Eisbären Game Recap 12 – 4 zu 5

Die Eisbären Berlin verlieren erstmals in dieser Saison drei Spiele in Folge. Nachdem ihnen am Freitag gegen die Kölner Haie nach 1:4 Rückstand beinah das siegreiche Comeback gelang, verschenkten sie am Sonntag in Schwenningen eine 3:1 Führung.

  • Eine große und wichtige Geschichte der Saison 2019/20 ist, dass die Eisbären in dieser Spielzeit offensive Tiefe haben. Sie haben drei effektive Reihen, die für Scoring sorgen können. Es spiegelt sich auch in der Übersicht der DEL-Topscorer wieder. Unter den ersten 20 Spielern findet sich kein Berliner. In den letzten Jahren waren sie zu häufig von einzelnen Reihen abhängig. Diese Reihe vom Spielbericht zu halten, hat meist gereicht, um gegen Berlin Punkte zu holen. Bei aller berechtigter Kritik an Stephane Richer, hier hat er einen guten Job gemacht. Egal ob es die Reihe um Noebels/Sheppard/Pföderl ist, die Kombination Reichel/Lapierre oder Aubry/Ortega, diese drei Reihen können im Angriff Akzente setzen und machen das Team in der Tiefe weniger ausrechenbar. Hinzu kommt Mark Olver, der Unsung Hero des Teams, den Serge Aubin immer wieder in verschiedenen Rollen zum Einsatz bringt und Olver erfüllt diese.
  • Über zwei Spieler hatte ich mir in den vergangenen Wochen häufiger Gedanken gemacht – Louis-Marc Aubry und James Sheppard. Beide hatten großen Anteil an den drei Treffern, die am Freitag gegen Köln zum Ausgleich führten.
    Aubry blieb vor dem Spiel gegen Wolfsburg über vier Spiele ohne Punkt. Hat jetzt in den letzten drei Spielen in Folge gepunktet. Aubry leidet in seiner Performance etwas darunter, dass Aubin sich nicht scheut seine Reihen immer wieder umzubauen. Allerdings konnte er so auch noch nicht die Chemie entwickeln, die man aus eingespielten Reihen (Reichel/Lapierre) kennt. In denke die dritte Reihe könnte mit Ferraro und Ortega eine schnelle Match-Up Reihe werden. Die starke Gegner davon abhält Tore zu schießen und gleichzeitig für Offensive sorgen kann.
    Sheppard hat in den letzten vier Spielen sieben Punkte gesammelt (1 Tor, 6 Vorlagen). Er stand zuletzt etwas im Schatten der Serien von Noebels und Pföderl. In der Schlussphase gegen Köln war er enorm auffällig.
  • Versucht jetzt bitte mal nicht an einen rosa Elefanten zu denken….
    Und woran denkt ihr? Richtig Sebastian Dahm.
    Dahm hat das Talent, selbst bei Gegentoren für die er nichts kann, schlecht auszusehen. Klar steht er beim 0:1 etwas zu weit draußen und findet den Rebound nicht, aber können wir über den defensiven Breakdown sprechen, der überhaupt zum Schuss von Oblinger führt? Oder das Duell, welches Ramage vor dem Tor gegen Sill verliert?
    Klar verspringt ihm die Scheibe hinter dem Tor, was zum Puckgewinn der Kölner und letztlich zum 1:2 führt, aber warum attackiert Sheppard Mo.Müller nur halbherzig und blockt nicht den Schuss? Wenn es McKiernan schafft Marcel Müller nach vorn zu schieben, hätte er dann auch den Schläger des Stürmers spielen können, um so den Tip des Torschützen zu verhindern?
    Wen verteidigen Braun und McKiernan eigentlich beim Powerplay-Tor zum 1:4 der Haie?
    Es ist mir zu einfach, immer nur auf Dahm zu zeigen, wenn so viel mehr bei einem Gegentor passiert. Ja, ich bin auch der Meinung, dass Dahm zu viel spielt und Franzreb mehr Spielpraxis braucht.
  • Dass Franzreb die Spielpraxis fehlt, sah man Freitag, nachdem er für Dahm zu Beginn des dritten Drittels eingewechselt wurde und auch Sonntag in Schwenningen. Beim Overtime-Siegtor hält er den Schuss der Haie, weiß danach allerdings nicht, wo der Abpraller hingegangen ist. Alle anderen Spieler auf dem Eis wussten wo der Puck ist, nur Franzreb war auf der Suche. Das 3:3 von Bourke in Schwenningen ist ein Aussetzer, den man durchaus auf mangelnde Spielpraxis zurückführen kann.
  • Sebastian Streu absolvierte am Sonntag sein zehntes DEL-Spiel. Gegen Schwenningen gelang ihm sein ersten Tor in der Deutschen Eishockey Liga. Den Treffer von André Rankel bereitete er auch vor und steht somit bei zwei Punkten. Genauso viele Punkte sammelte er in 16 Einsätzen für die Lausitzer Füchse in der DEL2.
  • Von den letzten zehn Spielen haben die Eisbären fünf Spiele gewonnen und fünf Spiele verloren.
    Gegentore bei Niederlagen: 5, 7, 6, 5, 5
    Gegentore bei Siegen: 2, 2, 0, 0, 1
    Tordifferenz bei Niederlagen: -9
    Tordifferenz bei Siegen: +13

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