Eisbären Game Recap 13 – Alle Jahre wieder

Und da ist auch die 13. Woche der DEL Saison vorbei. Auf die dritte Niederlage in Folge am Freitag gegen Schwenningen (1:3), folgte am Sonntag das andere Gesicht der Eisbären. Überzeugend schlugen sie die Kölner Haie mit 5:2.

Schauen wir doch zunächst mal auf das Spiel gegen die Wild Wings. Das Team wurde am 08.11. von Paul Thompson übernommen. Seitdem hat der Brite die Wild Wings zwar noch nicht aus dem Keller führen können, aber zumindest hat er sie in einigen Bereichen verbessern können. Zum Beispiel haben sie seit seiner Übernahme das drittbeste Unterzahlspiel der DEL (auf Platz 1 stehen die Eisbären). Das Powerplay ist seit Thompsons Übernahme das zweitbeste der Liga. Die Special Teams waren auch ein entscheidender Faktor beim Sieg bei den Eisbären. Das 0:1 erzielen die Wild Wings in Überzahl. Zuvor überstanden sie im ersten Drittel fast vier Minuten am Stück in Unterzahl. Zwei davon in doppelter Unterzahl. Insgesamt sechs Powerplay-Möglichkeiten ließen die Eisbären gegen Schwenningen liegen. Beim Treffer zum 1:2 nutzten die Schwenninger einen Stellungsfehler in der Berliner Defensive aus. Und auch beim 1:3 wirkten die Wild Wings für einen Moment wacher, als Sopanen die Scheibe aus der eigenen Zone lupft und Korhonen sofort erkennt, dass er Platz hat.

Nun kann man sich natürlich fragen, warum sie bei über 70 Schussversuchen nur einmal das Tor getroffen haben? Man kann feststellen, dass sie 42% ihrer Schüsse aus dem gefährlichen Bereich vor dem Tor abgefeuert haben. Das spätestens mit dem 1:2 von Schwenningen nichts mehr kam. Schon das Führungstor entstand aus dem Zufall. Vielleicht fällt sogar auf, dass gegen Ende die zündende Idee gefehlt hat. Ja oder wir geraten alle in Panik…

Wie letztes Jahr, als die Eisbären ungefähr zur selben Zeit Mannheim schlugen und in der Folge drei Spiele hintereinander verloren. Oder das Jahr davor, wo es zum Jahreswechsel neun Niederlagen in Serie gab. Krise – alle Jahre wieder.

Ja die Eisbären Berlin haben in den letzten beiden Heimspielen gegen die zwei Tabellenschlusslichter verloren. Phasenweise haben sie auch nicht sehr gut ausgesehen. Viele kleine Probleme, die sich über einen längeren Zeitraum andeuten, werden plötzlich schlimm. So hat zum Beispiel Sean Backman noch kein Tor bei gleicher Spieleranzahl auf dem Eis geschossen – 5 Tore und alle im Powerplay. Marcel Noebels wurde nach dem Spiel gegen die Wild Wings für seine „klaren Worte“ bejubelt…Seit elf Spielen hat er nicht mehr das Tor getroffen (nur vier Assists in diesem Zeitraum). Und was ist eigentlich mit Kettemer los? Er blieb vor dem Spiel gegen Köln sechs Spiele lang ohne Punkt. Die Liste kann gern weitergeführt werden. Die Probleme sind vielschichtig und treffen nicht nur das Spielsystem oder die Arbeit des Trainerstabs.

Vielleicht bin ich auch frustriert, weil ich die letzten Tage zu viel Facebook Kommentare gelesen habe. Vielleicht hat mich aber auch der Fantalk mit Maxi Adam frustriert. Quasi Co-frustriert, denn wer den Talk gesehen hat, der weiß das Adam momentan nicht glücklich ist. Stellt euch einfach vor, ihr seid ein junger, sehr talentierter und motivierter Verteidiger, der noch vor wenigen Wochen das Vertrauen hatte über 19 Minuten auf dem Eis zu stehen. Nun läuft es nicht mehr ganz so gut, ein paar Verletzte sind zurück, im Kader seid ihr nur noch siebter Verteidiger. Ihr wollt helfen, mit eurer Spielweise könntet ihr vielleicht helfen, aber mit zwei Wechseln pro Spiel werdet ihr wohl keine große Hilfe sein. Oder anders: In den letzten zehn Spielen stand Adam zusammengerechnet knapp 43 Minuten auf dem Eis (4:16 pro Spiel – wobei ein Spiel mit etwas über 10 Minuten Eiszeit den Schnitt hier auch nach oben reißt). In den drei Spielen davor waren es 53 Minuten (17:53 Minuten pro Spiel). Ob das tatsächlich die Entwicklung eines jungen Spielers fördert? #FreeMaxi

Kommen wir zum Spiel in Köln. Die Haie wollten das Spiel hinter die Berliner Defensive verlagern und vor allem von der Strafbank bleiben, erzählte Rick Goldman kurz vor dem Spiel. In der vierten Minute durfte Uvira wegen Hakens Platz nehmen – Aubry sagte Danke. In der siebten Minute saß Oblinger wegen Beinstellens – Aubry sagte erneut Danke. In der 33. Minute machte es sich Potter nach einem Crosscheck gemütlich – dieses Mal bedankte sich Hördler.

Witzig, wie Tore dafür sorgen, dass sich die Beine fast wie von allein bewegen. Über das gesamte Spiel gegen Köln waren die Eisbären präsent im Forecheck und nervten die Haie, wo es nur ging. Aus so einem unnachgiebigen Forecheck entstand auch das vierte Tor durch MacQueen. Denn es war Aubry, der nach einer Chance hartnäckig der Scheibe hinterher geht. Es war das clevere Stellungsspiel von Noebels, wodurch der Pass an der Bande nicht möglich war. Es war MacQueen, der sich bei Tiffels für den starken Pass in den Slot bedankt.

Müller packte noch das fünfte Tor oben drauf und alles ist wieder schick. Naja vielleicht auch nicht. Denn ein Problem haben die Eisbären – sie tun sich immer schwer gegen Teams, die nicht viel für die Offensive machen. Wolfsburg und Schwenningen haben das zuletzt unter Beweis gestellt. Kölns größter Fehler war es, mitspielen zu wollen. Das haben sie in den ersten beiden Spielen gegen die Eisbären noch viel „besser“ gemacht. Das ist aber auch kein neues Problem und auch kein Problem, welches die Eisbären exklusiv haben. Die Frage ist, welche Antworten sie mittelfristig darauf finden.

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