Eisbären Game Recap 16 – Emotionales Highlight ohne Spielpraxis

Die Eisbären Berlin verpassen es, sich das erste erste Wochenende im Jahr 2020 zu vergolden. Nach einem Arbeitssieg gegen RB München (4:3), verschliefen sie den Beginn in Iserlohn und vergaben beim 2:5 gegen die Roosters wichtige Punkte.

  • Gegen München absolvierte Justin Pogge sein erstes Spiel im Eisbären-Trikot. Es ist absolut verständlich, dass Serge Aubin so früh wie möglich sehen will, was er in dem 33-jährigen Goalie hat. Nach eigener Aussage hatte er ihn bislang nur nur auf Video gesehen. Und natürlich bekommt er ein Vertrauensvorschuss, moralisch ist das ein gutes Zeichen an den neuen Kollegen. Wie viel “Kampf um die erste Position” im Tor der Eisbären es tatsächlich gibt, werden die kommenden Woche zeigen. Am Sonntag haben sich in den Anfangsminuten beide nicht mit Ruhm bekleckert.
  • Pogges Debüt war solide. Er hatte einige gute Saves, konnte 32 von 35 Schüsse halten. In Ansätzen erkannte man, dass er die Scheibe hinter dem Tor deutlich selbstbewusster als Sebastian Dahm spielt. Eine Fähigkeit, die er selbst und Aubin nach Pogges Vorstellung immer wieder betonten.
    Es ist eine Fähigkeit, die ihm schon am Sonntag, beim zweiten Treffer der Roosters durch Robert Raymond, zum Verhängnis wurde.
    Viele, seeeeeeeeehr viele Verteidiger schieße in ähnlichen Situationen die Scheibe vom Bully tief. Ob es nun in der Vorbereitung der Roosters ein Thema war, dass Pogge gern das Tor verlässt, um die Scheibe zu spielen oder Raymond einfach nur sein Glück versuchte, können wir hier nicht beantworten. Egal wie, Raymond hatte überraschte Pogge und die Roosters waren plötzlich 2:0 in Führung.
    Im Replay sieht man noch, wie Pogge einen kleinen Schritt nach rechts macht, um die Scheibe hinter dem Tor abzufangen und sie dann links an seinem Schoner vorbei ins Tor segelt. Dass Ryan McKiernan den Schuss von Raymond noch etwas verdeckte, war für die Roosters ein glücklicher Zufall.
  • Die drei Punkte gegen München waren glücklich. So glücklich, wie der Siegtreffer von Leo Pföderl. Im Verlauf des Spiels war München die bessere Mannschaft. Im ersten Drittel hatten die Bayern 67 Prozent Spielanteile. Und dennoch konnte James Sheppard durch zwei starke Einzelaktionen für eine 2:0 Führung sorgen. Im zweiten Drittel hatten die Eisbären etwas mehr vom Spiel, München erzielte zwei Tore. In der Druckphase zum Ende, als es 3:3 stand, fälschte Pföderl den Schuss von Hördler ab.
  • Von den vergangenen elf Spielen haben die Eisbären nur vier Spiele verloren. In diesem Zeitraum haben sie mit Mannheim, Straubing und München die drei Mannschaften an der Spitze der Tabelle geschlagen. Allerdings gab es auch Niederlagen gegen Schwenningen, Krefeld und Iserlohn – die drei Letzten der DEL. Ich weigere mich, dies auf mangelnde Einstellung zurückzuführen. Ich denke eher, dass die Niederlagen Ausrutscher im Verlauf der Saison sind. Zudem in einer Phase, in der alle drei Tage Spiele zu bestreiten sind.
  • In neun Einsätzen hat Thomas Reichel in dieser Saison insgesamt 7 Minuten und 27 Sekunden das Eis betreten. Das entspricht einer Eiszeit von 55 Sekunden pro Spiel. Gegen Augsburg, Bremerhaven und München kam er zu keinem Wechsel und das obwohl die Eisbären seit einigen Wochen auf drei Sturmreihen zurückgreifen müssen. Sicher lernt Thomas Reichel und gewinnt an Erfahrung, wenn er Teil des DEL Teams ist. Noch mehr Erfahrung würde er wahrscheinlich durch das tatsächliche Spielen erhalten. Einen Tag nach dem Spiel gegen München, kam er beim DEL2 Hockey Open Air für die Lausitzer Füchse zum Einsatz. Er ging quasi ohne Spielpraxis in ein emotionales Highlight.
    Die Tiefe des Kaders muss von diesen Spielern profitieren. Fabian Dietz traf es am Sonntag gegen Iserlohn. Auch er war der “wir müssen ja irgendeinen jungen Spieler aufstellen” – der wenig Eiszeit bekam und in seiner Sturmreihe im zweiten Drittel von Constantin Braun ersetzt wurde. Nächste Woche ist Lukas Reichel wieder dabei, dann können sich alle wieder auf die Schulter klopfen, wie großartig die Einbindung von jungen Spielern funktioniert.
  • Nur 18 Prozent der Schüsse gegen die Roosters kamen aus der gefährlichen Zone vor dem Tor. Das war der Tiefstwert in dieser Saison. Die Roosters haben sich natürlich mit der komfortablen Führung vor ihr eigenes Tor zurückgezogen, um Großchancen zu minimieren. Dass sie damit erfolgreich waren, zeigt der Endstand. Dennoch fehlte es den Eisbären auch an Kreativität Chancen zu kreieren. Oft war es dann nur der Schuss von der blauen Linie. McKiernan hatte mit fünf Torschüssen die meisten Schüsse der Berliner. Jonas Müller und Florian Kettemer hatten mit jeweils vier Schüssen genauso oft aufs Tor geschossen, wie die beiden Stürmer mit den meisten Schüssen des Spiels Maxim Lapierre und Marcel Noebels.

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