Eisbären Game Recap 06 – Die Sache mit der Frucht

Zu Beginn der sechsten Woche der Saison, verabschiedeten sich die Eisbären Berlin mit einem 4:1 bei Neman Grodno aus der Champions Hockey League. Sicherlich ist das Vorrunden-Aus ärgerlich, in Anbetracht der Verletztensituation – in dieser Woche gesellte sich auch Jamie MacQueen in das Lazarett – ist aber vielleicht auch nicht so schlimm, dass die Eisbären sich nun voll auf die Liga konzentrieren können. In der DEL trafen sie am Wochenende auf die Grizzlys Wolfsburg (3:2 SO) und die Kölner Haie (2:3).

  • Die Verletzungssorgen der Eisbären hören nicht auf. Nun ist auch Jamie MacQueen für längere Zeit nicht dabei. Er hat sich am Syndesmoseband verletzt. Auf Krücken und mit einer Schiene um den Fuß begegneten wir ihm nach dem Spiel gegen die Grizzlys Wolfsburg vor der Eisbären Kabine. Sechs Wochen wird der Berliner Top-Torjäger voraussichtlich fehlen. Ebenfalls noch immer auf Krücken ist Marvin Cüpper unterwegs. Auch er hatte sich am Syndesmoseband verletzt. Seine Verletzung zog er sich allerdings bereits im September zu.
  • Die Rolle von MacQueen in der Reihe neben Backman und Sheppard, durfte Vincent Hessler übernehmen. Charlie Jahnke durfte als Center in der vierten Reihe mit Martin Buchwieser und André Rankel spielen. Beide kehrten nach überstandenen Infekten wieder in das Team zurück.
  • Es gibt ja diese Eishockey-Weisheit „Jede Scheibe zum Tor, ist eine gute Scheibe“. Den Beweis, dass diese Weisheit nicht kompletter Quatsch ist, hat Frank Hördler in der dritten Spielminute gegen Wolfsburg geliefert. Sein Schuss Richtung Tor, sorgte für Chaos, in dem Marcel Noebels den Puck als erstes traf und ihn so zum frühen 1:0 durch die Beine von Leggio einschoss. Nur blöd das Wolfsburg 30 Sekunden später eine 3 auf 1 Situation perfekt ausspielte und das Spiel ausglich.

  • Von Weisheiten zu ungeschriebenen Regeln „There is no cheering in the press box“ – auf der Pressetribüne wird nicht gejubelt. Hat für mich bisher auch ganz gut geklappt. Klar gibt es hier und da mal ne geballte Faust oder ein freudiges Nicken, aber richtig gejubelt habe ich auf der Pressetribüne in der Mercedes-Benz Arena bisher nur einmal – beim 2:2 Ausgleichstreffer am Freitag gegen Wolfsburg. Dem vermeintlich ersten DEL-Treffer von Charlie Jahnke.
  • Noch gehört ihm der Treffer. Es könnte allerdings sein, dass bis Montagabend Martin Buchwieser den Treffer gutgeschrieben bekommt. Jahnke verriet nach dem Spiel, dass sein Sturmpartner seinen Schuss wohl noch leicht abgefälscht habe. Da die Deutsche Eishockey Liga in der Regel nochmal alle Treffer überprüft, Torschützen sowie Vorlagengeber korrigiert, könnte es durchaus sein, dass Jahnke den Treffer noch verliert. Da ich dieses Game Recap am Sonntag Abend schreibe und Jahnke noch als Torschütze aufgeführt wird, können wir doch mal ein genauen Blick auf #FreeCharlies erste Frucht werfen:
    • Die Eisbären überbrücken in Überzahl die neutrale Zone. Wolfsburgs Cassels hatte zuvor in einem Zweikampf hinter dem Berliner Tor, den Schläger von Buchwieser ins Gesicht bekommen und fehlt den Grizzlys somit in der Rückwärtsbewegung.
    • DuPont bringt den Puck kontrolliert in das Angriffsdrittel und legt quer auf Jahnke.
    • Jahnke versucht einen Direktpass auf Cundari, der den Puck aber nicht erreicht. Glücklicherweise wird der Pass nicht von den Wolfsburger abgefangen, denn hier beginnt auch die Fehlerkette der Niedersachsen.
    • Buchwieser kommt als fünfter Mann dazu und zieht direkt vor das Wolfsburger Tor.
    • Rankel sichert die Scheibe an der Bande und legt sie zurück zu DuPont, der von der Grundlinie gerade wieder Richtung blaue Linie fahren wollte.
    • Jahnke hat in dem Moment so viel Platz, wie sonst beim Scheiben-Aufsammeln nach dem Training.
    • DuPont sieht den freistehenden Jahnke und spielt einen harten Pass.
    • Jahnke weiß, dass er Platz hat, nimmt den Puck an, macht noch einen Schritt Richtung Tor und schießt in die lange Ecke, vorbei an Leggio, dem von Buchwieser die Sicht genommen wird.
    • Egal wem das Tor jetzt im Nachhinein noch zugesprochen wird, es war ein wunderschön herausgespielter Treffer, bei dem alle fünf Eisbären die Unordnung in der Wolfsburger Defensive gnadenlos ausgenutzt haben.
  • Das Spiel gegen Köln erinnerte mich über weite Strecken an das 4:1 gegen Mannheim vor ein paar Wochen. Nur ohne das glückliche Ende für die Eisbären. Kevin Poulin musste erneut viele Großchancen der Kölner Haie entschärfen. Viel zu oft ließ sich die Berliner Defensive durch einfache Pässe überspielen. Gefährlich waren die Eisbären eigentlich nur bei eigener Überzahl.
  • Im Powerplay trafen Sean Backman und Louis-Marc Aubry. Interessanterweise spielte Aubry gegen Köln nur im Powerplay, weil Marcel Noebels fehlte. Bis zum Spiel gegen den KEC hat Aubry in zwölf Partien nur insgesamt 2:33 Minuten in Überzahl auf dem Eis stehen dürfen. Gegen die Haie waren es 2:19 Minuten. Vielleicht hat er sich mit seinem Tor für mehr Eiszeit in Überzahl empfehlen können.

  • Platz Neun nach 13 Spieltagen ist sicher nicht das, was die Eisbären sich vor der Saison versprochen haben. Am Mittwoch erscheint unsere Analyse zum ersten Saisonviertel. Bis dahin gilt aber „Vorstand raus!“ (Liebe Grüße an Jay)

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