Eisbären Game Recap Viertelfinale Spiel 6 – Aus gegen den Vizemeister

Die Eisbären Berlin verlieren das sechste Viertelfinalspiel gegen RB München 3:4 und scheiden aus den Playoffs aus.

  • Das Spiel begann mit jeweils zwei großen Chancen auf beiden Seiten, danach konnten die Gäste erstmals Druck aufbauen und die frühe Führung erzielen. Im Powerplay glichen die Eisbären durch Sheppard zwar zeitnah wieder aus, spätestens nach dem verschossenen Penalty von Ortega übernahm München die Kontrolle. Mit 1:4 ging es in die erste Pause. Auch zu Beginn des zweiten Drittels bestimmte der Titelverteidiger das Geschehen. Erst als Noebels das 2:4 erzielte, kamen die Eisbären besser in das Spiel. Das 3:4 durch MacQueen, erneut in Überzahl, ließ Hoffnung aufkommen. Diese wurde aber durch München im Schlussabschnitt durch taktisch cleveres Spielen, im Keim erstickt.
  • Nach seinem Ausgleichstor, war James Sheppard gezeichnet. Unter seinem rechten Auge hatte er einen Cut. DuPonts Schuss wurde von Backman abgefälscht, ins Gesicht des Berliner Stürmers. Von dort fiel die Scheibe ins Tor. Ein regulärer Treffer, der von der Pressetribüne an sich sofort als solcher zu erkennen war. Die Schiedsrichter gingen dennoch zum Videobeweis, denn Sheppard hätte den Puck, den er gar nicht hat kommen sehen, ja aktiv ins Tor köpfen können. Es blieb nicht das einzige Mal, dass die Schiedsrichter in dem Spiel etwas unglücklich agierten, daher möchte ich den großartigen Sebastian Böhm zitieren “Schiedsrichter sind Menschen. Menschen machen Fehler.” (Schöne Grüße nach Nürnberg)
  • Zu Beginn der Serie war vor allem das Penaltykilling der Eisbären eine große Stärke und auch ein Grund, weshalb sie über die ersten zwei Spiele in der Summe die bessere Mannschaft waren. Im sechsten Spiel traf München innerhalb von einer Minute zweimal im Powerplay. Zunächst Wolf per One-Timer bei 5 gegen 3 und kurz darauf verwertete Shugg einen Abpraller. Bei beiden Gegentreffern war die Berliner Unterzahl nicht so aktiv, wie zu Beginn der Serie. Bei doppelter Unterzahl ist es nicht unüblich, die Box sehr klein zu halten. Der Passweg für Seidenberg auf Wolf war dennoch zu offen. Kurz darauf waren sich Buchwieser und Noebels nicht einig. Glück war dann auch dabei, weil die Scheibe von Ehliz’ Schienbein genau auf den Schläger von Shugg springt.
  • Vor dem 2:4 durch Noebels hatte München ganz klar sechs Feldspieler auf dem Eis. Eder befand sich bereits an der eigenen blauen Linie, als ihm der Fehler auffiel. Er drehte ab und fuhr schnell wieder zurück zur Bank. Ein Pfiff blieb allerdings aus. Eine Strafe war ebenfalls nicht angezeigt und dennoch verließ Kevin Poulin sein Tor und fuhr zur Berliner Spielerbank. Ein sechster Spieler kam für ihn allerdings nicht aufs Eis und da es sich ja auch nicht um eine “angezeigte Strafe” handelte und München durchaus ein Tor hätte schießen können, begab er sich wieder zurück in sein Tor. Als er die blaue Linie passierte, traf Noebels vorn. Diskussionen gab es danach. Richer beschwerte sich sicher, weil die Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis ausblieb. Geschenkt, da Noebels traf. Für München gab es vermutlich Diskussionsbedarf, da Poulin die Mittellinie überquerte, ohne einen Wechsel zu vollziehen. In der NHL gibt es eine entsprechende Regel, die es Torhüter verbietet, den Puck hinter der Mittellinie zu spielen oder anders auf das Spiel Einfluss zu nehmen. Im Regelbuch der Deutschen Eishockey Liga findet sich dazu allerdings kein Eintrag. Seht es mir nacht, im IIHF Regelwerk habe ich nicht nachgeschaut.
  • André Rankel sprach nach dem Spiel davon, dass die Art, wie die Eisbären gegen München ausgeschieden sind, ein Spiegelbild der Saison war. Die Aussage blieb mir im Kopf, ließ mich nachdenken. Wie in der Hauptrunde haben sich die Eisbären im sechsten Viertelfinale in eine Situation gebracht, aus der es schwer war, wieder herauszufinden. 1:4 nach 20 Minute gegen München ist ein hartes Pflaster. Es waren letztlich aber viele Kleinigkeiten, die in der Summe dazu führten. Das leidige Thema der unnötigen Strafzeiten, um nur ein Beispiel zu nennen. Der Bandcheck von Fischbuch, der zu der doppelten Überzahl führte, in der München das Spiel quasi entschied.
  • Man muss aber auch sagen, dass München etwa 50 Minuten ein nahezu perfektes Spiel gezeigt hat. Mit der deutlichen Führung im Rücken, verteidigten sie es clever, hielten die Eisbären außen und ließen kaum Großchancen zu. Zur Mitte des zweiten Drittels wurden sie dann etwas zu passiv und gaben so den Berlinern erst die Möglichkeit wieder ran zu kommen. Wie sie dann aus der zweiten Pause kamen und Druck ausübten, war allerdings beeindruckend. Über acht neun Minuten fanden die Eisbären kein Mittel, gegen den Forecheck der Münchner.
  • Immer dann, wenn das Gefühl entstand, dass die Eisbären dran sind, kam München mit der besseren Antwort. Um München zu ärgern, mussten die Eisbären Top-Eishockey spielen. So nah, wie in der letzten Saison, waren sie dennoch nicht. München spielt mit der Abgezocktheit des Meisters der letzten drei Jahre. Die Eisbären haben aber auch gezeigt, dass München in diesem Jahr verwundbar ist. Meisterfavorit sind für mich, auch nach dem, was ich im Viertelfinale sehen konnte, immer noch die Adler Mannheim. Von den anderen verbliebenen Mannschaften, hat mich München noch am meisten überzeugt. Und somit Glückwunsch zur Vizemeisterschaft.

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