Zusammenarbeit mit den LA Kings bereits überall spürbar

Wenn uns die Sommerpause bislang eins gezeigt hat, dann das es die LA Kings und die Geschäftsführung der Eisbären Berlin ernst meinen mit dem längst überfälligen Umbruch der Eisbären Berlin.

Es war ein Paukenschlag in der deutschen Eishockey Szene, als Ende Februar bekannt gegeben wurde, dass die LA Kings ab sofort die aktive Führungsrolle bei den Eisbären übernehmen. Der neu formierte Aufsichtsrat unter der Führung von Luc Robitaille verkündete damals auf der Pressekonferenz, dass der zweifache Stanley Cup Sieger nun direkte sportliche und wirtschaftliche Verantwortung übernehmen werde. Diese Verantwortung soll sich neben dem geschäftlichen Bereich, besonders auf das Sportliche konzentrieren. So besteht die Hoffnung, dass die Eisbären die Ressourcen der Kings besonders im Bereich des Scoutings nutzen können.

„Die Ergebnisse der vergangenen Jahre in Berlin waren nicht auf dem Meisterschafts-Niveau, das wir erwarten“, sagte Robitaille im Februar auf der PK. Die Verzahnung der beiden Klubs war auch relativ schnell nach dem Halbfinalaus gegen den späteren Meister aus München spürbar. Der erste Wechsel fand allerdings nicht in der Kabine der Eisbären statt. Stephane Richer übernahm den Job des Sportdirektors von Stefan Ustorf. Die Umsetzung Ustorfs auf den Posten des Leiters für Spielerentwicklung und Scouting, darf durchaus als Degradierung begriffen werden. Mit Clément Jodoin wurde die Position des Co-Trainers mehr als optimal besetzt. Ein Trainer mit der Reputation von Jodoin hätte in Europa sicher ein Team gefunden, welches ihn als Chefcoach engagiert.

Auf dem Eis zeigte sich die Zusammenarbeit vor allem beim ersten gemeinsamen Development Camp der Eisbären und Kings in Berlin. Seit einigen Jahren schicken die Berliner zwar nun schon ein paar ihrer Talente zum Development Camp der Kings nach Los Angeles. (In diesem Jahr waren es beispielsweise Daniel Fischbuch und Kai Wissmann, die für eine Woche am Camp in Kalifornien teilnehmen durften.) Ein Camp im Wellblechpalast gab es bisher allerdings nicht.

Anfang Juni trainierten Talente aus dem DEL-Team, der Eisbären Juniors und einige Spieler aus anderen Mannschaften in Berlin unter Anleitung des Chefausbilders der LA Kings Mike O’Connell sowie die Development-Coaches Glen Murray, Nelson Emerson und Mike Donnelly sowie der beiden Trainer der Eisbären Juniors Steffen Ziesche, Hardy Gensel und Goalie-Coach Sebastian Elwing. An fünf Tagen wurde intensiv auf dem Eis trainiert. Daneben gab es Kraft und Cardio Training mit den Fitness-Trainern des NHL-Team, Video-Coaching und einen Austausch mit Trainern der Eisbären Juniors.

Auf einem Treffen im Fanbogen zeigte sich mit Mike O’Connel durchaus beeindruckt von den gezeigten Leistungen der Camp-Teilnehmer und kündigte groß an, dass es das große Ziel sei, in Berlin zukünftige NHL-Spieler auszubilden. Man könnte es als Marketing-Sprech oder ambitioniert halten, für eine bessere mittel- und langfristige Ausbildung des Eisbären-Nachwuchses können diese Camps ohne Frage sorgen.

Bilder vom #ebbDevCamp (Credit: Christian Baumeier)

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Während des Development Camps gaben die Eisbären auch die ersten Transfers bekannt. Auch hier zeigt sich bereits die Handschrift von Richer und der Einfluss aus Kalifornien. Von Spielern, die seit einiger Zeit in der Kritik standen (Olver, Tallackson) oder hinter ihrem Leistungsniveau zurückblieben (Talbot) wurde sich getrennt. Frisches Blut bekamen die Eisbären durch Thomas Oppenheimer und Martin Buchwieser. Auch die Verpflichtung von Danny Richmond könnte vor allem der schwachen Überzahl des Vorsaison Aufwind geben. Sean Backman kommt direkt aus der Organisation der Kings, die Hoffnung wird sicher groß sein, dass der Stürmer einen besseren Eindruck hinterlässt als Alex Roach, der sich letztlich als Enttäuschung darstellte. Backman und Blake Parlett, der aus Zagreb über Finnland nach Berlin wechselte, sind die üblichen Wundertüten. Also Spieler ohne DEL Erfahrung, die einschlagen können oder bereits nach einem Jahr wieder das Weite suchen. Da wir noch nicht davon ausgehen, dass die Kaderplanung in der Geschäftsstelle abgeschlossen ist, widmen wir uns der Kaderanalyse zu einem späteren Zeitpunkt.

Der Sommer hat also bislang gezeigt, dass die Eisbären den lang überfälligen Umbruch eingeleitet haben. Dennoch sind sie weit davon entfernt ein Meisterschaftsfavorit zu sein. Aber die Entwicklung geht in die richtige Richtung.

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