Eisbären Game Recap Playoffs Viertelfinale Spiel 2 – Mind Games

Die Eisbären Berlin gewinnen das zweite Viertelfinalspiel gegen RB München mit 4:0 und gleichen die Serie aus.

  • Im Vergleich zum ersten Spiel in München, gab es im Kader der Eisbären nur eine Veränderung. Marvin Cüpper rückte nach überstandenem Bruch seines Jochbeins in den Kader. Er übernahm die Rolle des Back Ups hinter Kevin Poulin. Maximilian Franzreb war hingegen für die Lausitzer Füchse im Einsatz.
  • Das Powerplay der Eisbären sah im zweiten Spiel stark aus. Zum ersten Mal in dieser Saison nutzen sie verschiedene Optionen in Überzahl und sind dadurch weniger berechenbar und vielseitig. Eine Option ist zum Beispiel der Schuss von der blauen Linie, mit Verkehr vor dem Tor. Beim 1:0 verzögerte Micki DuPont clever den Schuss, den Abpraller verwertete Backman aus dem Slot. Hinzu kommen Direktschüsse von den beiden Bully-Kreisen und Pässe von der Grundlinie in den Slot.
  • Auch auffällig war, wie die Eisbären München keine Möglichkeit geben wollten, die Scheibe einfach zu klären – zu sehen beim 3:0 durch Brandon Ranford. Louis-Marc Aubry und Colin Smith üben an der Bande Druck aus und erzwingen den Fehlpass direkt auf Jamie MacQueens Schläger. MacQueen findet mit einem Schuss-Pass Ranford, der die Ruhe hat Danny Aus den Birken auszuspielen.
  • Nachdem es im ersten Spiel recht ruhig blieb, bot Spiel 2 gleich drei Aufreger. Schon früh gab es kleinere Frotzeleien zwischen Aubry und Hager, sowie zwischen Olver und Christensen. Alles nicht so schlimm und eigentlich typisch für die Playoffs. In der 30. Minute sorgte ein Bandencheck von Andreas Eder dafür, dass Sean Backman an der Lippe genäht werden musste. Eder wurde vorzeitig unter die Dusche geschickt. In der Schlussphase sorgte Yannic Seidenberg mit einem Check von Hinten gegen Ortega für den zweiten Aufreger. Wenige Sekunden vor dem Ende durfte auch John Mitchell das Eis verlassen, nach einem Stockendenstoß gegen Daniel Fischbuch.
  • Austin Ortega hat sich bereits in die Köpfe der Münchner gespielt. Es wirkt zumindest so und seine Spielweise gibt dafür auch jeden Grund. Er ist im positiven Sinne bissig. Im Forecheck ist er immer da und lässt die den Gegner, auch wenn er nicht an den Puck kommt, spüren. Er dreht sich aus Checks, ist wendig und schnell. Er nervt seine Gegenspieler, weil er nicht spielt, wie man es bei einem Spieler seiner Körpergröße erwartet. Nach dem Check von Seidenberg stand er mit einem Grinsen im Gesicht auf, weil er wusste, dass er wieder einen seiner Gegenspieler zu einer Dummheit verleiten konnte. Es sind eben auch diese Mind Games, diese psychologischen Spielereien, die in den Playoffs ein großer Faktor sind.
  • Christoph Fetzer nannte mich heute einen “Berufs-Pessimisten”. Das liegt vor allem daran, dass ich dem ganzen noch nicht so ganz traue. München ist noch nicht in dieser Serie angekommen. Das liegt aber auch daran, dass die Eisbären bislang ihr bestes Hockey der Saison spielen. Nimmt man beide Spiele zusammen, waren die Berliner in der Summe bislang das bessere Team. Aber es liegt auch daran, dass München bislang in Überzahl ungefährlich ist und sich zu Aktionen hinreißen lässt, die für den Titelverteidiger untypisch sind (Checks Seidenberg, Eder). Ich gespannt, wie die Eisbären darauf reagieren, wenn München in die Serie findet und sich ihr Spiel nicht nur für wenige Minuten entfaltet.

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