Eisbären Game Recap 02 – Hip Hip Hurra, fast alles ist super!

Fünf Punkte-Wochenende, Platz  Neun nach vier Spieltagen, die Eisbären Berlin sind wieder in der Spur, könnte man sagen. Nach einem deutlichen 5:2 Sieg am Freitag gegen die Pinguins aus Bremerhaven, verlangte der 2:1-Overtime Sieg in Augsburg den Eisbären am Sonntag doch einiges mehr ab

  • Kevin Poulin wurde am Mittwoch als neuer Goalie vorgestellt, trainierte am Donnerstag das erste Mal mit der Mannschaft und stand in beiden Spielen des Wochenendes, von Beginn an im Tor. Zwei Spiele, zwei Siege, drei Gegentore und eine Fangquote von 95,9 Prozent, können sich erst mal sehen lassen. Poulin hatte einige sehr starke Szenen, aber auch einige Wackler. Das erst Gegentor der Fishtown Pinguins zum Beispiel, welches ihm so eigentlich nicht durch die Beine rutschen darf. Gemessen daran, dass Poulin den ganzen Sommer in Montréal trainiert hat und die beiden Spiele in der letzten Woche die erste Game Action war, die er seit langem gesehen hat, war das ein guter Einstand.

  • Ein Blick auf die Statistik verrät übrigens, dass Poulin in seinen ersten beiden Spielen ganze 31 Schüsse mehr auf sein Tor bekam, als Franzreb in den ersten beiden Saisonspielen parieren musste. Zum Einen zeigt das, dass die Defensive der Eisbären noch alles andere als sattelfest ist, zum Anderen muss man aber auch die Masse an Unterzahlsituationen (Zehn) in Augsburg einbeziehen. 
  • Das Penaltykilling der Eisbären – besonders in Augsburg – sah sehr gut aus. Es hatte eine gute Mischung aus Aggressivität und Zurückhaltung. Im richtigen Moment übten sie Druck auf die Scheibe aus, zogen sich dann aber auch wieder zurück und nahmen dem AEV so viele Möglichkeiten. Erst in der achten Überzahl gelang Augsburg der Treffer.

  • Schon nach dem ersten Champions Hockey League Heimspiel bemängelte Clément Jodoin die vielen Strafen seiner eigenen Mannschaft. Es sind vor allem die vielen Stock-Fouls, welche die Eisbären immer wieder vor Probleme stellen. Allein in Augsburg waren es acht Strafen der Kategorie Haken, Hoher Stock, Beinstellen oder Stockschlag. Die meisten dieser Strafen sind das direkte Resultat von falschem Stellungsspiel in der Defensive, oder Scheibenverlusten im Angriff. Es können durchaus noch Anfangsschwierigkeiten im Umgang mit Jodoins System sein, aber die Eisbären müssen das in den Griff bekommen. Sie werden nicht viele Spiele gewinnen, in denen der Gegner zehn Mal in Überzahl spielt.
  • Die eigene Überzahl hingegen, wirkt nach dem ersten Wochenende etwas verbessert. Gegen Bremerhaven gelangen zwei Powerplay-Treffer, in Augsburg erspielten sich die Berliner ein paar gute Chancen. Immerhin haben sie nun eine Überzahlquote von 19 Prozent. Das ist Platz vier in der DEL.

  • Marcel Noebels kehrte am Donnerstag aus Boston zurück. Noch etwas vom Jetlag geplagt, gelang ihm in seinem ersten Spiel der Saison gleich ein Doppelpack. Durch seine Rückkehr bekommen die Eisbären noch mehr Tiefe in der Offensive. Leidtragende sind dabei aber vor allem die Stürmer der vierten Reihe. Daniel Fischbuch hatte im Spiel gegen Augsburg nur etwas mehr als sechs Minuten Eiszeit. Nachdem Jaspers im ersten Drittel von einem Puck im Gesicht getroffen wurde, fehlte der Reihe der Center, wodurch sie nur noch sporadisch zum Einsatz kam. Martin Buchwieser durfte immerhin fast dreizehn Minuten aufs Eis, davon allein fünfeinhalb Minuten in Unterzahl.
  • Im Schlussabschnitt des Spiels beim AEV, kratzte Scott Valentine nach einer Chance von Sean Backman den Puck noch von der Linie. Zu diesem Zeitpunkt hätte Valentine wohl nicht mehr auf dem Eis stehen dürfen. Im zweiten Drittel fuhr er einen klaren Check gegen Kopf von Jens Baxmann. Valentine erhielt dafür einen Zwei-Minuten Strafe wegen Behinderung. Baxmann blieb einen Moment benommen auf dem Eis liegen, konnte aber aus eigener Kraft zur Bank der Eisbären fahren und das Spiel auch beenden. Von den Eisbären war zu hören, dass sich diesen Check nochmal genau anschauen werden, um dann eine Entscheidung bzgl. eines Disziplinarverfahrens gegen Valentine zu treffen. Gleiches gilt für den Check gegen Smith zum Ende des zweiten Drittels.

  • Am Sonntag verbuchte Florian Kettemer bereits seine dritte Vorlage der Saison. Er gab den entscheidenden Pass zum Overtime-Siegtor von Colin Smith. Es war bereits Kettemers fünfter Scorerpunkt dieser Spielzeit (zwei Tore, drei Vorlagen). Damit hat er die Hälfte seiner Ausbeute aus der vergangenen Saison erreicht. Macht er weiter im Schnitt 1,25 Punkte pro Spiel, hat Kettemer am Ende Saison 65 Punkte auf dem Konto. Aber im Ernst, Kettemer spielt weiter sehr auffällig und die Chemie zwischen ihm und Wissmann scheint sich auch zu entwickeln. An der Seite des Bayern ist Wissmann gezwungen öfter den ersten Pass im Aufbau zu spielen. Dies kann für die Entwicklung des 21-Jährigen nur von Vorteil sein.

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