Eisbären Game Recap Viertelfinale Spiel 4 – Ein Schlag ins Gesicht

Die Eisbären Berlin verlieren das vierte Spiel der Viertelfinalserie gegen RB München 2:5 und liegen liegen in der Best-of-Seven Serie 1:3 nach Spielen hinten. Die nächste Niederlage bedeutet das Ende der Saison.

Ungewöhnlich lang war die Pause zwischen Spiel 3 und Spiel 4. In dieser Saison experimentiert die Deutsche Eishockey Liga damit, das Viertelfinale und das Halbfinale im selben Rhythmus der Hauptrunde laufen zu lassen. Fünf Tage Pause bedeuten auch, dass beide Mannschaften genug Zeit hatten, kleine Blessuren behandeln zu lassen. Die Pause bedeutet aber auch eine intensivere Vorbereitungsphase auf das nächste Spiel. Die Playoffs sind ja bekanntlich auch die Zeit, in der Video-Coaches besonders scheinen können. Und nachdem München die Eisbären in Spiel 3 über 40 Minuten dominierte, kam ihnen die Pause vielleicht sogar entgegen.

  • Den besseren Start erwischten die Münchner dennoch. Bereits nach 28 Sekunden erzielte Justin Shugg das frühe 0:1. Danach übernahm München die Spielkontrolle und spielte konsequent mit viel Tempo. Den Eisbären gelang es auch in Überzahl nicht wirklich Druck zu erzeugen. München war den entscheidenden Schritt schneller. Wie in der 18. Minute, als Hager in der neutralen Zone den entscheidenden Zweikampf gewann, als die Berliner gerade umschalten wollten. Daraus resultierte eine 3 auf 2 Situation für München, die Boyle mit einem perfekten Schuss vollendete.
  • Wie es gehen kann, zeigten die Eisbären zu Beginn des zweiten Drittels, als sie früher störten und die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie gewinnen konnten und Aus den Birken zu seinem ersten großen Save zwangen. Sie übten diesen Druck aber nicht konsequent aus. In der 34. und 40. Minute erhöhten Mauer und Joslin auf 0:4. Als Ehliz in der 50. Minute den fünften Treffer der Gäste erzielte, war die Messe gelesen. Die Treffer von James Sheppard und André Rankel korrigierten nur ein deutliches Ergebnis.
  • Anders als in den ersten beiden Spielen, lässt sich München durch Härte nicht mehr aus dem Spiel bringen. Viel mehr beherrschen sie in den letzten beiden Duellen das physische Duell. Sie lassen sich auch nicht mehr zu dummen Aktionen hinreißen. Und wenn sie doch mal etwas zu weit gehen, wie in der 27. Minute Aulie gegen Brandon Ranford, dann kann man es meist noch mit “Playoff-Härte” bezeichnen.
  • Auffällig war das Umschalten der Münchner. Bei Scheibenbesitz der Eisbären haben die Gäste sich meist in ein 1-1-3 zurückfallen lassen. Also ein Spieler befindet sich im Forecheck, ein weiterer Stürmer sichert dahinter ab und drei Spieler stehen zwischen Mittel- und blauer Linie in auf gleicher Höhe. Was eher passiv klingt, spielt München in einer aggressiveren Form. Wenn der erste Stürmer Druck Richtung Bande ausüben und den Aufbau der Eisbären in diese Richtung drängen konnte, rückt der zweite Stürmer sofort nach und erzeugt eine Überzahlsituation in Pucknähe. Der dritte Stürmer spekulierte in der Mitte auf den schnellen Pass nach Scheibengewinn. Den Eisbären fiel es schwer, darauf eine Antwort zu finden, da es auch schwer auszurechnen ist, wann der Druck des Forecheckers kommt.
  • Eine weitere Sache, die München aus den ersten drei Spielen gelernt hat, sind die Querpässe der Eisbären, kurz nachdem sie in die Zone des Gegners gekommen sind. In den ersten Spielen hat dies immer wieder geklappt. In Spiel 4 fing München diese Pässe ab. In der Transition, dem Umschaltspiel nach vorn, haben sie es dann einfach und schnell, mit wenigen Pässen in die Zone der Eisbären gespielt und so immer wieder Chancen gehabt. Eine dieser Chancen, die durch solch einen Scheibenverlust entstand, führte zum dritten Treffer von München.
  • Marcel Noebels und James Sheppard stellten sich nach dem Spiel den Fragen der Journalisten. Beide wirkten sehr enttäuscht. Nicht nur auf dem Eis gab es für einige Spieler den Schlag ins Gesicht, beiden merkte man an, dass sie den sprichwörtlich mentalen Schlag ins Gesicht bekommen hatten. Chancen hatten die Eisbären. Sie müssen allerdings auch ihr absolutes Top-Eishockey abrufen, um eine Chance gegen München zu haben. Die nächste Möglichkeit dazu haben sie am Sonntag.

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