3 Tage – 3 Spiele – 3 Siege: Gedanken zum Turniersieg der Eisbären in Pardubice

Die Eisbären Berlin gewinnen das durchaus gut besetzte Vorbereitungsturnier in Tschechien. Mit drei Siegen an drei Tagen setzen sie sich gegen Admiral Wladiwostok (3:2), Slovan Bratislava (4:0) und den Gastgeber Dynamo Pardubice (3:2) durch. Wir wollen nicht jedes einzelne Spiel analysieren, aber ein paar Gedanken mit euch teilen die das Turnier bei uns hinterlassen hat.

Ohne den angeschlagenen Marvin Cüpper sind die Eisbären nach Pardubice gereist. Somit stand schon vor Turnierbeginn fest, dass Maximilian Franzreb alle drei Spiele bestreiten wird. Seine Leistung im gesamten Turnier war tadellos. Völlig zurecht wurde er nicht nur als bester Goalie, sondern auch als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet. Am dritten Turniertag feierte er seinen 22. Geburtstag und mit seiner Leistung gegen die Gastgeber gab er den Eisbären erst die Möglichkeit das Spiel nach 0:1 Rückstand noch zu drehen und letztlich auch zu gewinnen. Beeindruckt hat uns vor allem die Souveränität mit der Franzreb auftritt. Wir fühlen uns in unserer Einschätzung von Anfang Juli, dass die Eisbären ihre zukünftige Nummer Eins bereits im System haben, durch das in Pardubice Gesehene, weiter bestätigt.

Eine besondere Spannung bekommen Vorbereitungsspiele eigentlich fast immer, wenn im Sommer ein Trainerwechsel stattgefunden hat. Schließlich möchte man sehen, welche Spielidee der neue Coach der Mannschaft mitgibt. Welche Formationen er aufs Eis schickt etc. Da wir in den letzten Wochen recht häufig beim Training der Profis vorbeigeschaut haben, konnten wir ein wenig die Entwicklung des Systems, welches sich Clement Jodoin vorstellt, sehen. Besonders schön ist es, wenn man dann im Spiel Situationen wieder erkennt, die genau so wenige Tage zuvor trainiert wurden.

Auffällig ist zum Beispiel, dass die Eisbären zunächst immer versuchen mit Puckkontrolle in die gegnerische Zone zu kommen. Die Scheibe wird viel seltener als in den vergangenen Jahren tief gespielt. Ist der Passweg durch die neutrale Zone blockiert, scheuen die Eisbären nun nicht mehr den Pass zurück auf die Verteidiger, um den Angriff neu einzuleiten. Bei einer Trainingseinheit in der vergangenen Woche konnten wir sehr gut beobachten, wie Jodoin eine Übung immer wieder unterbrach und seine Spieler daran erinnerte geduldig zu sein. Diese Spielweise kommt vor allem den spielstarken Verteidigern wie Müller, DuPont, Richmond oder Adam entgegen. Aber auch Stürmer wie MacQueen, Ranford oder Busch können mit der Scheibe am Schläger mehr anfangen, als sie bei jedem Angriff erst aus der Ecke graben zu müssen. Wie gut dieses System gegen Mannschaften funktioniert, die mehr mitspielen wollen als die Gegner der letzten drei Tage, wird sich spätestens in der Champions Hockey League zeigen. Im ersten Drittel des Spiels gegen Dynamo Pardubice, als die Gastgeber bereits im Drittel der Eisbären sehr viel Druck auf die Scheibe ausübten, fiel es den Berlinern schwer aus der eigenen Zone zu kommen.

Auch die Special Teams gefallen uns bislang sehr gut. Sie spielen eine 1-3-1 Variante mit zwei Verteidigern. Sehr gut hat uns gefallen, dass Adam, Müller und Wissmann in Überzahl zum Einsatz kamen. Letzterer schoss im Spiel gegen Bratislava ein Powerplay-Tor. Besonders bei Müller haben wir schon in der letzten Saison darüber geschrieben, dass er durchaus die Fähigkeiten hätte den Puck in Überzahl an der blauen Linie zu verteilen.

Sehr auffällig spielte auch Maximilian Adam. Sollten Baxmann und Hördler auch zum DEL-Start ausfallen, fehlen uns aktuell die Gründe weshalb Adam dann nicht im Eisbären-Kader stehen sollte.

Im Sturm gefällt uns die Reihe Ranford, Smith und Fischbuch sehr gut. Tempo und Spielwitz passen sehr gut zusammen. Die Chemie scheint bereits zu stimmen und die Drei ergänzen sich super. Auch Defensiv macht die Reihe sehr viel richtig. Dort musste die Reihe Busch, Sheppard und MacQueen sehr viel Verantwortung übernehmen.

Alles war natürlich nicht super. Nach vier Vorbereitungsspielen, ist das natürlich auch noch nicht zu erwarten. So klappte das schnelle Umschaltspiel in die Defensive noch nicht reibungslos. Teilweise waren die Eisbären gegen lange Pässe sehr anfällig und so gut wie die Über- und Unterzahl phasenweise aussahen, so ungefährlich waren sie manchmal auch. Einige Spieler scheinen auch noch nicht wirklich im Rhythmus zu sein. Ohne mit der Stoppuhr gemessen zu haben hatten wir das Gefühl, dass sich Aubrys Eiszeit und seine Zeit auf der Strafbank ungefähr die Waage gehalten haben. Jaspers blieb, bis auf seine Vorlage zum 3:1 im dritten Spiel, über weite Strecken blass.

Auf die Mannschaft und den Trainerstab wartet in den kommenden Wochen noch einiges an Arbeit. Der Grundstein und das Konzept der Eisbären 2018/19 gefällt uns aber schon sehr gut. Allerdings wollen wir uns auch nicht dazu hinreißen lassen, einen Turniersieg Ende August überzubewerten.

#ZbynekKusyMemorialRecordChampion

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