Ex-Eisbären Stürmer Jeff Friesen spricht in einer TSN-Dokumentation über Schmerzmittel und Cannabis

Anlässlich der Legalisierung von Cannabis oder auch Marihuana in Kanada, zeigt der kanadische Sender TSN die dreiteilige Dokumentation „Legalized“ über Cannabisnutzung von Sportler:Innen.
Teil 1 beschäftigt sich mit dem Abbau von Vorurteilen durch Kampagnenarbeit. Ehemalige NHL Spieler wie Ex-Flyers Spieler Riley Cote referieren über die Vorteile von Cannabis als Schmerzmittel und Angstlöser. Er ist Teil der Organisation Athletes 4 Care, die sich für die Entstigmatisierung von Cannabis als Medikament für Sportler einsetzt. athletesforcare.org
Viele NHL Profis greifen auf verschreibungspflichtige Schmerzmittel, Angstlöser, Anti-Depressiva und andere starke Medikamente zurück um weiterhin am Spielbetrieb teilnehmen zu können. Teilweise handelt es sich dabei um stark abhängig machende Medikamente auf Opiatbasis mit starken Nebenwirkungen die durch die Vermischung verschiedener Medikamente verstärkt werden. Trauriges Beispiel für die Nachteile der Medikamentencocktails ist New York Rangers Spieler Derek Boogaard, der 2011 an einer Überdosierung starb.
Cannabis ersetzt diese Medikamente teilweise oder sogar vollständig, hat dabei jedoch einen Nachteil. Cannabis hat den Ruf einer illegalen Droge und wird daher bei der ärztlichen Behandlung nicht als Medikament in Erwägung gezogen. Dabei würde die Nutzung von Marihuana in der NHL keine negativen Folgen wie Strafen oder Spielausschlüsse haben. Lediglich ein hoher Konsum der Droge würde dazu führen, dass Spieler an einem Anti-Drogen-Programm teilnehmen müssten.

Im zweiten Teil der Doku kommt ein alter Bekannter zu Wort. Ex-Eisbären-Spieler Jeff Friesen, der mit den New Jersey Devils den Stanley Cup gewann, spricht über seine Erfahrungen mit Schmerzmitteln, Schlaftabletten und angstlösenden Medikamenten und wie Marihuana ihm half all diese Medikamente abzusetzen. Nach einer Verletzung im Jahr 2005 begann seine Tortur. Friesen benötigte sechs verschreibungspflichtige Medikamente um schmerzfrei Eishockey spielen zu können. Die Tabletten hatten schwere Nebenwirkungen, Friesen fand jedoch nie wieder zu seiner alten Form zurück. Nach einer Saison ohne Team (2008/2009) wechselte Friesen nach Europa zu den Eisbären und blieb zwei Spielzeiten. Er beschreibt wie froh er war, eine Möglichkeit gefunden zu haben die verschreibungspflichtigen Pillen abzusetzen bis die Teamärzte ihm mitteilten, dass er mit Cannabis aufhören muss um weiter spielen zu können. Friesen entschied sich, früher als eigentlich beabsichtigt seine (NHL-)Karriere zu beenden.

Jeff Friesens Zerrissenheit zwischen der eigenen Gesundheit und der Ausübung des Eishockeysports entscheiden zu müssen wird in dieser Doku klar widergespiegelt. Würde es die Stigmatisierung von Cannabis als verbotene Droge nicht geben, wäre es vermutlich für einige Sportler:Innen möglich, schmerzfreier und ohne erhebliche Risiken durch Medikamentengebrauch ihren Sport auszuüben.
Im dritten Teil der TSN-Dokumentation wird es über das Business von Ex-Sportler:Innen gehen, die mit Cannabis Geld verdienen wie z.B. Mike Tyson.

Sehen könnt Ihr die 10 minütige Jeff Friesen Doku über folgenden Link:

—> TSN Original: Legalized <—

Danke an die Gastbloggerin Jay für ihren ersten Artikel bei Hauptstadteishockey und Susanne für das Foto.

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