Eisbären Game Recap 04 – Ein Schritt nach vorn

Nachdem die Eisbären Berlin am Mittwoch auch in Iserlohn verloren, gelang am Freitag in Augsburg der erste Auswärtssieg. Am Sonntag machten sie gegen die Straubing Tigers das erste 6-Punkte-Wochenende der Saison perfekt.

  • Fangen wir beim Spiel gegen die Roosters an. Hier stiegen die Eisbären erneut mit unnötigen Strafen zum Spielbeginn ein. Kai Wissmann zu Beginn der zweiten Minute und Maxim Lapierre in der vierten Minute, mussten auf die Strafbank. Ihre zweite Überzahl konnten die Iserlohner nutzen und gingen in Führung. Frühe Strafen bringen das Team immer aus dem Rhythmus bzw. sie kommen erst gar nicht dazu. Immerhin dauerte es gegen Augsburg vier Minuten bis zur ersten Strafe gegen die Eisbären. Am Sonntag gegen Straubing gab es die erste Strafe gegen die Eisbären sogar erst im zweiten Drittel. Fortschritt.
  • Zu viele Strafen waren es in Iserlohn ohnehin. Es sind vor allem wieder jede Menge unnötige Strafen – Beinstellen, Halten, Haken. Strafen, die man durch Schlittschuhlaufen vermeiden kann. ODer eben durch eine saubere Spielweise. Viel zu häufig und das trifft auf alle Spiele der vergangene Woche zu, bringen sich die Eisbären durch Fehlpässe in die Position, in der sie dem Spiel wieder hinterherlaufen müssen.
  • Gegen Iserlohn hatten die Eisbären zwar ein deutliches Chancenplus, aber wie das Bild zeigt (Quelle:DEL.org) kamen viele Berliner Schüsse von der blauen Linie. In Zahlen ausgedrückt kamen 60 Prozent der Schüsse von dort. In der Schlussphase haben die Rooster vor allem darauf bedacht, die knappe Führung zu verteidigen. Daraus folgte, dass sie sich vor ihr Tor zurückzogen. Die Eisbären versuchten durch Schüsse von der blauen Linie, aus Abprallern Chancen zu kreieren. Allerdings fehlte den Eisbären im gesamten Spielverlauf auch die Kreativität Chancen aus dem Slot entstehen zu lassen.
  • Vor dem Spiel gegen Augsburg, gab es einige Veränderungen im Line-Up. Die erste Reihe Sean Backman, James Sheppard und Marcel Noebels wurde zum ersten Mal in dieser Saison auseinander genommen. Noebels rückte in die dritte Reihe zu Leo Pföderl und Louis-Marc Aubry. Austin Ortega übernahm seinen Platz neben Backman und Sheppard. Den Platz von Pföderl neben Lapierre und Lukas Reichel nahm PC Labrie ein. Auch in der Defensive wurden einige Veränderungen vorgenommen. Hier aber vermutlich als Reaktion auf die Ausfall von Constantin Braun. Jonas Müller und John Ramage bilden weiterhin ein Paar, allerdings bildeten am Wochenende Kai Wissmann und Frank Hördler, sowie Florian Kettemer und Ryan McKiernan die anderen zwei Duos.
  • Gegen Augsburg taten sich die Eisbären schwer. Immer wieder kam es zu Puckverlusten im Aufbau. Augsburg war über weite Strecken das bessere Team. 41 Schüsse sah Sebastian Dahm auf sich zukommen und bis auf Einen, konnte er alle anderen abwehren. 41 gegnerische Schüsse sind im Saisonverlauf übrigens bislang der Top-Wert. Bis dahin lag er bei 38 Schüssen des Gegners aus dem Spiel gegen München. Dort hatten die Eisbären allerdings auch selbst 42 Torschüsse, in Augsburg waren es nur 25.
  • Am Sonntag gegen Straubing gelang Ryan McKiernan sein erstes Tor in dieser Saison. Außerdem assistierte er beim Tor Lapierre. Das Spiel gegen die Tigers passt zum Verlauf der Saison für McKiernan in der letzten Woche. In den Spielen am Mittwoch und Freitag schoss er sechsmal aufs Tor. Am Sonntag hatte er fünf Torschüsse. Angesprochen auf die Leistung des Rechtsschützen sagte Headcoach Serge Aubin am Sonntag: “Er hat heute gut gespielt. Er hat sein Spiel einfach gehalten und physisch agiert. Das ist sein Spiel.”
    McKiernan könnte im Saisonverlauf der Spielmacher von der blauen Linie werden, der den Eisbären bislang etwas abgeht. Im Spielaufbau wünscht man sich aber, dass er sich viel häufiger traut den Puck kontrolliert aus der Zone zu befördern. Gegen Straubing gelang es ihm bei acht Versuchen nur zweimal.
  • Die Straubing Tigers kamen am Sonntag mit den besten Special Teams der DEL nach Berlin. 122 Prozent betrug die Summe aus Powerplay und Penalty Kill der Niederbayern. Die Eisbären haben bislang die schlechtesten Special Teams der DEL (82%, Tordifferenz -7). Aber am Sonntag waren sie besser. Ein Powerplay Tor konnten sie erzielen, aber und das ist viel bemerkenswerter, sie blieben in Unterzahl ohne Gegentor. Das Powerplay sieht von außen betrachtet noch nicht rund aus. Das Tor gegen Straubing folgte auf einen schlimmen Turnover der Tigers in der neutralen Zone. Bis auf ein paar Möglichkeiten, war das Powerplay der Tigers allerdings weitgehend ungefährlich.
  • Die Besonderheit am Tor von Sheppard war nicht der Abschluss oder das der Schuss möglicherweise nicht unhaltbar war. Die Besonderheit war für mich, dass Kai Wissmann nach einem langen Wechsel im eigenen Drittel, in dem Straubing viel Druck ausübte, nicht die einfache Variante wählte und die Scheibe einfach hinten rausschoss. Wissmann verzögerte etwas und spielte sie auf Sheppard. Da wohl auch die Straubinger mit einem Dump Wissmanns rechneten, hatte Sheppard einen kleinen Vorteil, den er optimal nutzen konnte.

3 Gedanken zu „Eisbären Game Recap 04 – Ein Schritt nach vorn

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.