Offensive Tiefe als Schlüssel zum Erfolg

Vieles ist anders bei den Eisbären in dieser Saison. Der lang überfällige Umbruch im Sommer trägt seine ersten Früchte und könnte schon in der ersten Saison zum großen Erfolg führen. Wie ich schon zu Saisonbeginn im der Vorschau auf die Offensive der Eisbären schrieb die Berliner haben in dieser Saison vor allem die Tiefe im Sturm, die in der Vergangenheit fehlte.

Sechs Stürmer hatten am Ende der Hauptrunde über 30 Punkte auf dem Konto. Mit Jamie MacQueen wurde ein Spieler aus der nominell dritten Sturmreihe mit 22 Toren und 35 Punkten drittbester Scorer der Eisbären. Es ist genau diese Tiefe, die durch alle Sturmreihen gehen muss, die es nicht nur für eine erfolgreiche Hauptrunde braucht, sondern auch für erfolgreiche Playoffs. Besonders in einem Finale gegen den Meister der letzten zwei Jahre, der in beiden Finalserien nur ein Spiel verlor. Auch wenn es wie eine Phrase klingt, gegen München brauchst du mehr als nur eine gute Sturmreihe, um sie viermal zu schlagen.

Louis-Marc Aubry und Marcel Noebels haben die ersten zehn Playoff-Spiele am Stück gepunktet. Erst in Spiel 6 gegen Nürnberg endete die Serie der beiden, mit der sie den Rekord von Stefan Ustorf einstellten. Aubry hat mit seinem Tor im ersten Spiel gegen München, den Tor-Rekord von Ustorf gebrochen. 17 Punkte hat Aubry bereits sammeln können, bei Noebels – der in den letzten drei Spielen ohne Punkte blieb – sind es bereits 13. In der Reihe fällt Rankel mit sieben Punkten zwar punktetechnisch etwas ab, aber lasst euch nicht von seiner Ausbeute täuschen. Ich bin niemand der Rankel unendlich in den Himmel lobt, aber was er in den Playoffs 2018 gegen die Scheibe arbeitet ist wirklich stark. Generell ist es das, was mich an der RAN-Reihe am meisten beeindruckt. Etliche Scheiben erarbeiten sie sich hinter dem Tor und in den Ecken selbst. Daraus kreieren sie sich immer und immer wieder Chancen. Rankel ist dabei meist der erste Spieler im Forecheck.


Fast schon unbeachtet, hat sich Nick Petersen in den letzten vier Spielen an die Spitze der DEL Topscorer-Wertung gepunktet. In den letzten vier Spielen sammelte Petersen zehn Punkte. Schon während der Serien von Aubry und Noebels traf Petersen in vier Spielen am Stück. Mit neun Toren teilt er sich teamintern den ersten Platz mit Aubry. Seine zehn Vorlagen sind Ligabestwert. Interessanter Funfact zu den Assists von Petersen, sieben seiner Vorlagen sind Primary-Assist, also der letzte Pass vor einem Tor. Oft kann es ja etwas zu verspielt wirken, was Petersen macht, aber vielleicht sind das auch nur die Instinkte eines Spielmachers – nicht immer den guten Pass zu spielen, sondern den besten. In der Hauptrunde waren übrigens 17 seiner 27 Vorlagen die erste Vorlage.


Dass Sean Backman in den ersten beiden Spielen gegen München treffen konnte, ist ein sehr gutes Zeichen. Die Eisbären brauchen ihren Top-Scorer der Hauptrunde, um die Bayern noch dreimal zu schlagen. Sheppard, der in der Serie gegen Nürnberg großartig spielte, aber vor allem defensiv gefordert wurde, konnte auch in den letzten vier Spielen punkten. Ebenfalls seit vier Spielen mit je mindestens einen Punkt sind Mark Olver und Jamie MacQueen. Bei Olver sind darunter die beiden entscheidenden Tore gegen Nürnberg in Spiel fünf und sechs.


Als Backman also nach Spiel 2 am Sonntag davon sprach, dass die Eisbären weiter gute Chancen haben, die Serie zu gewinnen, dann war das keine hohle Phrase. Die Eisbären sind Offensiv so tief besetzt wie schon lange nicht mehr und das zeigt sich aktuell in den Playoffs und kann sich im Verlauf der Finalserie noch als wichtiger Schlüssel erweisen.

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