Eisbären Game Recap 17 – Wieder keine Punkte

Die Eisbären Berlin verloren in der vergangene Woche gegen den Tabellenführer aus Mannheim (6:2) und beim Kellerkind aus Wolfsburg (4:2). Das zehnte Spiel unter Stéphane Richer war die vierte Niederlage in Folge.

  • Bereits am Donnerstag zeigten die Adler Mannheim eindeutig, welches Team derzeit das Beste der Deutschen Eishockey Liga ist. Über 60 Minuten dominierten sie das Spiel gegen die Eisbären. Das Schussverhältnis nach 20 Minuten mit 15:5 aus Sicht der Adler, für die Eisbären verheerend. Zwar kamen sie im zweiten Drittel etwas besser rein. Im dritten Abschnitt hatten sie allerdings nur vier Schüsse auf das Tor der Adler. Beide Powerplay-Möglichkeiten im Spiel nutzen die Mannheimer. Die Berliner nutzten keines ihrer vier Powerplays.
  • Cedric Schiemenz gab am Donnerstag sein DEL-Debüt. Für zehn Wechsel durfte er aufs Eis, insgesamt kam er auf 8:35 Minuten Eiszeit.
  • Am Sonntag in Wolfsburg gab es dann die nächste bittere Pleite. In Überzahl gingen die Grizzlys in Führung, die sie noch im zweiten Drittel auf 2:0 erhöhen konnten. Das 3:0 zu Beginn des dritten Drittels war die Vorentscheidung. Zwar machten die Treffer von Sean Backman und André Rankel noch Hoffnung auf ein Comeback, aber in der Berliner Druckphase zum Ende des Spiels, machte Sebastian Furchner den Deckel drauf.
  • In dieser Woche entwickelte sich ein Narrativ (Grüße an die SHN) um die Eisbären, das mich mehr und mehr verwundert. Zum einen wird nun immer wieder von den verletzten Spielern gesprochen, die der Mannschaft fehlen. Ein Zustand, der die Mannschaft allerdings bereits seit dem ersten Spieltag begleitet, jetzt allerdings erst zum Thema gemacht wird.
    Als Zweites sprach Stéphane Richer in den vergangenen Tagen immer wieder davon, dass die Eisbären mit sechs U23 Spielern im Kader aufgelaufen sind. Zu diesen sechs Feldspielern rechnet Richer offensichtlich mit Jonas Müller einen etablierten DEL Verteidiger. Somit bleiben Cedric Schiemenz, Charlie Jahnke, Vincent Hessler, Eric Mik und Maximilian Adam.
    Diese jungen Spieler kamen gegen Mannheim nur in der Anfangsphase zum Einsatz und dann erst wieder zum Ende der Partie, als das Spiel bereits entschieden war. Keinesfalls nahmen sie also eine wichtige Rolle ein. Mik stand in Mannheim nicht eine Sekunde auf dem Eis, gegen Wolfsburg war er gar nicht im Kader.
  • Wir haben uns in den vergangenen Wochen ja mehrmals gefragt, was eigentlich mit Sean Backman los ist. Zwar traf er nach dem Trainerwechsel viermal und steht nun bei neun Treffern. #Hauptstadteishockey Kollege Patrick hat mir zwei Heatmaps erstellt. Sie stellen im Vergleich die Orte dar, von den Backman schießt. Links seht ihr die Heatmap der letzten Saison, rechts die der bisherigen Hauptrunde. Es fällt sofort auf, dass Backman in der vergangenen Spielzeit deutlich öfter aus dem Slot geschossen hat. Vor allem aus dem Bereich zwischen den Bullykreisen (High Danger Area) hat er im vergangenen Jahr viel häufiger geschossen.
  • Gegen Wolfsburg zeichnete sich auch wieder ein bekanntes Problem dieser Saison ab. Zu viele Schüsse der Eisbären kommen außerhalb der gefährlichen Zone zwischen den Bullypunkten. Gegen die Grizzlys kamen nur 22% der Berliner Schüsse aus diesem Bereich. Klar, Wolfsburg hat sich auch weit zurückgezogen und hat den Bereich vor dem eigenen Tor sehr eng gemacht. Wolfsburg ist aber auch die Mannschaft mit den meisten Gegentoren der Liga. Dass den Eisbären dort nichts besseres als Schüsse von der blauen Linie einfällt, ist leider auch ein Zeichen von mangelnder Kreativität.
  • Seit zehn Spielen ist Richer nun Trainer der Eisbären Berlin. in diesem Zeitraum haben die Eisbären nur neun Punkte holen können. Die letzten vier Spiele in Serie haben sie verloren. Schlechter war in den letzten zehn Spielen nur Iserlohn, die nur magere zwei Pünktchen holen konnten. Nur Wolfbsburg hat mehr Gegentore (38) in den letzten zehn Spielen kassiert, als die Eisbären (37). Damit hat sich der Gegentorschnitt der Berliner um ein ganzes Tor verschlechtert. Unter Jodoin gab es in 29 Spielen 79 Gegentore, was einen Schnitt von 2,7 Gegentoren pro Spiel ergibt. Nach zehn Spielen unter Richer steht dieser Schnitt bei 3,7.
  • In der vergangenen Woche war ich zweimal beim Training der Eisbären. Beide Male standen Special Teams im Fokus. Mir ist schon bewusst, dass sich Erfolg nicht immer sofort einstellt. Dennoch insgesamt hatten die Eisbären gegen Mannheim und Wolfsburg neun Überzahl-Möglichkeiten, nur eine konnten sie nutzen (11%). Bei acht Unterzahl-Situationen kassierten sie drei Gegentore (62,5%).

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