Eisbären Game Recap 02 – Not so Special Teams

Nach vier Spieltagen stehen die Eisbären Berlin mit fünf Punkten auf dem 10. Platz der DEL-Tabelle. Nach einem Overtime-Sieg gegen die Kölner Haie, gab es am Sonntag eine 2:4 Niederlage beim EHC RB München. Neben einigen positiven Trends, setzten sich auch einige Probleme der Vorwoche, am zweiten Saisonwochenende fort.

  • Nach dem 0:5 in Bremerhaven gab es vor diesem Wochenende einige Umstellungen. So wählte Serge Aubin gegen Köln zum ersten Mal in dieser die Option mit Sheppard, Aubry, Lapierre und Olver auf der Mittelstürmerposition mit viel Tiefe ins Spiel zu gehen. Sicher auch als Antwort darauf, dass Köln auf Center ähnlich gut aufgestellt ist. Am Freitag hatten die Haie einen gewissen Jon Matsumoto als nominellen vierte Reihe Center auf dem Spielbericht.
    Dazu stellte das Trainerteam Leo Pföderl an die Seite von Lapierre und Reichel, was die beiden bisher besten Einsätze von Pföderl im Eisbären-Trikot zur Folge hatte. (Dazu gleich mehr.) Einzig die Reihe um Sheppard, Noebels und Backman scheint als erste Reihe sicher zu sein.
  • In einem insgesamt engeren Spiel, als es das Schussverhältnis von 46 zu 20 Schüssen aus Sicht der Eisbären verrät, hatten die Eisbären zu Beginn mit dem Kölner Druck große Probleme. Selten gelang es ihnen die Scheibe kontrolliert aus der eigenen Zone zu spielen. Köln war aggressiv und bissig und setzten die Eisbären früh unter Druck. Mit diesem frühen Druck im Aufbau taten sie sich bereits in der Vorbereitung schwer. Derzeit scheint dort noch ein Plan B, der über “Scheibe über die Bande raus chippen” hinaus geht zu fehlen.
  • Köln spielte allerdings nicht konsequent mit diesem Druck. Dies führte allerdings dazu, dass sich beide Mannschaften phasenweise neutralisierten. Es war kein schön anzuschauendes Spiel. Von diesem hatten die Eisbären zwar optisch etwas mehr, die gefährlicheren Chancen hatten lang die Kölner. Allerdings hätten die Eisbären das Spiel mit etwas Glück durchaus auch schon in der regulären Spielzeit gewinnen können.
  • Vielleicht fehlten Lukas Reichel am ersten Wochenende die Tore, um größere Aufmerksamkeit zu bekommen. Vielleicht hat es aber auch dieses Wochenende gegen zwei vom Namen größere Gegner gebraucht. Gegen Köln konnte Reichel seine erste Vorlage in der Deutschen Eishockey Liga verbuchen. Und auch gegen München hätte er durchaus eine Vorlage beim Tor von Pföderl verdient gehabt.
    Lukas Reichel hat das, was vielen Spielern in seinem Alter fehlt und was einige Spieler in ihrer Karriere nie entwickeln. Er kann Situationen für sich selbst kreieren. Er ist nicht darauf angewiesen, dass ihn andere Mitspieler in eine gute Position bringen. Lukas Reichel macht das durch Skating. Er hat ein gutes Gefühl für sich und seine Mitspieler und die Situation auf dem Eis. Er scheut sich nicht davor, an der Bande körperlich angegangen zu werden, wenn er daraus etwas entstehen lassen kann. Mit Lapierre hat er einen optimalen Partner, der in der Defensive die Verantwortung übernimmt. Der aber auch Offensiv immer unterstützt und so auch Räume öffnet. Räume die Pföderl am Wochenende für sich nutzen konnte.
  • Und so ist Pföderl vielleicht doch aktuell das perfekte dritte Puzzlestück neben Reichel und Lapierre. Pföderl kann auf das lauern, was die beiden entstehen lassen. Er kann sich im Rücken der Verteidigung in eine optimale Position bringen. Ortega braucht als selbst dann doch häufiger den Puck am Schläger, was ihn in einer anderen Reihe wichtiger macht.
  • Die Special Teams bleiben weiter das größte Sorgenkind er Eisbären. München konnte die ersten drei Überzahlmöglichkeiten nutzen und entschied somit auch letztlich das Spiel am Sonntag. Das Penalty Kill hat weiter die Probleme, die ich auch letzte Woche beschrieben hatte. Die Abstände zwischen Stürmern und Verteidigern sind zu groß. Die Abstimmung, wann man Druck gegen die Scheibe ausüben will, fehlt noch. Gerade ein so gut eingespieltes Powerplay, wie das der Münchner, weiß das auszunutzen. Klar sehen 67% Unterzahlquote aktuell nicht toll aus, aber es gibt ja noch die Iserlohn Roosters, die nicht einmal die Hälfte ihrer Unterzahlsituationen überstehen (46% PK).
  • Bei den ersten beiden Gegentoren am Sonntag stand Andre Rankel an der Seite von Fabian Dietz in Unterzahl auf dem Eis. Da dies eher suboptimal funktionierte, wurde Rankel daraufhin von Noebels ersetzt. Woher die Idee kam, man könne Rankel in Unterzahl aufs Eis stellen, erschließt sich mir nicht. Ein Blick auf Rankels Spiel im eigenen Drittel bei fünf gegen fünf zeigt, dass er dort nicht seine Stärken hat.
  • Das Powerplay hingegen war am Wochenende in beiden Spielen erfolgreich. Es ist noch nicht angsteinflößend, aber es sorgt für Gefahr. Pföderl als Option für den Direktschuss in PP2 hatte gegen Köln und München seine Momente. Von der ersten Formation um Noebels, Sheppard, Backman, Ortega und McKiernan wünscht man sich, dass sie es häufiger etwas schneller spielen und zum Abschluss kommen.

Bereits am Donnerstag geht es für die Eisbären Berlin in der Deutschen Eishockey Liga mit dem Spiel gegen die Adler Mannheim weiter. Bevor es am Sonntag zum “Klassiker” gegen die Chicago Blackhawks kommt.
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