Eisbären Game Recap 15 – Sieben Punkte zum Jahresende

In der vergangenen Woche hatten die Eisbären Berlin ein in der DEL seltenes Back to back zu bestreiten. An aufeinanderfolgenden Tagen spielten sie in Straubing, gewannen dort knapp 2:1 und zu Hause gegen Bremerhaven, wo sie sich in der Overtime 4:5 geschlagen geben mussten. Stark dezimiert konnten sie aus beiden Spielen immerhin vier Punkte holen. Im letzten Spiel des Jahres gab es gegen die Augsburger Panther beim 3:2 nochmal drei Punkte zum Jahresende.

  • Beim Spiel gegen die Straubing Tigers fehlten den Eisbären zehn Spieler. Mit neun Stürmern und sechs Verteidigern gingen sie in das Spiel gegen den Tabellenzweiten. Trotz dieser dünnen Personaldecke entschied sich das Trainerteam früh Constantin Braun aus der Verteidigung in die dritte Sturmreihe zu stellen. Daraus folgte, dass Thomas Reichel weniger als drei Minuten auf dem Eis stand. Vier Wechsel hatte er im ersten Drittel, danach kam er nicht mehr zum Einsatz. Einen Tag später, gegen Bremerhaven, hatte er nicht einen Wechsel. Auch gegen die Augsburger Panther spielte Reichel nicht einen Wechsel, obwohl im Spiel Landon Ferraro und Leo Pföderl verletzten.
  • Durch die Umstellung kamen in der Defensive nur fünf Verteidiger zum Einsatz. Das Trainerteam setzte stark auf Ryan McKiernan, der fast 24 Minuten Eiszeit hatte (23:50). Frank Hördler blieb nur weniger Sekunden unter 23 Minuten (22:38). Dadurch, dass Straubing den Druck nach und nach erhöhte, wirkten die Berliner Defensive zur Hälfte des Spiels bereits etwas überspielt. Sie hatten große Probleme sich vom Druck der Tigers zu lösen. Scheiben wurden immer wieder unsauber aus der Zone gespielt, wodurch die Stürmer selten für Entlastung sorgen konnten.
  • Dennoch muss man zum Spiel in Straubing auch positiv erwähnen, dass das gesamte Team defensiv stark verteidigt hat. Am Ende hatte Straubing 61 Schussversuche, 27 davon kamen auf das Tor von Sebastian Dahm. Nur 21% der Straubinger Schüsse kamen aus der gefährlichen Zone vor dem Tor.
  • Auch das Spiel am Freitag durfte Sebastian Dahm im Tor der Eisbären Berlin bestreiten. Maximilian Franzreb hingegen durfte am Samstag für die Lausitzer Füchse bei der 2:4 Niederlage gegen Bietigheim im Tor stehen. Wenn ihr sehen wollt, wie ein Goalie ohne Spielpraxis aussieht, wenn er nach drei Tagen Reise durch die Republik im Tor stehen darf, könnt ihr das in den Highlights auf der Seite der DEL2 tun.
  • Dahm selbst hatte kein überragendes Spiel gegen die Pinguins, bei den Gegentoren ist vielleicht nur der Overtime-Siegtreffer ein Gegentor, welches er gern zurückhaben möchte.
  • Nach einem guten Beginn, in dem man den Eisbären die schweren Beine weniger anmerkte als den Gegnern aus Bremerhaven, konnten sich die Berliner einige Chancen erspielen. Mit zunehmender Spielzeit merkte man den Eisbären dann aber doch an, wie kräftezehrend das Spiel am Abend zuvor in Straubing war. Gegen Ende des ersten Drittels blieben die Berliner viereinhalb Minuten ohne eigenen Schuss. Zu Beginn des zweiten Drittels gab es fast sechs Minuten keinen Schussversuch eines Berliners. In der Phase ging Bremerhaven 0:4 in Führung.
  • Welche Qualität in der Mannschaft steckt, zeigte sie dann aber bei ihrem Comeback. Frank Hördler erzielte sein viertes und fünftes Saisontor. Der zweite Treffer war gleichzeitig sein 300. Punkt im Trikot der Eisbären Berlin. James Sheppard sorgte für den Ausgleich in einer Schlussphase, in der durchaus auch noch ein Sieg drin gewesen wäre. In der Overtime war es allerdings die erste Chance der Bremerhavener, die das Spiel entschied.
  • Gegen Augsburg kam Leo Pföderl nach überstandener Verletzung zurück. Er nahm seinen Platz in der Reihe neben James Sheppard und Marcel Noebels ein und erzielte im ersten Drittel sein neuntes Saisontor. Im dritten Drittel blockte er einen Schuss mit der Hand und musste das Spiel vorzeitig beenden. Auf Nachfrage zeigte sich Serge Aubin allerdings nicht zu besorgt.
  • Im dritten Drittel erzielte Maxim Lapierre den Führungstreffer gegen die Augsburger Panther in beinahe in Unterzahl. Zum Ende einer Strafe erspielten sich er und Ortega ein paar Chancen, gerade als die Eisbären wieder vollzählig waren, traf Lapierre. Er blieb zuvor fünf Spiele in Folge ohne Tor. Durch die Rückkehr von Pföderl rückte Lapierre in der zweiten Reihe auf die Center-Position zwischen Landon Ferraro und Austin Ortega. Ortega bestätigte auch gegen Augsburg seine zuletzt starke Form. Er punktete im fünften Spiel in Folge. Im Dezember sammelte er insgesamt 14 Punkte.
  • Landon Ferraro blockte im zweiten Drittel einen Schlagschuss. An der Innenseite des Knies bekam er den Schuss des Augsburger Verteidigers ab. Mit starken Schmerzen verließ er das Eis und kehrte danach nicht mehr zurück. André Rankel ersetzte ihn in der Reihe neben Lapierre und Ortega. Nach dem Spiel verließ Ferraro auf Krücken die Arena.
  • Zum Jahresende zeigte PC Labrie ein starkes Spiel. Nicht nur durch seinen Ausgleichstreffer machte er sich bemerkbar. Er war aktiv vor dem gegnerischen Tor, blockte in der Schlussphase ein paar Schüsse der Augsburger und konnte seine Physis immer wieder sinnvoll einsetzen. Labrie hat nicht die Geschwindigkeit von Ortega oder das Auge von Noebels, schon gar nicht den Schuss von Pföderl, aber wenn er so spielt wie gegen den AEV, ist er unheimlich wichtig für diese Mannschaft.
  • Austin Ortega hatte einen brutal starken Dezember. 14 Punkte erzielte er in elf Spielen. Mehr Punkte konnte in der DEL in diesem Zeitraum nur Münchens Philip Gogulla (16) sammeln. Ingolstadts Maurice Edwards und Mannheims Ben Smith konnten im Dezember ebenfalls 14 Punkte verbuchen. Bemerkenswert – elf von Ortegas 14 Punkten sind s.g. Primary Points, also Tore oder der erste Assist.

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