Eisbären Game Recap 08 – Verpasste Chancen

Die Eisbären Berlin verpassen in den beiden Spielen vor dem Deutschland Cup, die Chance mit sechs Punkten in die Länderspielpause zu gehen. Gegen Nürnberg gewannen sie im Penaltyschießen (3:2). Am Sonntag verloren sie Straubing ein Spiel (3:5), in dem sie lang die bessere Mannschaft waren.

  • Am Donnerstag dominierten die Eisbären über weite Strecken das Duell mit den Thomas Sabo Ice Tigers. Nach 65 Minuten hatten sie insgesamt 72 Schüsse in Richtung Nürnberger Tor abgegeben. 21 Schüsse kamen aus dem Slot (31%). Dennoch gingen die Ice Tigers zunächst durch Fischbuch in Führung. Auch wenn der Schuss leicht verdeckt und für Dahm schwer zu sehen war, so darf dieser Schuss aus diesem Winkel nicht durchrutschen.
  • Leo Pföderl (war nach Fischbuchs Treffer unter Zugzwang) erzielte zur Mitte des Schlussabschnitts den Ausgleich. Am Sonntag legte er einen weiteren Treffer nach. Vielleicht ist nun tatsächlich der Knoten bei Pföderl geplatzt und es ist wie die Jahre zuvor, dass er das erste Viertel der Saison zum Warmwerden braucht.
  • Gegen Nürnberg stand Sean Backman überraschend im Line-Up neben Lapierre und Ortega. Lukas Reichel kam nur als 13. Stürmer zum Einsatz und bekam weniger als fünf Minuten Eiszeit. Sportlich gab es eigentlich keinen Grund, Reichel so wenig spielen zu lassen. Vielleicht war der 17-Jährige angeschlagen und sollte etwas geschont werden, Im Penaltyschießen sorgte er trotzdem für den entscheidenden Treffer.
  • Für Backman war das Spiel am Donnerstag bereits zu Beginn des zweiten Drittels beendet. Nach einem Check von Rylan Schwartz knallte er mit dem Kopf in die Bande. Gestützt von seinen Kollegen und deutlichen Problemen aufzutreten, ging es für Backman in die Kabine. Schwartz musste für zwei Minuten auf die Strafbank. Am Sonntag fiel Backman mit einer Gehirnerschütterung aus.
  • Für mich haben die Schiedsrichter die Situation richtig bewertet. Schwartz Check ist hart, aber nicht rücksichtslos. Er nimmt nicht zusätzlich Anlauf. Backman hat die Scheibe keine Sekunde vorher weggespielt. Schwartz trifft ihn sauber mit der Schulter auf die Brust. Dass die Arme von Schwartz nach dem Kontakt hochgehen, hat mit dem Bewegungsablauf selbst und nicht mit dem Check an sich zu tun. Weder der Ellenbogen noch die Schulter treffen Backman im Gesicht. Der Berliner Stürmer befindet sich in der Rückwärtsbewegung und schießt die Scheibe kurz vor dem Kontakt tief in die Nürnberger Zone. Dabei verlagert er das Gewicht auf ein Bein und kann dem Check wenig entgegensetzen. Da sich beide ca. 2m vor der Bande befinden und Backman in die Bande fällt, war für mich die Entscheidung, nur zwei Minuten gegen Schwartz zu geben, vollkommen korrekt.
  • Landon Ferraro hat jeden seiner bisherigen fünf Scorer-Punkte gegen die Thomas Sabo Ice Tigers gesammelt. In seinem zweiten Spiel für die Eisbären traf er zweimal und bereitete zwei Treffer vor. Am Donnerstag traf er zum dritten Mal.
  • Am Sonntag in Straubing spielten Lapierre und Reichel wieder gemeinsam in einer Reihe. An ihrer Seite wurde Rankel aufgestellt. Die Reihe war über das komplette Spiel sehr auffällig. Gerade bei Rankel fällt der Unterschied auf, wenn er an der Seite von den beiden spielt.
    Aber Pföderl neben Sheppard und Noebels sah sehr gut aus. Die Reihe war verantwortlich für zwei Treffer (wobei ein Tor im Powerplay erzielt wurde, aber die Kombination gemeinsam auf dem Eis stand).
  • Nach 72 Schussversuchen gegen Nürnberg, gab es gegen Straubing 82 Versuche. Unter Versuchen verstehen wir alle Schüsse auf das Straubinger Tor, also auch Schüsse die das Tor verfehlen und geblockt werden. Straubing selbst hatte 49 Versuche. Ein so klares Verhältnis ist bemerkenswert, denn Straubing ist im bisherigen Saisonverlauf mit 57 Prozent bei 5gegen5 das zweibeste Team in Sachen Puckbesitz (Schussverhältnis).
  • Straubing ist auch das beste Team in Unterzahl. Das allerdings noch lange kein Grund, so ein uninspiriertes 5 gegen 3 Powerplay zu spielen.
  • Gerade was die Eisbären im zweiten Drittel zeigten, war defensiv wahrscheinlich die bislang beste Leistung der Eisbären. Nur siebenmal schossen die Tigers im Mittelabschnitt auf das Tor von Sebastian Dahm. Die Eisbären selbst hatten 20 Schüsse auf das Straubinger Tor. Immer wieder unterbrachen sie den Aufbau der Niederbayern durch cleveres Forechecking. In der neutralen Zone standen sie gut in den Passwegen. Die Eisbären waren optimal auf das Straubinger Spiel vorbereitet. Zu dumm, dass sie das starke zweite Drittel durch einen unnötigen Flip durch die neutrale Zone, aus dem Fenster warfen.
  • Auffällig war auch, dass sich die Eisbären am Sonntag scheinbar als Kollektiv dafür entschieden hatten, dass sie mit dem Straubinger Quatsch zwischen den Bullys nichts zu tun haben wollten. Immer wieder gab es ein Grinsen für die Straubinger Spieler, wenn diese versuchten zu provozieren. Fast schon provokativ wollte man sie zu Dummheiten verführen. Klar wurde auf jeden Fall, beide Mannschaften mögen sich nicht. Straubing-Berlin könnte durchaus ein sehr interessantes Playoff-Duell werden.

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