Die neuen Puzzleteile der Eisbären

Jede Saison ist es die größte Herausforderung des Managements, die Mannschaft gezielt zu verstärken. Hierzu werden die Schwächen der vergangenen Saison analysiert und es wird geschaut, wie Abgänge kompensiert werden können, natürlich in Abhängigkeit der sportlichen Ausrichtung. Pünktlich zum Eisbären-Auftakt beim Magenta Sport Cup beleuchten wir an dieser Stelle, welche “Puzzleteile” der Mannschaft wie weiterhelfen sollen.

Torhüter

Nachdem die Eisbären in der vergangenen zwei Spielzeiten fünf Torhüter verschlissen haben (Cüpper, Franzreb, Poulin, Dahm, Pogge), ist die Devise jetzt klar. Mathias Niederberger wurde als neue und klare Nr. 1 verpflichtet, hinter ihm nimmt Tobias Ancicka die Position des Backup Goalies ein.
Niederberger ist vielleicht sogar der Königstransfer der Eisbären, wurde er vergangene Saison sogar zum DEL Torhüter des Jahres gewählt. In fast allen Torhüterstatistiken führte er die Wertung an. Am beeindruckendsten ist hierbei sein Wert für “Goals Saved Above Average”, die Differenz zwischen kassierten Gegentoren und Gegentoren, die er statistisch hätte kassieren müssen. Er bewahrte die DEG in der vergangenen Saison vor fast 32 weiteren Gegentoren. Seine größte Schwäche, wenn man es so nennen möchte, sind Schüsse aus dem Nahbereich. Somit hängt seine Leistung auch stark von einer kompakten Defensive ab.

Schusspositionen, aus denen Niederberger 2019/2020 seine Gegentore kassierte



Tobias Ancicka wird vermutlich ein ähnliches Schicksal treffen, wie Hendrik Hane vergangene Saison bei der DEG. Hane, ebenfalls ein junges Torhütertalent, kam in Düsseldorf hinter Niederberger auf nur sieben Einsätze.

Verteidigung

In der Verteidigung gibt es mit Stefan Espeland nur einen geplanten Zugang. Mit seiner Verpflichtung soll die Torgefahr der Verteidiger erhöht werden. Nur 15 von 169 Toren erzielte die Eisbären-Defensive in der vergangenen Saison (McKiernan 6 Tore, Hördler 6 Tore, Kettemer, Ramage und Wissmann je 1 Tor). Als Vergleich: Alleine Maury Edwards (Ingolstadt) und Simon Sezemsky (Augsburg) erzielten in der vergangenen Saison jeweils 15 Tore.
Espeland schreckt in seinem Spiel auch nicht davor zurück, vor das gegnerische Tor zu ziehen. Das sieht man auch an den Positionen, aus denen er in der vergangenen Saison seine Tore erzielte.

Schusspositionen, von denen Stefan Espeland 2019/2020 getroffen hat



Mit Leon Gawanke gibt es noch einen weiteren “nicht-geplanten” Zugang in der Verteidigung. Gawanke, der bereits in der U16 und U19 der Eisbären Juniors gespielt hat, ist von den Winnipeg Jets ausgeliehen und soll planmäßig nach Nordamerika zurückkehren, sobald dort die Saisonvorbereitung losgeht. In der vergangenen Spielzeit spielte er seine Rookie Saison in der American Hockey League (AHL) und wurde direkt punktbester Verteidiger der Manitoba Moose, dem Farm Team der Winnipeg Jets. Er bringt alle Voraussetzungen mit, um mittelfristig in der NHL Fuß zu fassen. Er ist groß, kräftig, hat einen gesunden Offensivdrang und schießt mit rechts. Wir sollten den Anblick von Leon Gawanke im Eisbären-Dress genießen, solang wir die Möglichkeit haben. Bei der Ruhe und der Dominanz, die er auf dem Eis ausstrahlt, vergisst man oft, dass auch er erst 21 Jahre alt ist.

Sturm

Die meisten Veränderungen gibt es im Angriff der Eisbären, natürlich auch bedingt durch die Abgänge von James Sheppard (Köln), Louis-Marc Aubry (unbekannt) und Austin Ortega (TPS Turku, Finnland).

Haakon Hänelt ist der nächste “Gitterspieler”, der den Sprung in den DEL Kader schaffen könnte. Er kommt aus der Red Bull Akademie und konnte bereits in den Vorbereitungsspielen und beim Deutschland Cup für das “Top Team Peking” beweisen, dass er durchaus im Männerbereich mithalten kann.

Wie auch Lukas Reichel vor einem Jahr, bekam auch Haakon Hänelt ein C-Rating vom NHL Central Scouting Bureau und steht auf der “Players To Watch” Liste.

Nino Kinder ist wieder zurück bei den Eisbären. Nach seinem Debut im Profikader in der Saison 2018/2019 machte Kinder einen Abstecher in die WHL, in der er für die Winnipeg Ice 21 Punkte in 49 Spielen erzielte. Sowohl Hänelt als auch Kinder sind Investionen in die Zukunft der Eisbären. Gerade mit Blick auf die U23 Regel in der DEL, die für die kommende Saison drei U23 Spieler im Kader vorsieht, um überhaupt mit vollem Kader spielen zu können.



Ein weiterer Zugang ist Parker Tuomie, der bereits über eine längere zeit von Stefan Ustorf gescoutet wurde. Der Sohn des Augsburger Head Coaches Tray Tuomie absolvierte die letzten sieben Spielzeiten in amerikanischen Junioren- und Collegeligen, machte aber auch dort durch seine Leistung auf sich aufmerksam und debütierte 2018 für die Deutsche Nationalmannschaft. Bei den Eisbären wird er eine Rolle in den Top 6 anstreben. Sein Spielstil ist äußerst energetisch und körperbetont, obwohl er mit seinen 1,78m Körpergröße eher klein ausfällt. Mit seinen defensiven Fähigkeiten wird er auch eine Rolle in Unterzahl spielen.

Last but not least Mark Zengerle, der von den Fischtown Pinguins zu den Eisbären wechselte. Zengerle ist ein klassischer Spielmacher, der abschlussstarke Stürmer mit Pässen füttern soll. In seinen beiden Bremerhavenern Spielzeiten glänze er mit jeweils über 30 Assists/Saison. Vor allem das Powerplay wird von seiner Spielweise profitieren, das er voraussichtlich vom linken Bullykreis aus aufziehen wird. In Kombination mit Marcel Noebels, der vergangene Saison recht treffsicher vom rechten Bullykreis aus war, dürfte das eine spannende Kombination werden.

LA Prospects

Zuletzt befassen wir uns mit den Prospects der LA Kings. Aller Voraussicht nach werden die nach der verletzungsbedingten Abreise von Tyler Madden und Alex Turcotte übrig gebliebenen Jacob Ingham (Torwart), Aidan Dudas und Akil Thomas (beide Stürmer) nicht in der DEL zum Einsatz kommen, da sie als Importspieler lizensiert werden müssten. Für den Magenta Sport Cup sind sie allerdings spielberechtigt. Mindestens Dudas und Thomas werden auch zum Auftakt gegen Schwenningen im Lineup der Eisbären stehen. Für die LA Kings ist das natürlich eine feine Sache, bekommen ihre Prospects so in der in Nordamerika spielfreien Zeit Spielpraxis und einen intensiven Trainingsbetrieb. Für die Saisonvorbereitung der Eisbären hat das allerdings einen faden Beigeschmack, da sie Kaderplätze für “reguläre” Eisbären blockieren.

Ein Gedanke zu „Die neuen Puzzleteile der Eisbären

  • 13. November 2020 um 11:22
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    ….die Prospects aus der Stadt der Engel hinterlassen aktuell aus meiner Sicht keinen faden Beigeschmack. Das wäre in einer regulären Saison natürlich so, allerdings sollte man die wirtschaftlichen Aspekt dabei nicht vergessen. Wenn alle Spieler schon auf einen Großteil Ihrer Gehälter verzichten damit überhaupt gespielt werden kann, wäre es in meinen Augen dumm und unverschämt ohne die Gewissheit eines Saisonstarts weitere Spieler zu verpflichten!
    Ich bevorzuge zudem immer zu versuchen das Beste aus dem zu machen was man hat. Dreht man also den Spieß mal um könnten unsere Nachwuchsspieler (und auch Ligaweit) extrem von der Situation profitieren. Auch Ihr sprecht regelmäßig von einer besseren Positionierung des Nachwuchses.
    Wenn sich die Mannschaft zusammenreist ist es auch kein Problem Tobi Ancicka auf mehr als 7 Einsätze zu bringen.
    Und das sollte unbedingt getan werden – in Serge i trust- Auch Niederbergers können sich verletzten.
    Wir haben vergangene Saison etwas beobachten können was seit Jahren überfällig war. Deshalb ist Maxim Lapierre vergangene Saison für mich der Spieler der Mannschaft überhaupt gewesen. Er bringt nicht nur Leistung sondern führt Lukas Reichel als Spitzenmentor.

    Also Take your chance- The Time is now!

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