Die Eisbären Analyse nach einem Viertel der Saison

13 Spieltage sind in der Deutschen Eishockey Liga absolviert. Und bevor heute Abend in Nürnberg für die Eisbären das 2. Viertel der Saison 2017/18 beginnt, wollen auch wir ein Zwischenfazit ziehen.

Derzeit befinden sich die Eisbären auf dem dritten Tabellenplatz, hinter Nürnberg und München. 27 Punkte konnten sie in 13 Spielen sammeln. Mit vier Siegen bei sechs Auswärtsspielen sind die Berliner bislang das beste Team Auswärtsteam der DEL.

Soviel zu den nackten Zahlen, schauen wir nun mal auf die für uns wichtigsten Faktoren des ersten Saison-Viertels.

Torhüter: 

Petri Vehanen feierte kürzlich mit Familie und Freunden seinen 40. Geburtstag. Der Finne hatte nicht den besten Start in die Saison, mit 90,8% hat er bislang die schwächste Fangquote seit er das Eisbären-Trikot trägt. Marvin Cüpper kam bislang auf vier Einsätze und damit bereits die Hälfte der Einsätze aus der Vorsaison. Er zeigte starke Leistungen und rechtfertigte das Vertrauen der Coaches. 93% Fangquote hat der 23-Jährige bislang. Vehanen wird sich im Saisonverlauf steigern und Cüpper hat gezeigt, dass er ein solider Back-Up ist.

Neuverpflichtungen:

Alle sieben Neuzugänge konnten bislang überzeugen. Besonders hervor stechen allerdings Danny Richmond und Sean Backman. Die beiden führen die Teaminterne Scorerwertung an. Backman, mit sechs Toren auch Top-Torjäger der Eisbären, erzielte schon einige wichtige Treffer. Richmond ist besonders im Spielaufbau sehr wertvoll. James Sheppard begann etwas unauffällig, steigerte allerdings zuletzt. Thomas Oppenheimer und Martin Buchwieser bilden mit Florian Busch eine der besten 2-Wege-Reihen der Liga. Blake Parlett scheint eine optimale Ergänzung zum offensiver geprägten Richmond zu sein. Mark Olver hat auch etwas Anlaufschwierigkeiten gehabt, funktioniert aber in der Reihe mit MacQueen (mit dem er bereits 2012/13 bei den Lake Erie Monsters zusammenspielte) immer besser.

Spielsystem:

Uwe Krupp und sein Trainerstab haben das System der vergangenen Saison an einigen Ecken umgebaut. Es ist nun offensiver ausgerichtet. Bei eigenem Scheibenbesitz bleibt der dritte Stürmer nun nicht mehr auf Höhe der beiden Verteidiger. Seit dieser Saison stehen die drei Stürmer deutlich tiefer in der gegnerischen Zone und versuchen in der Regel Überzahl-Situationen in Pucknähe zu erzeugen. Auffällig ist auch, dass die Verteidiger bei 5 gegen 5 öfter eingebunden werden. Oft werden sie für Direktschüsse oder die Verlagerung an der blauen Linie angespielt. Auch hierbei spielt der tiefer stehende dritte Stürmer eine wichtige Rolle, er kann nun vor dem Tor für Chaos sorgen, oder sich in den Ecken für Pässe anbieten.

Bei Scheibenverlust spielen die Eisbären auch einen aggressiveren Forecheck. Auch hier versuchen den ersten Pass des Gegners zu unterbinden und durch viel Druck zu Fehlern zu zwingen. Zu Saisonbeginn spielten sie das phasenweise noch etwas zu aggressiv und waren teilweise sehr Anfällig gegen Konter. Sollten sie keinen frühen Druck erzeugen können , fallen sie schnell in ein klassisches 1-2-2 in der neutralen Zone zurück, d.h. ein Stürmer stört auf Höhe der blauen Linie des Gegners und versucht den Pass nach vorn zu erzwingen. Zwei Stürmer sind auf Höhe der Mittellinie und die beiden Verteidiger auf Höhe der eigenen blauen Linie.

Der Faktor Glück:

*Achtung, Achtung – Es wird nerdig*

Sicher habt ihr auch schon auf Mannschaften geschimpft und gesagt, „Die haben nur Glück!!!11!1“ – was wenn ich euch sage, dass es einen Wert gibt, der euch dabei hilft zu erörtern, wie glücklich eine Mannschaft wirklich ist? Dieser Wert nennt sich PDO und ist die Summe aus Schussquote und Fangquote einer Mannschaft. In der Theorie hat ein Team, welches weder besonders viel Glück noch besonders viel Pech hat, im Saisonverlauf einen PDO-Wert von 100. Alle Werte deutlich über der Zahl 100 sprechen dafür, dass ein Team deutlich mehr Glück hat als andere. Das Gegenteil gilt starke Abweichungen unter 100.

Die Eisbären haben nach 13 Spielen einen PDO-Wert von 100,5 und liegen damit genau im Mittelfeld der Tabelle. Die Zahl zeigt uns auch, dass sie nicht nur durch Glück auf dem dritten Tabellenplatz stehen. Bei Auswärtsspielen sieht es da schon wieder etwas anders aus, hier haben die Eisbären einen PDO-Wert von 103, was vor allem daran liegt, dass sie bislang auf fremden Eis eine Schussquote von ~12% haben. Zum Vergleich in Heimspielen liegen sie mit ~7% deutlich unter dem Regelwert von 10%.

Das glücklichste Team der bisherigen Saison sind übrigens die Thomas Sabo Ice Tigers mit 105 (PDO). Wer mehr zu diesem Thema lesen will, sollte vielleicht mal einen Blick in den kommenden Eis Dynamo werfen. 😉

Special Teams:

Bis vor wenigen Spieltagen sah hier zumindest die Unterzahlquote ganz schick aus. Mittlerweile sind die Eisbären aber auch hier im unteren Tabellendrittel angekommen. Die Eisbären verlassen sich im Penalty-Kill vielleicht etwas zu sehr auf ihre Goalies und spielen die Box etwas zu passiv. Positiver Faktor: Nur 39 mussten die Eisbären bislang in Unterzahl ran, nur Augsburg, Köln und Schwenningen spielten weniger in Unterzahl.

Die Überzahl ist schlecht – Ende…

Zum Powerplay der Eisbären haben wir hoffentlich bereits am Wochenende eine ausführliche Analyse für euch, ihr dürft also gespannt sein.

Insgesamt sehen wir die Eisbären auf einem guten Weg. Sie haben bislang gezeigt, dass sie in die Spitzengruppe der DEL gehören. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie sie die Verletzungen von Aubry, Rankel, Petersen und Buchwieser kompensieren können. Daraus ergeben sich natürlich nun auch wieder neue Chancen für Vincent Hessler, Maximilian Adam und Charlie Jahnke (#FreeCharlie) sich in der DEL zu präsentieren und sich zumindest für die Zukunft zu empfehlen.

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