Warum die Eisbären mit dem Duo Cüpper/Franzreb in die Saison gehen sollten

Fünf Wochen sind seit der Niederlage in Spiel 7 gegen München nun vergangen. Fünf Wochen in denen Uwe Krupp die Eisbären Berlin verlassen hat, Clément Jodoin vom Co-Trainer zum Headcoach befördert wurde. Fünf Wochen in denen bekanntgegeben wurde, dass Verträge von zwölf Spielern verlängert wurden und der Kader für die kommende Saison an sich zusammenbleibt. Fünf Wochen, seit Petri Vehanen seine Karriere beendet hat. Fünf Wochen gefüllt mit Spekulationen und Gerüchten.

Ohne Frage, Petri Vehanen wird den Eisbären fehlen. Zu seiner Verabschiedung haben wir auf Twitter 16 Gifs unter dem Hashtag #FarewellPetri gepostet. Zur Auswahl standen ca. 30 Gifs der Saison 17/18. In der Sichtung der Szenen fiel auch auf, wie oft der Finne dem Team in der abgelaufenen Saison den berühmten Arsch gerettet hat. Klickt auf dem eingebetteten Tweet gern auf das Hashtag und ihr könnt die ausgewählten Highlights nochmal sehen.

Die Lücke die Vehanen hinterlässt ist riesig und wird nur schwer zu füllen sein. Der zukünftige Starter wird ohnehin unfreiwillig mit dem Finnen verglichen, der in vier Saisons mit den Eisbären nur in der Saison 2016/17 eine Fangquote unter 92% hatte. Für einige Wochen existierte das Gerücht, dass Brandon Maxwell nach Berlin wechselt. Auf unsere Nachfrage hin, räumte Maxwell ein, dass noch nichts bei 100% sei. Diese 100% wurden auch nicht mehr erreicht, da Maxwell in Tschechien bleibt und zu Mountfield HK wechselt. Das stärkt die Hoffnung, dass die Eisbären auf der Goalie-Position Mut haben und mit Marvin Cüpper und Maximilian Franzreb in die Saison gehen. Mit Tobias Ancicka als dritte Option.

Sicher es ist ein Risiko mit dem jüngsten Torhüterduo der Liga in die Saison zu gehen, aber für mich ist es ein Risiko welches sich lohnt in Kauf genommen zu werden. Die Art, wie Cüpper (24) und Franzreb (21) in den vergangenen Jahren entwickelt wurden, deutet für mich darauf hin, dass die Eisbären mit den beiden mittelfristig ohnehin im DEL Team planen.

Franzreb kam 2016 von den Hamburg Freezers nach Berlin. Ein Jahr zuvor kam Cüpper aus Nordamerika. Bevor Cüpper in den vergangene zwei Jahren als fester Back Up im DEL Team eingesetzt wurde, spielte er zunächst eine Saison in der DEL2. Franzreb spielte in den vergangen zwei Spielzeiten, bis auf fünf Spiele, komplett in der zweiten Liga.

In Nordamerika ist es nicht unüblich, dass Teams ihre zukünftigen Starter nicht im NHL Team haben. Talente, mit der Aussicht auf den Posten als Nummer 1 in der ersten Mannschaft, werden in der Regel im Farmteam auf dieser Position entwickelt. Vor allem die mentale Vorbereitung und die Fitness variieren zwischen Back Up und Starter sehr. So kommt es nicht selten vor, dass wenn sich ein Starter aus dem NHL Team verletzt und länger ausfällt, der Back Up des Farmteams in die NHL berufen wird und dort auch als Erstatz Nummer Eins eingesetzt wird.

Franzreb war in den letzten zwei Jahren die Nummer Eins in Weißwasser, auch wenn die Lausitzer Füchse in der Saison 2016/17 mit ihm und Konstantin Kessler eine Art 1A/1B Variante hatten (Kessler spielte 20 Spiele, Franzreb 29). In der abgelaufenen Saison stand Franzreb 45 Mal auf dem Eis und wie ihr in Christians Prospect Reports lesen konntet, hat er sich im Verlauf der Saison stetig verbessert. Cüpper spielte in den vergangen zwei Jahren nur 26 Spiele, davon allerdings 18 in der vergangenen Saison. Seine Fangquote von 92,4% in der abgelaufenen Spielzeit kann sich sehen lassen.

Ich habe generell mal einen Blick auf die Statistiken der beiden seit der Saison 2015/16 geschaut. Dabei habe ich festgestellt, dass beide eine Fangquote von 90,8% über diesen Zeitraum haben. Wobei Franzreb fast dreißig Spiele mehr absolvierte und ca. 1000 Schüsse mehr auf sein Tor bekam. Sicher der Vergleich ist schwierig, wie wertet man die 91,1% Fangquote der vergangenen Saison von Franzreb, bei einem mittelmäßigen Team in der DEL2, gegen die 92,4% von Cüpper hinter der Defensive eines Meisterkandidaten. Ohne Zweifel, Cüpper hat den Vorteil, dass er die vergangenen Jahre an der Seite von Vehanen trainieren konnte und sich vom Finnen sicher einiges Abschauen konnte. Franzreb hat jedoch den Vorteil, dass er in den letzten Jahren mehr Spiele absolviert hat und somit auch mehr Game Action gesehen hat. Für beide spricht der Vorteil, dass sie mit Sebastian Elwing nun das zweite Jahr in Folge einen dauerhaften Goalie-Coach haben werden. Diesen „Luxus“ hatten nicht alle Torhüter in der jüngeren Eisbären-Vergangenheit.

Für mich ist es das Risiko wert, auf die beiden zu setzen. Vielleicht auch in einer 1A/1B Variante, in der Cüpper 23 Spiele bekommt. Die zusätzliche A-Lizenz, die damit frei wird, kann gern in einen Stürmer oder Verteidiger investiert werden. Was denkt ihr, sollten die Eisbären einen Torwart verpflichten oder seid ihr auch bereit das kleine Risiko in Kauf zu nehmen und würdet Cüpper/Franzreb eine Chance geben?

Ein Gedanke zu „Warum die Eisbären mit dem Duo Cüpper/Franzreb in die Saison gehen sollten

  • 4. Juni 2018 um 21:38
    Permalink

    Wer so etwas vor hat, steht neben den Schuhen.
    Die Konkurenz lacht sich dann tot.
    Das geht gar nicht.
    Eine Dauerkarten braucht man dann nicht mehr …

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