Eisbären Game Recap 13 – Kampf gegen Windmühlen

Die Eisbären Berlin konnten in der vergangenen Woche beide Spiele gewinnen. In beiden Spielen verschliefen sie das erste Drittel. Gegen die Düsseldorfer EG setzten sie sich am Ende mit 3:1 durch. In Wolfsburg kämpften sie nach einem 1:4 Rückstand zurück ins Spiel und gewannen am Ende in der Overtime 6:5.

  • Am Donnerstag gegen die DEG kehrte Charlie Jahnke erstmals nach seinem Wechsel in die Mercedes-Benz-Arena zurück. In seiner Rolle in der dritten Reihe spielte er 14:32 Minuten. Er hatte zwei Torschüsse und war ein- zweimal bissig vor dem Tor. An sich hatte er einen relativ ruhigen Abend. Genau wie Jens Baxmann bekam auch Jahnke nach dem Spiel eine Ehrenrunde in der Arena. #FreeCharlie
  • Gegen die DEG übernahmen die Eisbären ab dem zweiten Drittel die Kontrolle über das Spiel. Die Grafik von Hannes veranschaulicht dies sehr gut. Die Eisbären hatten im zweiten Drittel zwei Powerplays, allerdings war es nicht nur die Überzahl, es war das Spiel bei 5gegen5. Auch wenn es spielerisch nicht immer schön anzusehen war, die Eisbären erarbeiteten sich den Sieg. Mit all diesem Druck war es eine Frage der Zeit, bis sie ein Tor schießen.
  • James Sheppard hat zehn Punkte in den letzten sechs Spielen gesammelt. Gegen die DEG erzielte er den Ausgleichstreffer und den Siegtreffer zum 2:1. Gegen Wolfsburg bereitete er das zwischenzeitliche 4:4 von Marcel Noebels vor. In seiner aktuellen Streak hat Sheppard drei Tore geschossen und sieben Treffer vorbereitet. Mit 20 Punkten nach 26 Spielen ist er auf dem in dieser Saison 40 Punkte zu sammeln, damit liegt er in seinem Schnitt der vergangenen Jahre, wo er 33 und 34 Punkte gesammelt hat.
  • In den vergangene fünf Spielen hatten die Eisbären Berlin im ersten Drittel eine Tordifferenz von -5. Insgesamt zehn Gegentore kassierten sie in diesem Zeitraum im ersten Abschnitt. Im zweiten und dritten Drittel ist ihre Differenz +6. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, wenn man in Spielen gegen Wolfsburg, Köln, Schwenningen und Düsseldorf einem Rückstand hinterherrennen muss. Die Eisbären waren in den vergangenen Spielen nicht von Minute eins bereit. Besonders deutlich wurde dies im Spiel am Sonntag, wo sie nach zwanzig Minuten 1:4 hinten lagen.
  • Danach konnten sie das Spiel drehen. Drei Powerplay-Tore erzielten sie. Florian Kettemer traf zum ersten Mal in dieser Saison. Austin Ortega erzielte ein Tor und bereitete zwei weitere Treffer vor. Maximilian Franzreb feierte im siebten Einsatz der Saison (er ersetzte Dahm mit Beginn des zweiten Drittels) seinen ersten Sieg.
  • Den Eisbären unterliefen im Spielaufbau am Wochenende zu viele Fehler. Fehler, die man gut und gern auf mangelnde Konzentration zurückführen kann. Zum Beispiel der komplette Breakdown, der zum Unterzahltor der Wolfsburger führte. Aber auch Puckverluste von Constantin Braun und Jonas Müller an der eigenen blauen Linie hätten durchaus im eigenen Tor enden können.  
  • Dass Sebastian Dahm nach zwanzig Minuten wieder durch Franzreb ersetzt wurde, war ein Signal von Serge Aubin an die Mannschaft. Man will die Mannschaft damit an ihre defensive Verantwortung erinnern. Sie nochmal wachrütteln, um einen Rückstand eventuell wieder aufzuholen. Dieses Signal wird auch irgendwann verpuffen.
  • Man kann gern und viel darüber reden, ob die Eisbären einen neuen Torhüter brauchen. Sicher ist es nicht verkehrt, es gibt berechtigte Kritik an Sebastian Dahm. Er ist keine unangefochtene Nummer eins, wird aber wie eine eingesetzt. Franzreb ist BackUp, mehr nicht. Keine 1B Lösung, wie wir es vor der Saison erhofft hatten. Auch wenn ein neuer Goalie sicher viele im Umfeld beruhigen würde, so wäre das Problem nicht aus der Welt.
    Die Defensive ist vor allem auf der linken Seite nicht gut genug besetzt. Dies wurde vor allem am vergangenen Wochenende deutlich.
  • Durch die Verletzung von John Ramage spielte Jonas Müller auf der rechten Verteidiger-Seite. Die linke Seite wurde damit von Kettemer, Frank Hördler und Constantin Braun besetzt. Kettemer hat in dieser Saison fünf Punkte, bis Sonntag war er ohne Tor. Defensiv ist er ein Risiko, spielt zu viele Fehlpässe und verliert zu oft die Zuordnung. Hördler hat läuferisch nicht mehr das Vermögen, um seine Fehler im Stellungsspiel auszubügeln. Auf Braun trifft leider beides zu. Der dringendere Bedarf besteht in der Verteidigung. Denn bislang muss die gute Offensive die Fehler der Defensive ausbügeln. Es kann nicht das Ziel der Eisbären Berlin sein, bis zum Saisonende 5:4- oder 6:5-Eishockey zu spielen.

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