Nick Petersens Kreativität ist nur schwer zu ersetzen

Seit gestern Mittag ist es also offiziell. Nick Petersen verlässt die Eisbären Berlin. Jedoch wird er nicht, wie es in einigen Gerüchten hieß, in die KHL wechseln. Der Kanadier wechselt nach Österreich und wird in der kommenden Saison für den Klagenfurter AC in der Erste Bank Eishockey Liga auflaufen. Der Wechsel in die EBEL ist nach den Gerüchten um Dinamo Riga sicher überraschend, allerdings berichteten österreichische Medien bereits vor ein paar Wochen über einen möglichen Wechsel des 28-Jährigen nach Klagenfurt. Dass Nick Petersen die Eisbären nach der Saison möglicherweise verlassen wird, deutete sich allerdings schon im Verlauf der Hauptrunde an. Bereits im Winter gab es Gerüchte, die Petersen mit Mannheim und München in Verbindung brachten.

Petersen sammelte in 238 DEL Spielen 206 Punkte, dazu kommen nochmal 36 Punkte in 40 Playoff-Spielen. Seit Petersens DEL-Debüt 2013, hat nur mit Steven Reinprecht nur ein ausländischer Spieler mehr Punkte gesammelt. So steht es zumindest in der Pressemitteilung aus Klagenfurt, der wir gern glauben, #FakeNews gibt es im Internet doch nicht, oder? Für die Eisbären lief Petersen zwei Spielzeiten insgesamt 93 Mal auf. Er erzielte 29 Tore und bereitete 49 Treffer vor (78 Punkte). Die Playoffs 2018 konnte er mit 22 Punkten als Topscorer beenden.

Petersen wurde während seiner Zeit bei den Eisbären gern kritisiert. Hauptsächlich ging es dabei um Scheibenverluste, weil er schlechte Pässe spielte oder zu lang brauchte, um sich vom Puck zu trennen. Mehr Tore hätte er auch schießen müssen. Vielleicht wurde Nick Petersen aber einfach nicht als der Spieler betrachtet, der er ist. Der Kanadier war einer der kreativsten Spieler der letzten Jahre. Ein klassischer Spielmacher, den die Eisbären nur schwer ersetzen können.


Eine Sache, auf die ich in dieser Saison besonders geschaut habe, war die Verteilung der Punkte der Eisbären Spieler. Ich wollte vor allem wissen, wie oft ein Spieler die erste Vorlage zu einem Tor gegeben hat. Dabei hat sich mein Eindruck zu Nick Petersen bestätigt. 17 seiner 27 Vorlagen waren ein s.g. Primary Assist, also der letzte Pass vor einem Tor führte. Neun dieser Primary Assists waren übrigens Vorlagen zu Toren von Sean Backman. Petersen hatte also einen großen Anteil daran, dass die Reihe mit ihm, Backman und James Sheppard so gut funktionierte. Warum diese Reihe in den Playoffs meist als dritte Reihe in der Rotation aufs Eis ging, war für mich bis zuletzt unverständlich. Zumal Petersen in den Playoffs in vier Spielen am Stück traf und anschließend eine Punkteserie über sechs Spiele startete, in der er zwölf Punkte sammelte. Die Serie endete in Spiel 5 gegen München. Zwei Drittel seiner Playoff-Vorlagen (acht von zwölf) waren Primary Assists.


Es wird schwer für die Eisbären, diese Kreativität zu ersetzen. Im Kader sehe ich momentan keinen Spieler, der seine Rolle in der Reihe neben Sheppard und Backman übernehmen könnte. Auf dem Papier könnte Mathis Olimb dieser Ersatz sein. Über den Norweger gab es zuletzt Gerüchte, bzgl. eines möglichen Wechsels nach Berlin. Ob er es denn tatsächlich ist, dass wird sich erst in der kommenden Saison zeigen, wenn er denn wirklich nach Berlin wechselt.

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.