Eisbären Game Recap 14 – Mit Siegen in die Feiertage

Die Eisbären Berlin konnten in der vergangenen Woche zwei ihrer drei Spiele gewinnen. Vor allem die Siege am Wochenende gegen Mannheim (5:1) und Nürnberg (2:1) waren beeindruckend und eine wichtige Antwort auf die 1:5 Niederlage gegen Krefeld.

  • Die Woche vor Weihnachten, mit drei Heimspielen, hätte durchaus richtig in die Hose gehen können. Das 1:5 gegen die Krefeld Pinguine war erschreckend. In einem der vergangenen Game Recaps schrieb ich noch, dass die Eisbären auf Dauer nicht ihre defensiven Probleme durch viele Tore abfangen können. Eigentlich dachte ich da eher an die Spitzenteams wie Mannheim, Straubing und München, aber nicht an Krefeld. Zwar gingen die Eisbären durch Aubry in Führung, danach begann allerdings eine Fehlerkette, die leider immer wieder ein Glied im Fokus hatte.
  • Kai Wissmann hatte, wie das gesamte Team, am Dienstag einen gebrauchten Abend. Beim 1:1 drehte er Costello im falschen Moment den Rücken zu und konnte den Schläger von Pietta nicht gut genug verteidigen. Beim 1:2 verlor er den entscheidenden Zweikampf im Drittel der Pinguine und ermöglichte die 2 auf 1 Situation. Er nahm die Strafe vor dem 1:3. Beim 1:4 spekulierte er zu früh auf den Querpass und legte sich aufs Eis und nahm sich so komplett aus der Situation. Anschließend spielte er im zweiten Dritte keinen Wechsel mehr. Im dritten Abschnitt kam er in der Rotation wieder zum Einsatz.
  • Zwar stand Wissmann in den Situationen im Fokus, allein seine Fehler waren es nicht. Als gesamtes Team haben die Eisbären nicht gut verteidigt, ein Problem welches sie in dieser Saison schon öfter hatten. Der Stretchpass vor dem 1:1 hätte verhindert werden können. Hördler verteidigt Costello auch suboptimal. Bei 1:2 fehlt die Absicherung, beim 1:4 ist es ein unnötiger Check an der blauen Linie, der Krefeld den Raum öffnet und Wissmann in die Situation bringt.
  • Am Freitag musste eine Antwort folgen. Gegen die Adler Mannheim, die mit einer Siegesserie von zehn Spielen nach Berlin kamen. Nach dem Spiel verriet Sebastian Streu, dass die Mannschaft vom Trainerteam aufgezeigt bekam, wie schnell es in der Tabelle nach unten gehen kann, wenn sie so spielen, wie gegen die Krefeld Pinguine. Gegen die Adler zeigten die Eisbären ein anderes Gesicht, das Gesicht einer Top-Mannschaft. 5:1 schlugen sie den Tabellendritten.
  • Eine Umstellung machte sich besonders bemerkbar. Maxim Lapierre rückte in die erste Reihe auf. Er spielte auf dem Flügel neben James Sheppard und Marcel Noebels. Austin Ortega fand sich in der Reihe neben Mark Olver und Sebastian Streu. Damit war besonders die erste Reihe sehr stark besetzt und musste auch immer wieder gegen die Top-Reihe der Adler aufs Eis. Die Zweite Reihe bekam durch Ortega mehr Geschwindigkeit.
  • Ortega war generell sehr auffällig im Spiel gegen Mannheim. Er war der offensive Motor. Mit seinem Tempo riss er immer wieder Lücken. Schaffte Räume für seine Mitspieler und bereitete zwei Treffer vor. Besonders sehenswert war seine Vorarbeit für den Treffer von Streu. Beide hatten auch gegen Nürnberg ihre Momente und gute Möglichkeiten.
  • Marcel Noebels spielt aktuell das beste Eishockey seit er bei den Eisbären Berlin ist. Im Dezember hat er in bislang acht Spielen sieben Tore geschossen und zwei weitere vorbereitet. Gegen Mannheim erzielte er zwei Treffer und gegen Nürnberg war erzielte er den Siegtreffer. Im Powerplay bringt er sich in Positionen für Direktschüsse. Wie sich Selbstvertrauen auswirkt, zeigte sein zweiter Treffer. In einer Situation in der er, wie er selbst sagt „normalerweise schießen würde“, entschied er sich für einen Move um Denis Reul und einen erfolgreichen Move auf die Rückhand.
  • Aufgrund vieler Verletzungen und der Teilnahme von Lukas Reichel an der U20 Weltmeisterschaft, ist das Line-Up der Eisbären aktuell etwas dezimiert. Gegen Mannheim kamen zehn der elf eingesetzten Stürmer zum Einsatz. Thomas Reichel hatte im gesamten Spiel keinen Wechsel. Durch den Treffer von Landon Ferraro zum 5:1, konnten alle drei Reihen gegen Mannheim punkten. Sein Vater Ray, der für den kanadischen Fernsehsender TSN von der U20-WM berichtet, ist mit einigen Kollegen am Freitag extra aus Brno nach Berlin gefahren. Dabei haben sie sich natürlich über deutsche Autobahnen gefreut, auf denen man 155 km/h fahren kann und trotzdem überholt wird. Aber sie ließen es auch nicht aus, die herausragende Stimmung in der Arena zu betonen. Landon Ferraros Treffer hat diesen Ausflug abgerundet.
  • Gegen die Thomas Sabo Ice Tigers feierte Sebastian Dahm sein drittes Shutout der Saison. Gegen Mannheim war er nicht überragend, weil er es nicht sein musste. Die Mannschaft vor ihm verteidigte viel besser. Viele Schüsse konnte er sehen und festhalten. Beim Treffer der Adler sah er unglücklich aus, konnte den ersten Schuss allerdings nicht sehen und den Rebound nicht stoppen. Gegen Nürnberg hatte er im ersten Drittel einen Monstersave mit dem rechten Schoner und hielt den Nachschuss auch fest. Danach blieb es auch relativ ruhig, vor allem weil das Team vor ihm das Spiel über 60 Minuten kontrollierte.
  • Im zweiten Drittel verletzte sich Louis-Marc Aubry. Nach einem Zweikampf an der Bande musste er gestützt von Sheppard und Ferraro das Eis verlassen. Die Kamerabilder klären nicht auf, was genau passiert ist. Es sah aber stark nach einer Knieverletzung aus. Bei einem Ausfall von Aubry könnte es dazu kommen, dass Lapierre wieder auf die Centerposition rückt und die Eisbären in der Mitte mit Sheppard,, Lapierre und Olver auflaufen. André Rankel war am Sonntag gegen Nürnberg schon wieder dabei.

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