksichtslos einen Gegenspieler durch Slew-Footing gefährdet, erhält eine große und automatische Spieldauerdisziplinarstrafe.”
    Sill erhielt zwei Minuten wegen Beinstellens. Köln überstand die Unterzahl und konnte acht Sekunden vor Schluss ausgleichen. Eine Spieldauerstrafe hätte wohl dazu geführt, dass die Eisbären das Spiel über die Zeit Retten. Aber hätte ich Räder, wär ich ein Wagen.
  • Köln und Berlin, das scheint in dieser Saison das Duell auf Augenhöhe zu sein. Alle drei Duelle gingen in die Extrazeit. Es ist durchaus ein Match Up, welches ich mir in den Playoffs sehr gut vorstellen kann.
  • Kai Wissmanns Treffer gegen Köln war erst das zweite Tor in der Karriere des Verteidigers. Sein erstes DEL Tor erzielte Wissmann vor 1.185 Tagen am 14.10.2016 beim 7:4 Sieg der Eisbären in Ingolstadt.
  • Nach elf Treffern in seiner ersten Saison, zwölf in der vergangenen Spielzeit, hat James Sheppard am Sonntag in Köln durch seinen Doppelpack einen neunen persönlichen Bestwert aufgestellt. Dreizehn Treffer hat er in dieser Saison bereits erzielt. Zu 22 Vorlagen, die er in den vergangenen zwei Spielzeiten immer hatte, fehlen ihm noch neun Vorlagen.

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