Eisbären Game Recap 19 – Comebacks

Nachdem die Eisbären am Freitag in Nürnberg drei Punkte verschenkten (4:6), verhinderten sie am Sonntag ein spätes Comeback der Pinguins (5:3) und fuhren den ersten Sieg nach sieben Niederlagen in Serie ein.

  • Das Spiel gegen die Thomas Sabo Ice Tigers, war ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel. Den Franken fehlten vor der Partie nur drei Punkte auf die Eisbären und haben noch immer ein Spiel weniger absolviert. Zudem rückte auch Krefeld in Schlagdistanz. Für die Eisbären bestand am vergangenen Wochenende die Gefahr sogar auf Platz elf abzurutschen.
  • Der Auftritt in Nürnberg war bis zur zweiten Drittelpause ordentlich. Im zweite Drittel spielten die Eisbären die bislang besten 20 Minuten unter Stéphane Richer. Sie nutzten eine von zwei Powerplay Möglichkeiten, trafen dreimal, gaben Nürnberg kaum Optionen ins Spiel zu kommen und schlossen das Drittel mit einer Schussverhältnis von 24 zu 5 Torschüssen ab.
  • Das dritte Drittel zeigte dann aber auch, auf welch fragilem Fundament die Eisbären aktuell gebaut sind. Nach einem frühen Powerplay Tor von Shawn Lalonde gerieten die Eisbären ins Wackeln. Patrick Reimer machte das Nürnberger Comeback mit zwei Treffern in knappen 90 Sekunden perfekt. Als Bonus traf er kurz vor Schluss ein drittes Mal, dieses Mal ins leere Berliner Tor, zum 6:4 Endstand aus Nürnberger Sicht. “Berlin hatte einen neuen Weg gefunden ein Spiel zu verlieren.”
  • Das Berliner Tor zum 2:2 war bereits das dritte “erste” DEL Tor für Charlie Jahnke. Vielleicht aber auch nicht… Zwar wird er auf der Seite der Deutschen Eishockey Liga geführt, in der Übertragung auf MagentaSport wurde Frank Hördler als Torschütze genannt. Zudem soll Jahnke gesagt haben, dass er den Puck nicht mehr berührt hat. #freeCharlie
  • Überraschend gab Constantin Braun in Nürnberg sein Comeback. So sehr wir uns über die Rückkehr von Tine freuten, so sehr schüttelten wir den Kopf, als wir gelesen hatten, dass Braun bereits in Nürnberg wieder spielen wird. Auf eigenen Wunsch. Braun hatte zuletzt im März 2018 ein Spiel in der DEL absolviert. Nachdem er sich die Hand brach, begab er sich bekanntermaßen in eine Reha, um seine Alkoholsucht zu behandeln. Anfang Januar stieg er wieder in das Training ein, nach zweieinhalb Wochen sagte er – so war es zu lesen – zu Richer, dass er spielen möchte. Nach zweieinhalb Wochen Training! Wo genau beginnt der Moment, an dem man Spieler vor sich selbst schützen muss?
  • Als ich am 08.01. mit Braun sprach – ihr könnt das kurze Gespräch in der zehnten Episode des #Hauptstadteishockey Podcast hören – sagte er, dass er während seiner Reha nicht auf dem Eis stand. Er konnte sich zwar etwas fit halten, aber nicht in die Form bringen, die es braucht, um professionell Eishockey zu spielen. Am selben Tag habe ich auch ein kurzes Gespräch mit Jake Jensen geführt. Jensen ist der Fitnesstrainer der Eisbären Berlin. Er sagte, dass Ziel sei es Constantin Braun in den nächsten vier Wochen auf ein Level zu bringen, welches ihm ermöglicht, voll mit der Mannschaft zu trainieren. Ob und wann er bereit für Spiele in der DEL sein wird, entscheiden Spieler und Trainer nach diesen vier Wochen.
  • Das sich Braun in der körperlichen Verfassung fühlt, wieder voll zu spielen, will ich überhaupt nicht anzweifeln. In der aktuellen Situation der Eisbären, mit etlichen Verletzten, vor allem in der Defensive, wirkt eine verfrühte Rückkehr von Braun allerdings auch, wie ein Verzweiflungstat.
  • Dass Braun fast ein Jahr kein DEL-Spiel mehr absolviert hat, konnte man gerade in Nürnberg in vielen Situationen sehen. Hier und da passte das Stellungsspiel nicht, Pässe waren ungenau oder die Abstimmung mit Micki DuPont passte noch nicht. Ich möchte allerdings nicht auf einzelne Situationen eingehen. Ich will damit sagen, dass sich ein weiterer wichtiger Faktor natürlich auch zwischen den Ohren befindet. Die mentale Fitness, das Gewöhnen an das Tempo in der Liga etc., diese kommt nur durch Spielpraxis. Das lässt sich durch Trainingseinheiten nicht simulieren. Da sind die Hände dann mal langsamer als das, was der Kopf vorgibt. Oder man liest eine Situation, braucht aber den Moment zu lang um richtig darauf zu reagieren.
  • Auch Kai Wissmann kehrte nach seinem erneuten Handbruch gegen Nürnberg zurück in den Kader. Die Rückkehr von Braun und Wissmann sorgte auch endlich dafür, dass Frank Hördler und Jonas Müller wieder in einem Verteidigerpaar zusammen spielen durften. Wissmann spielte neben Jens Baxmann, Braun wie oben angesprochen an der Seite von DuPont. Maximilian Adam hingegen rückte in die vierte Sturmreihe. Gegen Bremerhaven konnte Wissmann seine zweite Vorlage der Saison sammeln.
  • Das Spiel in Bremerhaven begann ähnlich wie das Spiel vom Freitag. Nach zwanzig Minuten führten die Gastgeber. Die Eisbären kamen aber besser aus der ersten Pause. Nach einem guten zweiten Drittel, gingen sie noch in Rückstand in den Schlussabschnitt, wo sie mit drei Treffern den Sieg klarmachten und ihre Niederlagenserie nach sieben Spielen beendeten.
  • Die Special Teams, in den letzten Wochen oft und zurecht kritisiert, machten in Bremerhaven den Unterschied. Zwei von sieben Powerplays nutzten die Eisbären. Im zweiten Drittel waren es Micki DuPont und Florian Busch mit Treffern in Überzahl. Der entscheidende Moment des Spiels war allerdings eine überstandene doppelte Unterzahl, kurz nachdem Martin Buchwieser die 4:3 Führung erzielte. Insgesamt hatte Bremerhaven neun Möglichkeiten auf ein Tor in Überzahl und konnten keine nutzen.
  • Nach dem Spiel bei den Pinguins sagte Buchwieser bei MagentaSport, dass die Eisbären seit einigen Spielen nur mit drei Reihen spielen. Ganz unrecht hat er nicht. Nino Kinder durfte in Fischtown nur 19 Sekunden aufs Eis. Charlie Jahnke (3:21) und Maximiian Adam (3:41) kamen im Verlauf des Spiels auch kaum zum Einsatz.
  • Bereits am Dienstag geht es für die Eisbären weiter. In der Mercedes-Benz Arena kommt es zum vierten Duell mit RB München. Bislang gingen alle drei Duelle an die Bayern. Es wird auch die Rückkehr von Ex-Headcoach Clément Jodoin, der seit der vergangenen Woche als Co-Trainer von Don Jackson in München arbeitet.

Ein Gedanke zu „Eisbären Game Recap 19 – Comebacks

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.