Eisbären Game Recap 12 – Halbzeitfazit

Irgendwie kommt es mir so vor, als hätte ich erst gestern den Rückblick auf das erste Viertel der DEL Saison geschrieben. Nun ist das zweite Saisonviertel auch schon gespielt. Daher wird dieses Game Recap auch ein Rückblick und ein Zwischenfazit zur Halbzeit der DEL Hauptrunde sein, welche die Eisbären mit dem zweiten Null-Punkte-Wochenende der Saison abschlossen.

Aber Fangen wir in Iserlohn an. Die Niederlage am Freitag bei den Roosters (3:2) kann man vielleicht noch hinnehmen. Die Art und Weise war nicht schön. Erneut nahmen sie sich durch blöde Strafen die Möglichkeit zu einem Spielfluss zu finden, mit dem Resultat, dass die Roosters sich einen komfortablen 3:0 Vorsprung erspielen konnten. Zwar war Iserlohn nicht in Überzahl erfolgreich, nutzten dann aber die Fehler der Eisbären im Umschaltspiel aus. Als die Eisbären dann zu ihrem Spiel fanden, war es zu spät und ein erneuter Last Minute Sieg (oder zumindest Punkt), blieb ihnen nicht verwehrt.

Am Sonntag gegen Wolfsburg begannen die Berliner stark. Die ersten Minuten fanden nur im Drittel der Wolfsburger statt. Mehr als ein Pfostenschuss von DuPont kam dabei zwar nicht rum, aber es war der Beginn, den man sich nach dem Spiel am Freitag wünschte.

Das 1:0 durch Jonas Müller fiel dann aber erst in der 23. Minute. Müller kam in der 26 Minute gerade von der Strafbank, als Bergman für die Grizzlys den Ausgleich erzielte. Anschließend waren die Eisbären fast fünf Minuten in Überzahl, davon zwei Minuten mit zwei Mann mehr, ein Tor gelang ihnen allerdings nicht. Danach entwickelte sich ein Spiel, welches den Wolfsburgern sehr entgegenkam. Hilfreich war letztlich auch der Stellungsfehler der Berliner Defensive zu Beginn des dritten Drittels, welcher zum 1:3 führte, bei dem auch Poulin keine so gute Figur machte. Die Entscheidung durch Jaspers #JJ12 in Unterzahl, war gleichzeitig auch der Genickbruch im Spiel der Eisbären.

Halbzeitfazit

So viel also zu den letzten beiden Spielen. Nun wollen wir mal ein Blick auf das zweite Viertel der Saison werfen. Seit dem 26.10. haben die Eisbären fünf Spiele verloren. Im ersten Saisonviertel waren es sechs Niederlagen. Oder um es in Prozenten der maximal erreichbaren Punkte (Pt%) auszudrücken, in den ersten 13 Spielen haben die Eisbären 46 Prozent geholt. Das war im ersten Viertel Platz zehn der DEL. Aus den 13 Spielen seit dem 26.10. haben sie 58,9 Prozent der maximal erreichbaren Punkte geholt. Dies entspricht Platz sieben der DEL. Vor der Niederlage gegen Wolfsburg lagen sie sogar auf Platz 2 hinter München. 

Auch ganz nett ist ein Blick auf die Verteilung der Tore in den Spielen der Eisbären Berlin. Hier zeichnet sich ab, dass die Eisbären im zweiten Viertel der Saison zu spät in Spiele kommen.

Tordifferenz | Verteilung nach Drittel
Spieltag 1 - 13 Spieltag 13 - 26
1. Drittel 2 -7
2. Drittel -1 -1
3. Drittel -4 8

Die Tabelle zeigt aber auch, dass sie sich die Möglichkeit geben, in Spielen spät wieder zurückzukommen. Bestes Beispiel das Spiel in Mannheim letzte Woche. Es zeigt aber auch, dass die Eisbären nicht von der ersten Minute an bereit sind. Eine mangelnde Fitness können wir nicht erkennen. Sonst wäre der Wert der Tordifferenz im dritten Drittel in den letzten 13 Spielen nicht so positiv.

Interessant ist auch, dass sich das Powerplay in den letzten 13 Spielen in die falsche Richtung entwickelt hat. Knapp 21,5 Prozent Erfolgsquote hatte das Powerplay bis zum 21. Oktober. Seit dem 14. Spieltag ist es abgerutscht auf 14 Prozent. Dies entspricht Platz 12 im zweiten Viertel der Saison. Insgesamt befindet sich mit einem Wert bei knapp 18 Prozent zwar noch auf dem fünften Platz der DEL. Der Trend zeigt allerdings in die falsche Richtung. In Unterzahl stellen die Eisbären übrigens das zweitbeste Team des zweiten Viertels der Saison. 

Grundsätzlich können wir festhalten, dass das zweite Viertel der Saison, auch wenn drei Niederlagen aus den letzten vier Spielen vielleicht einen anderen Eindruck erwecken, noch ganz gut verlaufen ist. Sicher nicht zu verschweigen ist die Tatsache das Kevin Poulin in den drei Niederlagen zuletzt nicht immer den besten Eindruck machte. In vielen Situationen wird er aber allein gelassen. Dennoch wäre es, vor allem mit Blick auf die Playoffs, mal ganz nett, wenn er mal das ein oder andere Spiel pausieren darf.

Platz acht ist sicher auch nicht zufriedenstellend und an einigen Stellen entwickelt sich die Mannschaft vielleicht auch zurück. Sie aber komplett abzuschreiben, ihnen Krisen anzudichten oder von Enttäuschung zu sprechen, dafür ist dennoch zu früh. Zu einer gewissen Konstanz sollte die Mannschaft aber in der zweiten Saisonhälfte finden, sowohl spielerisch als auch in ihrer Zusammenstellung.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.