Eisbären Game Recap 03 – God Save die Strafzeiten

Eins vorneweg (so ganz unter uns) ich schreibe dieses Game Recap ohne das Straubing Spiel komplett gesehen zu haben. Es ist jetzt Sonntag kurz 23:30 Uhr, vor einer halben Stunde bin ich von der Arbeit nach Hause gekommen. Bisher habe ich nur die tollen Gifs von Robert gesehen (Stick Tap nach Zürich). Das Spiel läuft jetzt nebenher, während ich das Game Recap schreibe.

Wo das nun aus der Welt ist, stürzen wir uns doch direkt rein, in die Achterbahn der Eisbären-Welt 2018/19.

  • Am Freitag konnten die Eisbären 4:3 gegen die Iserlohn Roosters gewinnen. Irgendwie ein Achtungserfolg, immerhin gewann Iserlohn ein paar Tage zuvor 8:3 gegen München. Somit sind die Eisbären Berlin „Meisterbesiegerbesieger“!
  • Jamie MacQueen gelang gegen die Roosters sein erster Hattrick im Eisbären-Trikot. #GodSaveMacQueen erzielte zwei seiner Treffer nahezu identisch per Vorhand-Rückhand Täuschung. Beim ersten Treffer schob er die Scheibe am langen Pfosten ein, beim Zweiten tunnelte er Iserlohns Goalie Dahm. Mich hat aber vor allem der dritte Treffer beeindruckt:


    MacQueen nimmt den harten Pass von Sheppard direkt und schießt die Scheibe rechts oben in den Winkel. Das ist alles andere als ein leichter Schuss. Normalerweise sehen wir bei One-Timern den Pass von der starken Seite des Schützen. MacQueen ist Linksschütze, ein optimaler Pass für einen One-Timer kommt also von links. Bei diesem Tor kommt der Pass aber von vorn und ziemlich mittig zwischen seine Beine. Die Wechselwirkung von Sheppards hartem Pass und dem Flex (vereinfacht gesagt, die Biegung des Schlägers u.a. bei Schüssen) von MacQueens Schläger, hilft dann zusätzlich. Durch den Flex seines Schlägers, braucht MacQueen keine große eigene Kraft in den Schuss bringen, wodurch er sich mehr auf das Platzieren seines One-Timers konzentrieren kann. Dadurch, dass die Scheibe so schnell wieder von MacQueen Schläger weg kommt, hat Dahm keine Chance den Schuss – der zusätzlich noch perfekt platziert ist – zu lesen.

  • Nach dem Spiel gegen die Roosters, war Clément Jodoin zwar zufrieden mit dem Sieg, aber auch auch verärgert darüber, dass Iserlohn in der Schlussphase noch auf 4:3 herankam. Er sprach davon, dass seine Mannschaft das Spiel nach der 4:1 Führung ohne Grund wieder eng werden ließ. Ein Fehlpass an der eigenen blauen Linie von Richmond führte zum Treffer zum 4:2. Wenig Ordnung in der Defensive und etwas mehr Wille bei den Gästen zum 4:3 viereinhalb Minuten vor dem Ende.
  • Er sprach auch davon, dass man es manchmal simpel halten muss. Ich erinnerte mich sofort an eine Szene aus dem zweiten Drittel, als die Eisbären gerade in Unterzahl waren. Baxmann sorgte in der Ecke für einen Scheibenverlust der Roosters. Olver war als erster Spieler am Puck, ließ den ersten Iserlohner ins Leere laufen, ließ den zweiten Iserlohner ins Leere laufen und leitete mit einem Pass auf Rankel eine 2 auf 1 Situation in Unterzahl ein.

  • Nachdem sich am ersten Spieltag Thomas Oppenheimer schwer verletzte (Schlüsselbein), müssen die Eisbären wohl auch länger auf Jonas Müller verzichten. Der Verteidiger verletzte sich im ersten Drittel an der Schulter, wurde direkt ins Krankenhaus gefahren. In der kommenden Woche wird ein MRT für Klarheit über die Schwere der Verletzung sorgen.

  • Nach der letzten Woche und dem Check von Valentine gegen Baxmann, kann ich jeden verstehen, der hier nach einer Sperre gegen Shevyrin schreit. Ich bin allerdings der Meinung, nachdem ich mir die Szene noch einige Male angesehen habe, dass es eine saubere – wenn auch unglückliche – Aktion war. Müller ist schneller an der Scheibe, also fährt Shevyrin einen legalen Check. Er springt nicht in Müller, der Ellenbogen bleibt am Körper und er trifft nicht den Kopf. Beide Spieler kommen mit Tempo zur Bande, Müller entscheidet sich im letzten Moment für den Pokecheck und prallt dann unglücklich in die Bande.
  • In Straubing gab Florian Busch nach überstandener Rippenprellung sein Saison-Auswärtsdebüt. Wie es sich für einen Weltkaiser gehört, traf er in seinem ersten Spiel 15 Sekunden nachdem Straubing das erste Mal in Führung ging.
  • Vor der Saison hat die Deutsche Eishockey Liga groß angekündigt, dass sie in dieser Saison u.a. verstärkt gegen Stockschläge vorgehen will. Sie folgt damit dem Beispiel der NHL, die dies bereits in der letzten Saison tat. Bei den Eisbären scheint es dennoch noch nicht ganz angekommen zu sein. Hinter Iserlohn (38) belegen die Berliner Platz zwei der Team mit den meisten Strafen gegen sich. 32 Mal mussten die Eisbären in dieser Saison bereits in Unterzahl aufs Eis. Fünf Gegentore kassierten sie (84 PK%). Straubing hat sich am Sonntag für das viele Halten, Stockschlagen und Haken bedankt und drei von sieben Powerplays nutzen können.
  • Bevor jetzt aber die Schuld bei den Schiedsrichter gesucht wird, mit 33 Powerplay Möglichkeiten belegen die Eisbären der ersten Platz der Liga. Die Überzahl-Quote von 21 Prozent ist der drittbeste Wert in der DEL. Vielleicht hat ja doch jemand die Analyse der letzten Saison gelesen.

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