Saisonvorschau 2017/2018 – Stürmer

In wenigen Tagen beginnt die DEL Saison 2017/18, dementsprechend widmen wir die komplette Woche der Analyse des Eisbären Teams der kommenden Spielzeit.
Am Montag haben haben wir uns bereits den Torhütern gewidmet. Dienstag warfen wir einen Blick auf die Verteidigung und heute wollen wir uns mit dem Angriff der Berliner beschäftigen. Am Donnerstag schauen wir auf das Team rund um das Team und am Freitag gibt es dann die Saison-Prognose.

Im diesem Sommer begann ein lang überfälliger Umbruch des Kaders der Eisbären Berlin. Von einigen vergangenen Leistungsträgern wurde sich getrennt – u.a. verließen Darin Olver (Ingolstadt) und Julian Talbot (Klagenfurt) die Hauptstadt. Außerdem wurde an der Tiefe des Sturms gearbeitet. Gerade diese Tiefe fehlte den Eisbären in der vergangenen Saison, was sich besonders nach Verletzungen einiger Leistungsträger (Petersen, Noebels) bemerkbar machte. Ein Vorteil dieser Tiefe ist es auch, dass nun wieder ein stärkerer interner Leistungsdruck bemerkbar macht, auch das fehlte dem Rekordmeister in den letzten Jahren. Schauen wir nun auf die Spieler im Einzelnen:

8 Nick Petersen:

Petersen geht in seine zweite Saison im Eisbären-Trikot. War in der letzten Saison bis zu seiner Gehirnerschütterung Top-Scorer der Liga. Mit 35 Punkten sammelte er die meisten des Teams. Nach der Verletzungspause hatte es Petersen schwer wieder in den Rhythmus zu kommen. Darunter litt auch die Produktion von Darin Olver. In der Vorbereitung spielte er häufig an der Seite von Aubry und Noebels – auf dem Papier ist das die Top-Reihe der Eisbären, sie zeigte aber in der Vorbereitung, dass sie noch ein wenig Zeit benötigt. Petersen könnte Anfang 2018 für Team Canada bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang auflaufen.

15 Chalie Jahnke:

Der 19-Jährige pendelte in der vergangenen Saison zwischen der DEL, DEL2, DNL und der Oberliga. Nach bestandenem Abitur geht Jahnke nun in seine erste professionelle Saison. Bisher konnte er in allen Spielklassen überzeugen, nur für die DEL scheint das körperliche Defizit noch zu groß zu sein. Er wird in erster Linie in der DEL2 für die Lausitzer Füchse zum Einsatz kommen. In der Vorbereitung gelang ihm ein sehenswerter Treffer im Spiel gegen die Eisbären. Generell gilt: #FreeCharlie

16 Vincent Hessler:

Auch Hessler kam in der letzten Saison in vier verschiedenen Ligen zum Einsatz. Er wird ebenfalls per Förderlizenz in der Lausitz zum Einsatz kommen und soll dort den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. Jessler und Jahnke waren in der DNL ein dominantes Duo und den beiden gehört sicher die Zukunft in der Offensive der Eisbären.

17 Jamie MacQueen:

Die erste Saison des 29-jährigen Kanadiers, war ein Auf- und Ab. Mit vielen Vorschusslorbeeren wechselte MacQueen vor der letzten Saison aus der DEL2 zu den Eisbären. Vielleicht war der Druck für den viertbesten Berliner Scorer der letzten Saison dann doch etwas zu groß. Für die Tiefe des Kaders ist #GodSaveMacQueen allerdings sehr wichtig. Besonders das gern zitierte Secondary Scoring, also die Produktion aus Reihe drei und vier, kann den Unterschied im Saisonverlauf ausmachen.

23 Thomas Oppenheimer: 

Quasi im Tausch für Darin Olver wechselte Oppenheimer im Sommer von Ingolstadt nach Berlin. Der Rechtsschütze sammelte in den letzten Jahren stets konstant über 30 Punkte. Wobei er immer mehr Tore als Vorlagen auf sein Konto packte. Mit Oppenheimer wird die Offensive der Eisbären etwas schneller und gefährlicher. In der Vorbereitung wurde der Bayer in der Regel neben Florian Busch und Martin Buchwieser eingesetzt – eine Reihe, die im Saisonverlauf eine sehr torgefährliche Zwei-Wege-Reihe werden kann, die der Top-Reihe den Rücken freihalten kann.

24 André Rankel:

„O‘ Captain, mein Captain“ – Rankel geht in seine fünfte Saison als Kapitän des Rekordmeisters. Der 32-Jährige Linksschütze spielte im letzten Jahr die schwächste Runde seit der Saison 2004/05. Rankel ist seit einigen Jahren nicht mehr der Go-to-Guy in der Offensive der Eisbären und vielleicht ist es genau die Umstellung auf eine andere Rolle im System Krupp, die ihm schwer fällt. Seinen offensiven Instinkt hat er jedenfalls nicht verloren, auch wenn ihm in der letzten Saison das Schussglück fehlte.

26 Florian Busch:

Auch Busch musste in den letzten Jahren eine Wandlung durchlaufen. Dabei gelang es ihm besser als Rankel, sich neu zu erfinden. Mittlerweile ist der Ur-Bayer eher als Arbeiter und Zwei-Wege-Stürmer bekannt. Dabei hat er seinen Spielwitz und sein Spielverständnis nicht verloren. Es gibt sicher nicht viele Flügelstürmer, die in der späten Phase ihrer Karriere zum Center umgeschult werden und dabei überzeugen können. Die neue Bayern-Connection mit Buchwieser und Oppenheimer kann Busch allerdings dabei helfen, in der kommenden Saison auch wieder mehr Punkte zu sammeln.

41 Louis-Marc Aubry:

Aubry wechselte in der vergangenen Saison erst spät an die Spree. Der 1,93m große Center konnte allerdings auf Anhieb überzeugen. Als er sich in den Playoffs am Knöchel verletzte, war sein Fehlen spürbar. Aubry wird in der kommenden Saison eine größere Rolle einnehmen müssen. Bislang spielte er in der Vorbereitung zwischen Noebels und Petersen in der ersten Reihe.

52 Sven Ziegler:

Der 23-Jährige Rechtsschütze hat sich in den letzten Jahren zu einem wertvollen Rollenspieler im Kader der Eisbären entwickelt. Seine vergangene Saison wurde durch eine Schulterverletzung frühzeitig beendet. In der kommenden Spielzeit wird Ziegler um jeden Einsatz kämpfen und sich jede Minute verdienen müssen. Denn das ist das Problem (auch mit wertvollen) Rollenspielern – sie sind häufig leicht ersetzbar.

56 Martin Buchwieser:

Etwas verspätet wechselte Martin Buchwieser im Sommer nach Berlin. In seiner Karriere stand er schon einige Mal vor einem Wechsel in die Hauptstadt. Zuletzt wurde er im Sommer letzten Jahres, nach dem Aus der Hamburg Freezers, mit den Eisbären in Verbindung gebracht. Buchwieser arbeitet Eishockey – das sieht nicht immer schön aus, erfüllt aber seinen Zweck und ist in der Kombination mit Busch und Oppenheimer sehr vielversprechend.

61 Sean Backman:

Der 31-Jährige Stürmer war die erste Neuverpflichtung der Eisbären in diesem Sommer. Backman spielte zuletzt in der AHL bei den Ontario Reign – dem Farmteam der LA Kings. Der schnelle Flügelstürmer ist noch eine kleine Unbekannte. Er verletzte sich früh in der Saisonvorbereitung und konnte erst bei den Testspielen in Graz am vergangenen Wochenende auflaufen. Backman könnte für das Secondary Scoring sorgen, welches in der letzten Saison häufig fehlte.

77 Daniel Fischbuch:

Fischbuch war in der letzten Saison eine positive Überraschung. Das Tempo und die Vielseitigkeit sind seine großen Stärken. Zu Saisonbeginn profitierte er sehr davon, an der Seite von Petersen und Olver spielen zu dürfen. Seine Produktion ließ etwas nach, nachdem er nicht mehr in einer Reihe mit den beiden spielte. Fischbuch wird auch in der kommenden Saison eher für Tiefe im Kader sorgen, kann aber bei Bedarf auch in höheren Reihen zum Einsatz kommen.

88 James Sheppard:

Die Verpflichtung des 29-Jährigen Centers war durchaus überraschend. Sheppard wechselte aus der Schweiz von den Kloten Flyers zu den Eisbären. In seiner Vita stehen allerdings auch über 400 NHL Spiele. Viele bezeichnen den Kanadier bereits als Königstransfer des Sommers. Wenn sich Sheppard schnell an das System der Eisbären und die DEL gewöhnt kann er das durchaus werden.

91 Mark Olver:

Nach seinem kurzen Gastspiel für die Eisbären in der Saison 2015/16, kehrte Mark Olver mit der Hoffnung nach Nordamerika zurück, sich einen Platz in der Organisation der Vegas Golden Knights zu erspielen. Damit hatte er sich offenbar etwas verpokert. Der Kontakt zum drei Jahre jüngeren Olver-Bruder ist während der letzten Saison jedenfalls nicht abgerissen. In der Vorbereitung spielte Olver meist in einer Reihe mit Jamie MacQueen – die beiden kennen sich bereits aus der gemeinsamen Zeit bei den Lake Erie Monsters.

92 Marcel Noebels:

Aufgrund einer Knieverletzung kam Noebels in der letzten Saison nur auf 19 Spiele (davon 14 in den Playoffs). Noebels besitzt hervorragende technische Möglichkeiten, manchmal wünscht man sich jedoch, er würde auch mal ein wenig eigensinniger agieren. Der 25-Jährige entwickelte sich in den zweieinhalb Jahren, die er jetzt in Berlin spielt zum absoluten Führungsspieler. Welchen Stellenwert Marcel Noebels für die Eisbären hat, zeigt die langfristige Vertragsverlängerung bis 2022, die er im Februar diesen Jahres unterschrieb. Zu einem Zeitpunkt, als er sich noch mitten in der Reha befand.

Mögliche Kombinationen:

Noebels – Aubry – Petersen

Oppenheimer – Busch – Buchwieser

MacQueen – Sheppard – Backman

Rankel – Olver – Fischbuch/Ziegler

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