Eisbären Game Recap 21 – Mit sechs Punkten in den Endspurt

Der Hauptrunden-Endspurt der Saison 2018/19 hat am vergangenen Wochenende begonnen und die Eisbären Berlin sicherten sich mit zwei Siegen, wichtige Punkte im Kampf um die Pre-Playoffs.

  • Am Freitag gewannen die Eisbären in Schwennigen mit 5:3. Was auf den ersten Blick nach einem souveränen Sieg aussieht, war letztlich doch ein hartes Stück Arbeit. Zur Mitte des zweiten Drittels hatte Jamie MacQueen das 3:1 aus Berliner Sicht erzielt, als die Wild Wings noch vor der zweiten Drittelpause den Anschlusstreffer erzielten. Zu Beginn des dritten Abschnitts gelang ihnen sogar der 3:3 Ausgleich und die Partie war offen, bis Jens Baxmann in der 48. Minute den Siegtreffer erzielte. Den fünfen Berliner Treffer erzielte Louis-Marc Aubry neun Minuten vor dem Ende.
  • Auch am Sonntag mussten die Eisbären viel für den Erfolg arbeiten. Die Krefeld Pinguinen befinden sich noch immer in Schlagdistanz zu Platz zehn und das obwohl sie erst am Freitag in Wolfsburg eine acht Spiele anhaltende Niederlagenserie beendet hatten. Am Ende setzten sich die Eisbären dank eines tieferen Kaders, guten Special Teams und etwas schauspielerischem Talent mit 6:3 durch und sicherten sich am Wochenende sechs wichtige Punkte.
  • Austin Ortega wurde in der Pause von den Eisbären als Unterstützung nachverpflichtet. In Schweden wollte es für den 1,73m großen Amerikaner nicht wirklich funktionieren. An seinem ersten Wochenende im Trikot des DEL-Rekordmeisters zeigte er viel Positives, aber auch ein paar negative Dinge. Zwei Tore und drei Vorlagen sammelte er in den ersten beiden Spielen. MIt 2,5 Punkten pro Spiel, hat er nach zwei Spielen den besten Schnitt der gesamten DEL. Ok, zwei Spiele sind letztlich noch nicht aussagefähig, aber der Ersteindruck von Ortega ist durchaus gut. Er bringt Geschwindigkeit mit, hat das Auge für seine Mitspieler und vielleicht der entscheidende Faktor: Ortega hat von dem ganzen Mist, der in dieser Saison in Berlin passiert ist, nichts mitbekommen, er kann tatsächlich frei aufspielen.
  • Weniger schön hingegen waren seine zwei Aktionen, die zum 4:3 Überzahl-Tor von MacQueen geführt haben. Zunächst hat er das Haken von Kabanov sehr gut an die Schiedsrichter verkauft und so für die Überzahl spät im Spiel beim Stand von 3:3 gesorgt. Beim Bully direkt zu Beginn des Powerplays lässt er sich nach einem Kontakt, bei dem der Schläger von Noonan nur seine Brust trifft, fallen als sein ihm gerade der Kiefer gebrochen worden. Die Eisbären bekommen eine doppelte Überzahl zugesprochen, MacQueen trifft, das Spiel ist entschieden
  • Mir ist vollkommen bewusst, dass es auch eine Art von Können ist, Schiedsrichter kleinere Fouls zu verkaufen und so gerade in engen Spielen für Powerplays zu sorgen. Daher habe ich auch kein Problem damit, dass er das Haken verkauft und es so zur Strafe gegen Krefeld kommt. Ein großes Problem habe ich mit der zweiten Aktion. Denn zu diese Art Block, wo der Verteidiger beim Bully den Stürmer für einen Moment daran hindert, Richtung Tor zu kommen, kommt bei jedem Bully in der Angriffszone. Dabei ist es auch nicht unüblich, dass der Schläger des Verteidigers zur Brust des Angreifers geht. Noonan macht in der Situationen keinen Cross-Check oder schlägt mit purer Gewalt Richtung Ortega. Er blockt ihn. Ortega verkauft es als sei er am Kinn getroffen worden. Ich kann den Ärger der Krefelder verstehen.
  • Vier Powerplay Tore haben die Eisbären am Wochenende erzielt. Zwei gegen Schwenningen und zwei gegen die Pinguine. Drei dieser Treffer erzielte Jamie MacQueen. Gegen Schwenningen in doppelter Überzahl, wurde er nicht attackiert und konnte sich Strahlmeier ausgucken, gegen Krefeld waren es zwei Direktschüsse, die den Weg ins Tor fanden. Nachdem MacQueen elf Spiele ohne eigenen Treffer blieb und in diesem Jahr noch gar kein Treffer aus dem Spiel heraus erzielen konnte, steht er nun bei insgesamt 19 Treffern. Noch zwei Punkte fehlen ihm, um seine bisherige Punktebestmarke von 35 Punkten aus der Vorsaison zu knacken.
  • Im Spiel gegen Krefeld verletzte sich Florian Busch im ersten Drittel und kam danach nicht zurück. Busch wollte an der eigenen blauen Linie die Scheibe klären, wurde dabei von einem Krefelder unter Druck gesetzt. Busch verlor etwas den Halt und krachte mit dem Kopf gegen das Knie des Linesman, der noch versuchte aus dem Weg zu kommen.
    Die vergangene Saison war für Busch bereits vorzeitig aufgrund eines Schädel-Hirn Traumas beendet. Im Sommer unterzog er sich sogar einem speziellen Augentraining. Gerade bei schwereren Kopfverletzungen ist es nicht unüblich, dass sie wieder auftreten, wenn ein erneutes Trauma entsteht. Wir hoffen das Beste für Florian Busch und wünschen gute Besserung.
  • Dabei hatte sich das Lazarett in den letzten Tagen etwas gelichtet. Louis-Marc Aubry, James Sheppard und Florian Kettemer kehrten am Freitag in den Kader zurück. Am Sonntag stand auch André Rankel wieder auf dem Eis. Mark Olver befindet sich bereits wieder im Mannschaftstraining und wird wohl auch zeitnah sein Comeback geben.
  • Am Freitag bestritt Frank Hördler sein 800. Spiel im Trikot der Eisbären Berlin. In der typisch europäischen Zählweise, werden Hauptrundenspiele und Playoff-Spiele zusammengezählt. Für mich ist es besonders beeindruckend, dass von seinen nun 801 Spielen, insgesamt 147 Playoff-Spiele sind. Das sind knapp drei vollständige Hauptrunden und unterstreicht noch einmal mehr, wie dominant die Eisbären zwischen 2004 und 2013 waren.
  • Noch ein Fun-Fact zu Frank Hördler: In der ersten Meistersaison 2004/05, bestritt Hördler neben 42 DEL-Spielen noch 18 Oberliga-Spiele für die Eisbären Juniors.
  • In dieser Woche sind die Eisbären nur Auswärts unterwegs. Bereits heute Abend geht es gegen die Straubing Tigers, bei den sich Siege und Niederlagen in den letzten acht Spielen, fröhlich abwechseln. Am Sonntag verloren die Tigers in Augsburg. Am Freitag müssen die Eisbären in Ingolstadt ran und Sonntag geht es nach Iserlohn. Vielleicht waren die beiden Siege am vergangenen Wochenende der Startpunkt, für den kleinen Lauf, den sie Eisbären bereits die gesamte bisherige Saison wünschen.

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