Eisbären Game Recap 15 – Guten Rutsch

Die Eisbären Berlin verlieren in der letzten Woche des Jahres 2018 zwei von drei Spielen. In keinem der Spiele sehen sie über 60 Minuten gut aus. Wo es beim 5:2 gegen die Pinguins Bremerhaven mit Glück zu einem Sieg reichte, waren es in München (4:3 SO) und zu Hause gegen Ingolstadt (2:4) vor allem unnötige Strafen und schwaches Penaltykilling, welches den Eisbären den Sieg gekostet hat.

  • Gegen Bremerhaven waren die Eisbären über zwei Drittel das schwächere Team. Selbst Stephane Richer sah dies nach dem Spiel so. Dass es letztlich für einen Sieg reichte, lag vor allem daran, dass Tomas Pöpperle einen schwarzen Tag erlebte, Maximilian Franzreb hingegen hervorragend spielte. Aus drei Chancen erzielten die Berliner im ersten Drittel drei Tore. Nach dem Torhüterwechsel kam Bremerhaven besser ins Spiel und erspielte sich bereits im ersten Drittel genug Chancen und hätte vielleicht sogar den Ausgleich verdient gehabt. Im zweiten Drittel spielte fast ausschließlich Bremerhaven. Im Schlussabschnitt half ein sehr früher Treffer nach 18 Sekunden durch Sean Backman, um das Spiel zu entscheiden. Der Treffer war übrigens Backmans erster Treffer der Saison, den nicht in Überzahl erzielte.
  • Am Freitag bestritt Micki DuPont in München sein 400. DEL Spiel – Alle für die Eisbären. Trotz seiner 38 Jahren zeigt er noch keine Müdigkeitserscheinungen. Allein in seinem Jubiläumsspiel stand er 31 Minuten und 18 Sekunden auf dem Eis. Mit über 750 Minuten befindet er sich im Ligaweiten Vergleich auf dem dritten Platz. Bereits im Oktober beschrieben wir DuPont als das „Arbeitstier der Eisbären„, daran hat sich nichts geändert.
  • In München gingen die Eisbären zunächst 0:2, später sogar 1:3 in Führung, ehe Strafen gegen Colin Smith (kann man so geben) und Sean Backman (war so auch ok) dafür sorgten, dass RB München in Überzahl die Chance bekam das Spiel auszugleichen. Es waren wieder Strafen wie Stockschlagen oder Beinstellen – gern als faule Strafen bezeichnet – die dafür sorgten, dass die Eisbären mit einem Mann weniger agieren mussten.
    Unverdient war es also nicht, dass München zwei Punkte aus dem Spiel gegen die Eisbären mitnimmt. Über 60 Minuten waren die komplett in weiß gekleideten (was war das eigentlich?) Hausherren das bessere Team.
  • So ganz sicher bin ich nicht, wie ich das Spiel am Sonntag gegen Ingolstadt finden soll. Auf der einen Seite hatten die Eisbären viele gute Ansätze und hätten sich sogar den Sieg über 60 Minuten verdienen können. Aber irgendwie hatte das Spiel auch so einen gewissen Mief. Viel erinnerte am Sonntag an das System, welches die Eisbären unter Uwe Krupp spielten – ein ziemlich altmodischer Stil. Ein Stürmer (meist der Center) bleibt dabei auch im Angriff oben auf Höhe der Verteidiger. Schüsse kommen dann oft von Oben, die zwei tiefen Stürmer gehen den Abprallern nach und arbeiten in den Ecken. Beim schnellen Umschalten aus der Defensive in den Angriff (Rush), wird der schnellen Abschluss gesucht. Die Anzahl der Schüsse steigen dadurch zwar, mehr Puckbesitz haben die Eisbären allerdings nicht. Zumal dieser Stil enorm viel Kraft kostet.
  • Spielentscheidend war die Szene allerdings nicht. Drei von vier Überzahlsituationen konnten die Gäste am Sonntag nutzen. Selbst Louis-Marc Aubry sprach nach dem Spiel gegen Ingolstadt davon, dass die Schuld nicht immer bei den Schiedsrichtern zu suchen sei. Die Eisbären müssen einfach cleverer sein. Es wirkt fast wie ein Déjà-vu – immer wieder sprechen wir in dieser Saison darüber, wie viele Strafen die Eisbären nehmen. Wie viele unnötige Strafen sie nehmen. Aktuell ist das Problem nur, dass sie in Unterzahl auch regelmäßig Gegentore fressen und für die Disziplinlosigkeiten bestraft werden.
  • Der Skandal des Spiels, das nicht gegebene Tor von Marcel Noebels. Ein schöner Angriff in Unterzahl und ein Abpraller von Pielmeier, führ zu einer abgeprallten Scheibe, die hinter Ingolstadts Goalie scheinbar ins Tor fällt. Die Entscheidung auf dem Eis war deutlich „Kein Tor“. Gleichzeitig deutete der Hauptschiedsrichter aber an, sich die Szene per Videobeweis noch einmal anzuschauen. Nun muss der Videobeweis eindeutig beweisen, dass die Entscheidung auf dem Eis nicht korrekt war. Tut er das nicht und es besteht auch nur geringer Zweifel daran, dass der Puck im Tor war, dann bleibt die Entscheidung auf dem Eis bestehen.
    Sicher sieht es in einigen Bildern so aus, als sei der Puck hinter der Linie gewesen. Das Problem liegt aber auch am Kamerawinkel der Über-Tor-Kamera. Diese ist so angebracht, dass sie einen leichten Blick ins Tor möglich macht und man die komplette Linie erkennen kann. Dabei kommt es zu einer Verzerrung. Diese nennt man Parallaxe. Einfach gesagt entsteht dabei eine optische Täuschung, wobei ein Objekt scheinbar vor einem Hintergrund verschoben wird.

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