Eisbären Game Recap 01 – Keine Panik

Wie Ihr sicher mitbekommen habt, werden wir in dieser Saison keine hastig zusammengetippten Spielberichte kurz nach Spielende mehr veröffentlichen. Mit dem Ergebnis unserer Berichte waren wir in der vergangenen Saison selten zufrieden. Es war einfach oft zu viel, das Spiel intensiv zu beobachten, zu fotografieren, Gifs zu erstellen und nebenbei noch einen Spielbericht zusammenzuschustern. In dieser Saison wird es immer Montags einen Rückblick auf die vergangenen Eisbären Spiele geben. Dies gibt uns die Möglichkeit, nach den Spielen kurz durchzuatmen und uns ein paar Gedanken zu machen. Natürlich findet ihr auf unserem Twitterkanal weiterhin Gifs der Spiele, bei Heimspielen versorgen wir euch neben Twitter auch bei Instagram mit den Kernaussagen aus der PK und der Mixed Zone.  Mehr zu den Hintergedanken erfahrt ihr am Dienstag in der zweiten Ausgabe unseres Podcast. Aber lasst uns nun auf das erste Wochenende zurückblicken:

  • Nach vier Niederlagen in der Champions Hockey League, verloren die Eisbären am Wochenende auch die ersten beiden Spiele der 25. DEL Saison gegen München (2:4) und  Nürnberg (3:4). Sechs Niederlagen in Folge geben natürlich Grund zur Sorge, für Panik ist es aber dennoch zu früh. Dafür gibt es dann doch noch genug Dinge im Spiel, die durchaus positiv sind.
  • So hatten die Eisbären in beiden Spielen mehr Puckbesitz und somit auch mehr Spielanteile. Nach beiden Spielen steht ein positives Schussverhältnis von 61,4% zugunsten der Eisbären. Es ist völlig klar, dass das Verhältnis durch die vielen Überzahl-Situationen gegen München (0 von 11) etwas verwässert wird, aber die Tendenz passt. Auch klar ist, dass Maximilian Franzreb über die Saison keine Fangquote von 81,4 Prozent haben wird. Genauso unterirdisch wird auch die Schussquote von 7,6 Prozent (hoffentlich) nicht über 52 Spiele bestehen bleiben.
  • In der Summe macht das übrigens einen PDO Wert von gerade mal 89. Das ist der schwächste Wert in der DEL. Um es aufzufrischen, PDO ist die Summe aus Schuss- und Fangquote und gilt als Indikator für Glück im Eishockey. Ein Wert deutlich über 100 spricht eher für viel Glück. Ein Wert unter 100 für Pech. Die DEG liegt übrigens nach zwei Spieltagen mit einem Wert von 110 an der Spitze. Die positive Schussbilanz der Eisbären lässt mich daran glauben, dass sich das Blatt im Verlauf der Saison wenden wird.
  • Das Auftaktwochenende mit München und Nürnberg, zwei Mannschaften aus den Top 4 der DEL, war natürlich auch undankbar. Zumal sich die Eisbären unter Clemént Jodoin auch noch immer in einem Prozess befinden. Das neue System muss greifen. Dazu gehört aber auch, dass es mal schief geht. Bei 5 gegen 5 waren die Berliner am Freitag gegen den Meister über weite Strecken das bessere Team. Gegen Nürnberg taten sie sich dagegen etwas schwerer, blieben aber nach zwei unglücklichen Gegentoren im Spiel und kämpften sich zurück.
  • Beim Nürnberger Tor zum 4:2 konnte man sehr schön sehen, wie eine komplette Defensive die Zuordnung verlor. Kurz zuvor feuerte Lalonde bereits einen Schuss aus ähnlicher Position ab. Der Rebound landete erneut bei den Ice Tigers. Dann beginnt die Fehlerkette in der Berliner Defensive. DuPont spekuliert auf den Pass hinter das Tor. Olver und Smith stehen viel zu tief im eigenen Drittel.
  • Das Geschrei nach einem neuen Torwart ist natürlich groß. Franzreb sah am Wochenende sicher nicht in jeder Situation glücklich aus, dennoch war es auch Franzreb, der dafür gesorgt hat, dass die Eisbären in beiden Spielen die Chance gehabt hätten, zurückzukommen. Und ganz ehrlich das Problem war am Wochenende nicht Franzreb.
  • Dass Florian Kettemer in der Berliner Defensive bisher der auffälligste Spieler ist, spricht nicht unbedingt für das Spiel der Berliner. Ja Kettemer gefällt uns bislang auch gut, aber bislang kommt uns zu wenig von den Defensivkräften, die vor allem für ihre Spielstärke bekannt sind. Die Vorarbeit von Richmond gegen München, war da ein kleiner Ausreißer. Aber gerade von DuPont, Cundari (der gegen Nürnberg früh nicht mehr mitspielen konnte) und Müller, war bislang noch zu wenig zu sehen.
  • „An unserem Powerplay müssen wir arbeiten.“ sagte Florian Kettemer am Freitag in der Mixed Zone. Nun verschleiern die zwei Powerplay-Tore von Sheppard etwas das schwache Überzahl-Spiel. Hier liegt wirklich noch viel Arbeit vor dem Trainerstab und den Spielern. Teilweise hatten die Eisbären schon große Probleme den Puck in das Angriffsdrittel zu bekommen. Die beiden Powerplay-Tore gegen Nürnberg waren auch eher Zufallsprodukte, als fein rausgespielt. Ich sehe uns schon die nächste Analyse schreiben…
  • Ein großer Fan der Reihe Backman-Sheppard-MacQueen werden wir nicht mehr. Zu ähnlich spielen Backman und MacQueen. Ob Olver der richtige dritte Part neben Ranford und Smith ist, bezweiflen wir auch. Gern würden wir Fischbuch oder Buchwieser mal in einer dieser Formationen sehen.
  • Thomas Oppenheimer verletze sich am Freitag am Schlüsselbein und wurde bereits am Samstag operiert. Kurz vor seiner Verletzung erzielte er den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer zum 1:2. Oppenheimer wird den Eisbären wahrscheinlich drei Monate fehlen.
  • Charlie Jahnke rückte für den verletzten Oppenheimer am Sonntag in den Kader. Tatsächlich durfte Jahnke sogar für 8:01 Minuten aufs Eis. In seinen acht Wechseln verzeichnete er einen Schuss aufs Tor, blieb aber sonst wie die gesamte vierte Reihe (Buchwieser und Fischbuch) unauffällig. Trotzdem #FreeCharlie wirkt! Sein erster Wechsel war 34 Sekunden lang, das waren 34 Sekunden mehr Eiszeit, als er insgesamt in seinen letzten fünf DEL-Einsätzen hatte.
  • Jahnke traf übrigens am Freitag für die Lausitzer Füchse gegen den EHC Freiburg in einem verrückten Spiel, welches die Füchse 5:4 in der Overtime gewinnen konnten, nachdem sie zwischenzeitlich bereits 0:3 zurücklagen. Auch Hessler und Adam trafen. Letzterer sogar doppelt. Adams zweiter Treffer war der Game Winner in der Overtime. Am Sonntag konnte sich Weißwasser mit 4:1 gegen Crimmitschau durchsetzen. Auch hier fand sich Hessler unter den Torschützen wieder. Mehr dazu im Prospect Report am Ende des Monats.

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